Knabenkapelle

25.06.2018

Das Beste aus 35 Jahren

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3 Bilder
Noch einmal ganz in seinem Element: Georg Winkler, 35 Jahre lang Leiter der Nördlinger Knabenkapelle, dirigierte zu seinem Abschied ein begeisterndes Open Air-Konzert auf dem Weinmarkt.

Zum Abschied ihres jahrzehntelangen Leiters Georg Winkler bieten Nördlingens Musiker ein begeisterndes Open Air-Konzert auf dem Weinmarkt.

Einer der ganz großen Vorteile am Amt eines Stadtmusikdirektors ist seine Verabschiedung. Sie besteht aus seinem Lebenswerk selbst, dargeboten von den Musikern, die er ausbildete, heranzog und leitete. Georg Winkler, Leiter der Nördlinger Knabenkapelle, hatte dabei naturgemäß so gute Karten wie ein Schafkopfspieler mit acht Stammtrümpfen. Seine Trümpfe hießen Trommlerkorps, Orchester und von Oliver Körner dirigiertes Vorstufenorchester der Knabenkapelle, Stadtkapelle unter Leitung von Armin Schneider und Junge Stadtkapelle unter Johannes Krauß.

Das sind erst fünf Trümpfe. Dazu kamen noch die prachtvolle Kulisse des Weinmarktes mit der Bühne vor dem groß beflaggten Hallgebäude, eine Zuhörerschaft von gut 1000 Fans und das Abschiedsgeschenk, dass Winkler das Konzert zum Stabwechsel an seinen Nachfolger Oliver Körner selbst organisieren konnte. So bestand es aus seinen Lieblingsstücken – einer Hitliste aus 35 Jahren, moderiert von Eva Maria Pilz und Manuel Schröter.

Eröffnet wurde das Programm vom Coburger Marsch direkt nach dem wie immer spektakulären Aufzug des Trommlerkorps unter Leitung von Michael Fischer. Es folgten Melodien der Musicals „Jesus Christ Superstar“ und „In 80 Tagen um die Welt“ – von Eva Maria Pilz uminterpretiert zu „In 35 Jahren um die Welt“ angesichts der internationalen Konzertreisen Winklers mit seiner Knabenkapelle von Australien über Japan bis Kanada. Die Rhapsodie „African Inspirations“ hatte Winkler passend zur Spendenaktion für die Nördlingen-Schule in Uganda gewählt, die seine Idee war – die Hüte der Sammler von der Knabenkapelle quollen danach über vor Geldscheinen.

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Ein Medley von „Im weißen Rössl“ und der König-Karl-Marsch schlossen den ersten Teil ab, nach dem sich Knabenkapelle und Stadtkapelle, bislang getrennt auf der Bühne, zu einem XXL-Blasorchester vereinigten. Deutschmeister-Regiments-Marsch und die Strauß-Polka „Leichtes Blut“ klangen nun noch eine Spur schmissiger, die Rockballade „One Moment in Time“ ging noch weiter zu Herzen. Das große Posaunenregister trat vor die Bühne, um solo den Ragtime-Marsch „Lassus Trombone“ zu schmettern. Es folgte der Lieblingsmarsch des Oberbürgermeisters „So G’sell so“, komponiert von Fritz Walter, Winklers Vorgänger.

Furios geriet der Höhepunkt des Programms: Der Bozener Bergsteigermarsch, durchsetzt mit A-cappella-Passagen des Orchesters. Das Publikum klatschte mit und spendete begeisterten Applaus, der in das erneute lautstarke Aufziehen des Trommlerkorps mündete, diesmal mit Vorstufen-Orchester und junger Stadtkapelle im Gefolge. Etliche der jungen Musiker hatten dabei ihren ersten Auftritt; die Aufregung war angesichts des Großereignisses doppelt groß, doch auch dieser Beitrag, der San-Carlo-Marsch, gelang perfekt.

In seinen Gruß- und Abschiedsworten würdigte Oberbürgermeister Hermann Faul Georg Winkler als „Allround-Musiker mit natürlicher Autorität und besonderem Einfühlungsvermögen“. Faul bat alle, die bei Winkler ihre Ausbildung genossen hatten, sich zu melden, wonach Unruhe ins Publikum kam und sich Dutzende Männer stolz erhoben. Winkler habe „seinen Buben“ mehr mitgeben können als das Handwerk des Musizierens: Musikbegeisterung, soziales Verhalten, Gemeinschaftsgeist, menschliche Formung. „Du kannst stolz sein auf Dein großartiges Lebenswerk“ – bei diesen Worten Fauls erhoben sich sämtliche Zuschauer zu stehenden Ovationen, die Winkler sichtlich bewegt entgegennahm. 29 Jahre war er alt, als er 1982 Fritz Walter nachfolgte, 29 Jahre ist jetzt sein Nachfolger Oliver Körner alt, der sich seit dem 1. März gemeinsam mit ihm auf die Leitung der Knabenkapelle vorbereitete. Der Oberbürgermeister nahm nun den Dirigentenstab von Georg Winkler entgegen und reichte ihn Oliver Körner weiter: „Sie können ein wohl bestelltes Orchester übernehmen, das sich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen freut.“

Eine Bildergalerie gibt es online unter rieser-nachrichten.de/bilder

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