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Gastronomie

06.11.2019

Das Nördlinger Café Radlos bekommt neue Pächter

Das Nördlinger Café Radlos bekommt neue Pächter.
Bild: Ronald Hummel

Plus Mimo Ghonim feiert am Samstag seinen Abschied. Was im Kult-Café künftig geboten wird.

Im Sommer 2013 hat Mimo Ghonim das Café Radlos in der Löpsinger Straße in Nördlingen übernommen – am kommenden Samstag feiert er dort seinen Abschied als Pächter. Der Grund dafür: „Meine Erfahrung in der Gastronomie hat mir gezeigt, dass man irgendwann etwas Eigenes braucht, ohne Miete zu zahlen.“ Jetzt ist Ghonim 35 Jahre alt und sieht den Zeitpunkt dafür gekommen. Er will aber auf jeden Fall in Nördlingen bleiben und abwarten, was sich ergibt. „Hier ist noch Platz für viele Kneipen“, sagt er und lacht. Außerdem habe er durch das Radlos viele Freunde gewonnen, die er nicht mehr missen möchte. Seine Liebe zur Stadt geht so weit, dass er sich politisch engagieren will und für die CSU für den Stadtrat kandidiert.

Auf die Radlos-Zeit blickt er gerne zurück: „Es ist gut gelaufen, unter den fast sieben Jahren war kein schlechtes.“ Besonders stolz ist er auf den „Acoustic Monday“ mit Auftritten von Laienmusikern: „Der ist zum Kult im ganzen Ries geworden.“ Ghonim will jetzt erst einmal einige Wochen eine Auszeit genießen und hat es nicht eilig mit dem neuen Geschäft – schließlich hat er noch weitere Standbeine. So trägt er die Titel Kaffee-Barrista, also Kaffee-Fachmann, und Master Barkeeper, gibt Kurse und wirkt mit bei Kaffee-Events einer großen Kaffeemarke, er führt Kaffee- und Cocktailbars bei Veranstaltungen großer Firmen.

Neue Pächter wollen zwischen dem 22. November und dem 1. Dezember eröffnen

Die neuen Pächter lassen nicht lange auf sich warten: Eine Frau und ein Mann, die ihre Namen erst zur Neueröffnung bekannt geben wollen, übernehmen das Radlos zwischen dem 22. November und dem 1. Dezember; je nachdem, wie schnell sie sich einrichten können. „Wir werden das Lokal zu 90 Prozent so führen wie bisher“, erklärt die neue Pächterin gegenüber unserer Zeitung. Lediglich einige Gerichte werden geändert, der Schwerpunkt soll noch stärker in Richtung italienische Küche gehen. Der „Acoustic Monday“ soll ebenso beibehalten werden wie die Musikkonzerte im Lokal. In einiger Zeit werde dann vielleicht auch der Keller zu Musikveranstaltungen wiedereröffnet. Neu im Tagesbetrieb sollen die Öffnungszeiten sein: Es wird keinen Ruhetag geben, täglich soll von 8 bis 23 Uhr geöffnet sein; freitags und samstags bis 24 Uhr. Dank relativ vieler Mitarbeiter lasse sich dies gut bewerkstelligen. Eine weitere Neuerung: täglich von 8 bis 11 Uhr wird Frühstück angeboten.

Das Gasthaus hat eine rund 500-jährige Tradition in Nördlingen: Es wurde 1501 von einem Wagner erbaut, der alsbald auf Wirt umsattelte. Eines seiner Wagenräder hängte er als Wirtshausschild auf, was 1566 erstmals urkundlich erwähnt wurde; das Wirtshaus bestand wohl schon deutlich länger. Ab 1755 nannte sich das Wirtshaus „Goldenes Rad“ und besaß eine eigene Brauerei, die bis 1921 in Betrieb war. 1957 bis 1977 führte die Familie Andrassy das Goldene Rad als gutbürgerliches Gasthaus. Die Andrassys betrieben die zugehörige Kegelbahn durchgehend weiter, von 1977 bis 1989 führte Gerd Wittenberg das Gasthaus als Pächter. 1989 kam dann der Wechsel zum Kult-Café: Die Kegelbahn schloss, die junge Generation der Familie Andrassy übernahm das Lokal als Café Radlos und entkernte den Innenraum. 2013 folgte Mimo Ghonim als Pächter; Conny Andrassy führt bis heute die Ziegelmühle bei Munningen als Ausflugslokal.

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