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Wissenschaft

23.03.2015

Das Ries kommt ins japanische Fernsehen

Ein Filmdreh im Ries: Direktor Toshiyuki Tschuchiya, Claudia Trepiciano, Gisela Pösges, Kameramann Chisato Ushiyama und Soichi Toyota (von links).

Im Mai wird es in der japanischen Wissenschaftssendung „The Cosmic Front“ auch um den Krater gehen. Dazu war die Filmcrew vor Ort in Nördlingen. Wie es dazu kam und was die Zuschauer erwartet

Das Ries kommt nach Japan. Der japanische Fernsehsender NHK drehte vor Kurzem einen Beitrag für die Wissenschaftssendung „The Cosmic Front“ in Nördlingen und im Rieskrater sowie im Nachbarkrater Steinheimer Becken. Der Fernsehsender war auf den Rieskrater aufmerksam geworden, weil Teilnehmer einer japanischen Mondmission zur Vorbereitung der Mission bereits 2006 ein geologisches Feldtraining mit Gisela Pösges durchgeführt hatten, der stellvertretenden Museumsleiterin des Rieskrater-Museums.

Die Film-Crew war aus Boston angereist. Dort hatte sie in einem Labor gedreht, in dem sich Wissenschaftler mit erdnahen Asteroiden beschäftigen, die der Erde potenziell gefährlich werden können. Danach kamen die japanischen Fernsehleute ins Ries. Die Crew führte zunächst zwei Hubschrauberflüge über das Nördlinger Ries und das Steinheimer Becken durch. Danach wurde im Lindle, Erlebnis-Geotop am südwestlichen Kraterrand, und im ehemaligen Suevitsteinbruch „Alte Bürg“ sowie am Burgstall gefilmt, einem Kraterrand des Steinheimer Beckens. Gisela Pösges erklärte der japanischen Film-Crew, was es mit dem Krater auf sich hat. Sie ging auf die Kraterbildung, die Suevitentstehung und die Forschungsgeschichte des Nördlinger Rieses ein. Pösges erläuterte zudem die Entstehung des Doppelkraters Steinheimer Becken und Nördlinger Ries.

Die japanischen Fernsehleute drehten vom Kirchturm der St.-Georgs-Kirche, dem Daniel, und machten Aufnahmen sowohl von der Stadt als auch vom Krater. Die Filmcrew setzte sich aus dem Direktor Toshiyuki Tschuchiya, dem Kameramann Chisato Ushiyama, dem Assistenten Shoichi Toyota und einer Produzentin aus Rom, Claudia Tripiciano, zusammen.

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Die Japaner zeigten sich dabei fasziniert vom geschlossenen Stadtmauerring der Stadt Nördlingens, der die ungefähre Größe des Asteroiden aufweist, der vor etwa 15 Millionen Jahren den Rieskrater bildete. Die Dreharbeiten zu „The Cosmic Front“ wurden in der St.-Georgs-Kirche fortgesetzt, nächster Drehort war das Rieskrater-Museum. Dort nahm das Filmteam eine Führung durch das Museum mit Studenten der Geografie aus Würzburg auf und interviewte sie zum Thema Riesentstehung. Ganz besonders interessant fanden die japanischen Fernsehleute das Vorkommen von Diamanten im Riesgestein Suevit, die sie im Museum durch ein Mikroskop filmten.

Ein abschließendes Interview mit Gisela Pösges fand im Zentrum für Rieskrater- und Impaktforschung Nördlingen statt. Neben den geologischen und mineralogischen Besonderheiten des Rieskraters wurde im Interview aber auch die mittelalterliche Stadt besonders hervorgehoben, die sogar die Kulisse in einem japanischen Manga stellt. Das Ries war zugleich nicht das Ende der Dreharbeiten für den Film. Nach ihren Arbeiten in Nördlingen flog die Filmcrew nach Sizilien, um in Palermo zu drehen, da dort 1801 der erste Asteroid „Ceres“ durch den Sizilianer Giuseppe Piazzi entdeckt wurde. Der Beitrag wird voraussichtlich schon im Mai im NHK in Japan und dann weltweit ausgestrahlt. (pm)

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