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Rieser im Dritten Reich (3)

15.08.2020

Das Schicksal eines 18-Jährigen Nördlingers im Dritten Reich

Die Taufe des Flugzeugs „Manfred von Richthofen“.
Bild: Privatbesitz Heiner Holl

Plus Mit 18 Jahren fällt der Nördlinger Hans Brehm als Flieger im Zweiten Weltkrieg. Die Ausstellung "13 Jahre – 13 Dinge" im Stadtmuseum Nördlingen erzählt seine und weitere Geschichten.

Im Dritten Reich hatte es bei den Ofnethöhlen ein Flugfeld gegeben. Der Nördlinger Fliegersturm plante dort für Sonntag, 5. August 1934, die festliche Taufe des neuen Flugzeugs auf den Namen „Manfred von Richthofen“. Viele Buben begeisterten sich in dieser Zeit für den Flieger.

Die Ausstellung „13 Jahre – 13 Dinge“ von Andrea Kugler im Stadtmuseum Nördlingen zeigt 13 Jahre Nationalsozialismus mit passenden Biografien aus dem Ries auf. Wie berichtet, begleiten wir diese Ausstellung mit der Artikel-Serie „Rieser Biografien aus dem Dritten Reich“. Diesmal geht es um Hans Brehm.

Viele Jungen aus dieser Zeit träumten von einer Karriere als Jagdflieger

Das Nördlinger Lehrerkind Hans Brehm war zum Zeitpunkt der Taufe des Flugzeugs „Manfred von Richthofen“ erst acht Jahre alt. Mit dem Tod von Reichspräsident Paul von Hindenburg am 2. August 1934 musste die Tauffeier jedoch auf Sonntag, 11. August, verschoben werden. Der deutsche Jagdflieger errang bereits im Ersten Weltkrieg als Einzelpilot die meisten Luftsiege und rief deshalb bei der Jugend große Bewunderung hervor. Viele Jungen zu dieser Zeit träumten von einer ähnlichen Karriere – so auch Hans Brehm, schreibt Kugler.

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Hans Brehm besuchte 1940/41 die fünfte Oberrealschulklasse der Oberschule für Jungen in Nördlingen. Sein Vater war dort Schulleiter und Lehrer für neuere Sprachen, Studiendirektor Dr. Karl Brehm. Hans war das einzige Kind von Karl und Marie Brehm. Bereits 1940 verließen etliche Schüler, die drei oder vier Jahre älter als Brehm waren, die Schule als Kriegsfreiwillige. Hans Brehm wollte offensichtlich auch nicht allzu lange warten, schildert Kugler.

Nördlingen im Zweiten Weltkrieg: Beileidsschreiben an die Eltern

Seiner Traueranzeige zufolge meldete sich der Abiturient Hans Brehm freiwillig zum Kriegsdienst als Flieger. Schwer verwundet starb er mit 18 Jahren am 26. September 1944 in einem Feldlazarett.

Museumsleiterin Andrea Kugler zitiert ein Beileidsschreiben an die Eltern, in dem es hieß: „In den schweren Kämpfen im Westen hat ihr Sohn, Kriegsfreiwilliger Hans Brehm am 26. September 1944 den Heldentod erlitten. Namens der NSDAP-Ortsgruppe Nördlingen spreche ich Ihnen zu dem schweren und unersetzlichen Verlust die aufrichtige Anteilnahme aus. In edler und treuer Pflichterfüllung hat auch Ihr Sohn sein Leben für Führer, Volk und Vaterland dahingegeben; er opferte sein Höchstes, damit Deutschland lebe. Möge das Bewußtsein, daß Ihr Sohn sein junges Leben für ein hohes Ziel gegeben hat und, daß sein Heldentod mit dazu beiträgt, die Zukunft unseres Reiches und Volkes zu sichern, ein schwacher Trost in Ihrem Schmerze sein. In den Reihen der jungen Helden Großdeutschlands wird der Name Ihres Sohnes stets unvergessen bleiben. Heil Hitler!“ Das Beileidsschreiben für die Eltern von Hans Brehm wurde vom Ortsgruppenleiter der NSDAP, Richard Schweizer, verfasst.

Die aktuelle Ausstellung „13 Jahre – 13 Dinge“ ist im Nördlinger Stadtmuseum dienstags bis sonntags von 13.30 bis 16.30 Uhr zu sehen.

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