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Das müssen uns die Kliniken im Landkreis wert sein

Kommentar Von Martina Bachmann
15.11.2018

Das gKU erwirtschaftet 2018 voraussichtlich ein Defizit von rund 1,5 Millionen Euro. Im Vergleich zu den Nachbarn ist das wenig.

Rund 1,5 Millionen Euro Defizit wird das gKU in diesem Jahr voraussichtlich erwirtschaften. Eine Zahl, die üblicherweise die Kritiker auf den Plan ruft. Die, die fordern, dass Krankenhäuser und Seniorenheime gefälligst profitabel arbeiten sollen. Ja, dass der Landkreis doch eigentlich Geld mit dem Gesundheitswesen verdienen sollte. Doch all diese Kritiker schwiegen gestern im Donau-Rieser Kreistag – und das war auch gut so.

Denn man könnte die Höhe dieses Defizites schon fast als harmlos bezeichnen, wenn man sich ansieht, mit welchen Zahlen sich die Verantwortlichen im benachbarten Ostalbkreis herumschlagen müssen. Die Krankenhäuser in Ellwangen, Mutlangen und Aalen werden in diesem Jahr nach aktuellen Berechnungen wohl ein Minus von satten 12,5 Millionen Euro erwirtschaften. Und auch im Nachbarlandkreis Dillingen sah es 2017 deutlich düsterer aus als im Donau-Ries. Damals betrug das Defizit der Kreiskliniken Dillingen-Wertingen 3,97 Millionen Euro. Und nur nebenbei: Die Geburtshilfe in Dillingen musste 2018 sogar zeitweise geschlossen werden, weil Personal fehlte.

Die kleinen Allgemeinkrankenhäuser sind nicht ausreichend finanziert

Die kleinen Allgemeinkrankenhäuser in Deutschland werden über die Krankenkassen und die Zuschüsse nicht so gut finanziert, wie es nötig wäre. Wer deshalb einen harten Sparkurs von den Kliniken und Seniorenheimen fordert, der sollte sich nur für eine Minute in die Situation eines Patienten beziehungsweise Bewohners hinein versetzen. In die kann man bekanntlich schneller geraten, als es einem lieb ist. Die Krankenhäuser brauchen genügend Personal, brauchen Investitionen in moderne Geräte. Und solange der Bund seine finanziellen Versprechen nicht einlöst, wird dem Landkreis nichts anderes übrig bleiben, als immer wieder Geld zuzuschießen. So wie zuletzt, als so zusätzliche Pflegekräfte eingestellt werden konnten.

Den Bericht zur Kreistagssitzung lesen Sie hier. Mehr Infos zur Geburtshilfe in Aalen gibt es hier.

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