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Nahverkehr

30.11.2019

Das sagen die Gemeinden im Ries zum Rufbussystem „Nö-Mobil“

So könnte ein Haltepunkt für den Rufbus aussehen.

Plus Was die Bürgermeister im Nördlinger Ries zum neuen Rufbussystem sagen und warum nicht nur die Finanzierung zu Diskussionen führt.

Einwohner in kleineren Orten sind mit ihrem Nahverkehr wesentlich unzufriedener als die Bewohner größerer Städte. Das zeigen die Ergebnisse einer Umfrage des Deutschen Instituts für Urbanistik zum Mobilitätsverhalten in Bayern. Schaut man sich die aktuellen Linienverkehrspläne im Nördlinger Ries an, sieht man viele Lücken im Netz. Nur einmal am Tag fährt beispielsweise ein Bus von der Haltestelle „Wallerstein Altenheim“ nach Nördlingen – und das um 6.36 Uhr. Doch wie gut ist das Rufbussystem Nö-Mobil, das den öffentlichen Nahverkehr auf dem Land verbessern soll?

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Das Rufbussystem „Nö-Mobil“ soll 578 mögliche Haltepunkte in und um Nördlingen bedienen (wir berichteten). In Nördlingen, Löpsingen, Deiningen, Möttingen, Ederheim, Reimlingen und Wallerstein plus den jeweiligen Stadt- und Ortsteilen sollen die Rufbusse in einer dreijährigen Testphase fahren. Sie sind laut Jörg Schwarzer, Inhaber der gleichnamigen Verkehrsfirma, eine Ergänzung zum Stadt- und Linienbus. Die Haltepunkte sollen in einem Abstand von fußläufig 200 Metern verfügbar sein, sodass man beispielsweise von seinem Wohngebiet in Nördlingen zum Supermarkt am anderen Ende der Stadt komme. Oberbürgermeister Hermann Faul war in der vergangenen Hauptausschusssitzung von dem Rufbusprojekt begeistert. Doch was sagen die umliegenden Gemeinden zu der Nahverkehrssituation und „Nö-Mobil“?

Nö-Mobil: In Wallerstein soll das Angebot bald diskutiert werden

Schwarzer hat bereits mit einigen Gemeindevertretern über „Nö-Mobil“ gesprochen, so auch mit Wallersteins Bürgermeister Joseph Mayer. „Jeglicher Ausbau des ÖPNVs ist wichtig und gut“, sagt Mayer. In einer der kommenden Gemeinderatssitzungen sollen das System und die Kostenbeteiligung mit den Gemeinderäten diskutiert werden. Auch für Reimlingen ist es laut Bürgermeister Jürgen Leberle absolut sinnvoll, den Nahverkehr auszubauen. Momentan sehe er den Bedarf eher bei den Älteren, denn die seien oft auf den Bus angewiesen. „Aber ich schließe da mich nicht aus, vielleicht werd’ ich auch mal einen Rufbus nehmen“, sagt Leberle.

Das sagen die Gemeinden im Ries zum Rufbussystem „Nö-Mobil“

Wilhelm Rehklau, Bürgermeister von Deiningen, hat das Thema bereits mit seinen Gemeinderäten besprochen. „Wir stehen ,Nö-Mobil’ positiv gegenüber“, sagt er. Aufgrund der aktuellen Taktung der Busse ist ein Rufbus laut ihm auf jeden Fall eine Verbesserung für den ÖPNV und ein stückweit mehr Flexibilität. „Es ist sicherlich für alle attraktiv, nicht nur für die Älteren“, meint Rehklau. Löpsingens Ortssprecherin Gudrun Gebert-Löfflad sieht das ähnlich. „Ich habe zufällig mit meinem 15-jährigen Sohn darüber gesprochen, der würde auch mit dem Rufbus fahren“, sagt sie. Auch als Mutter sieht sie den Vorteil, gerade wenn es darum geht, dass Jugendliche beispielsweise dreimal in der Woche in das Fußballtraining nach Nördlingen gefahren werden müssen. Für Löpsingen sind laut Schwarzer 17 mögliche Haltepunkte geplant. Der einzige Nachteil, den Gebert-Löfflad anmerkt: „Man muss jedes Mal anrufen, auch wenn man jede Woche zur gleichen Zeit an den gleichen Ort will.“ Was ihr „etwas befremdlich“ vorkommt, ist der Finanzierungsplan: Da es die Möglichkeit gebe, dass zwei Drittel der Landkreis trage und ein Drittel die Stadt, wäre es ihrer Meinung nach „ein schönes Zeichen“, wenn der Landkreis den größeren Teil übernehme, anstatt der im Stadtrat beschlossenen Halb-Halb-Lösung (wir berichteten).

Es gibt auch Kritik für das Rufbussystem Nö-Mobil

Erwin Seiler, Bürgermeister von Möttingen, vermutet, dass viele aus Appetshofen oder Kleinsorheim den Bus annehmen würden. Auch unter dem Aspekt des Klimaschutzes könne er sich vorstellen, dass einige Möttinger das Auto in Zukunft öfter stehen lassen. Ederheims Bürgermeisterin Carolin Zehnpfennig-Doleczik denkt, dass das Prinzip gut ist. Vor allem für die älteren, gehbehinderten Bürger, die am Berg wohnen, seien die vielen Haltepunkte von Vorteil. Der Ruflinienbus, der vergangenes Jahr eingeführt wurde, ist laut ihren Angaben nur wenig genutzt worden. „Ich weiß auch nicht, ob ein Rentner 8,40 Euro zahlt, um nach Nördlingen und zurück zu kommen“, sagt Zehnpfennig-Doleczik in Bezug auf „Nö-Mobil“.

Der Zonenplan ist in Waben angeordnet, von Nördlingen bis Ederheim sind es vier Waben, die für den Endkunden bei 4,20 Euro pro Fahrt liegen. In einer Sitzung am Montag wird die Bürgermeisterin mit den Ederheimer Gemeinderäten über „Nö-Mobil“ diskutieren.

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