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Geschichte

11.04.2013

Das stolze Nördlinger Tor endete im Kanal

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Dieses Baugesuch von 1833 zeigt die einzige Ansichtvon der Stadt aus.

Reste in Bopfingen entdeckt. Baugrube wieder verfüllt

Bopfingen Neben dem Birntor, war das Nördlinger Tor eines der beiden mächtigen Tore der Stadtmauer der freien Reichstadt Bopfingen. Im Zuge der Kanalauswechslung in der Hauptstraße in Bopfingen sind jetzt Reste dieses Stadttors zum Vorschein gekommen.

Auf Höhe der Einfahrt zwischen der Metzgerei Böhm und dem Blumenhaus Fried stießen Bauarbeiter auf das, stadtauswärts betrachtet, linke Seitenfundament des Nördlinger Tors. Weiter in Richtung Kreuzung legten sie die Reste zweier Bögen der dazugehörigen, steinernen Brücke frei.

Doch das Intermezzo der alten Mauern im hellen Tageslicht währte nur kurz. Inzwischen wurden die davor verlaufenden Kanalschächte ausgetauscht und die Baugrube wieder verfüllt. „Das war auch so geplant“, erklärt Stadtbaumeister Roland Scholz. Dass die Stadtmauer der ehemals freien Reichstadt in diesem Bereich verlaufen sein musste, war bereits seit dem Ausbau des Kanalnetzes in den 1960er Jahren bekannt, so Scholz.

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Baggerfahrer sollte besonders vorsichtig sein

Bürgermeister Gunter Bühler bestätigt dies: „Wir haben den Baggerfahrer deshalb ausdrücklich gebeten, in diesem Bereich besonders vorsichtig zu sein“, sagt er. Allerdings habe er gehofft, ein wenig mehr Mauer zu finden, vielleicht sogar das in manchen Quellen beschriebene Verlies für Schwerverbrecher. Leider seien von dem, im 14. Jahrhundert im Zuge der Stadterweiterung erbauten, 1444 erstmals erwähnten Nördlinger Tor, nur mehr ein knappes Dutzend behauene Quader übrig. „Die anderen Suevitquader sind bei seinem Abbruch 1841 verkauft und bei Kirchenbauten und Privathäusern verwendet worden“, sagt Bühler.

Auch wenn die Baugrube schon wieder zugeschüttet ist, so wurden die Funde doch wenigstens dokumentiert. „Dazu wurden die Bauteile mittels vieler Einzelpunkte in Höhe und Lage genau aufgemessen“, erklärt Scholz.

Am Computer verband er die einzelnen Punkte und verglich das Ergebnis mit der Urkarte der Stadt aus dem Jahr 1829. Die Vermessung der Mauerreste bestätigte annähernd den stattlichen Grundriss des Stadttores mit sieben Metern Breite und acht Metern Länge.

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