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30.07.2016

Debatte über Wildpferde an der Sechta

Mancher Kirchheimer sieht das Projekt kritisch

In der Gemeinde Kirchheim zeichnet sich ein Konflikt zwischen Gegnern und Befürwortern eines Projektes ab, das vom früheren Forstdirektor Werner Vonhoff initiiert wurde und jetzt den Gemeinderat beschäftigte. Es geht um Wildpferde an der Sechta nahe Oberdorf, die Vonhoff auf einer Teilfläche eines renaturierten Bereiches der Sechta, der im Eigentum des Bodenverbandes Sechta-Eger ist, etablieren und eine weitere Attraktion schaffen will.

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Nachdem in dem Naherholungsgebiet mit einer großen Artenvielfalt bereits seit geraumer Zeit ein Projekt mit Auerochsen läuft und nach anfänglichen Problemen mittlerweile von der Bevölkerung als Tourismusangebot angenommen wird, erhofft sich Vonhoff mit den Pferden einen ähnlichen Erfolg. Der Forstexperte wies in dem Zusammenhang darauf hin, dass sowohl die Auerochsen als auch Wildpferde das Gebiet naturnah beweiden würden.

Von der Mehrheit des Gemeinderates wurde das Vorhaben grundsätzlich begrüßt und als weitere Attraktion für Touristen, vor allem Familien mit Kindern, gewertet.

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Bedenken äußerten hingegen die Gemeinderäte, die der Landwirtschaft und der Jagd nahestehen. Kurt Götz zum Beispiel. Er wies auf zu erwartende Konflikte mit dem Jagdpächter hin, der geneigt sein könnte, weniger Pacht zu zahlen, weil er ein weiteres Teilstück der betroffenen Fläche nicht mehr bejagen könne. Von Johannes Strauß kam ebenfalls Kritik. Bevor man ein solches Projekt angehe, müsse mit den Jägern und Landwirten sowie dem Bodenverband Sechta-Eger gesprochen werden. Strauß schlug vor, dies bald zu tun, bevor das Vorhaben weiterbetrieben werde. Der Dialog stehe hier zunächst im Vordergrund, sagte Strauß. Auch Bürgermeister Willi Feige plädierte für Gespräche zwischen den Betroffenen. Ob das Vonhoff-Projekt zum Tragen komme, müsse letztlich der Bodenverband entscheiden, so Feige. Er stehe gerne für einen Dialog bereit, betonte Vonhoff und zeigte sich pragmatisch. „Wenn dieses Projekt nichts wird, mache ich halt ein anderes.“

Bürgermeister Feige berichtete im Verlauf der Sitzung von der jüngsten Bürgerversammlung im Ortsteil Benzenzimmern. Hauptthemen seien die Bereitstellung von weiterem Bauland und die anstehende Sanierung der Hauptstraße samt Kanalnetz gewesen. Die Arbeiten sollen laut Feige in den Jahren 2017 und 2018 über die Bühne gehen. Ortsvorsteherin Ilse Weber meinte, das Thema Bauland sollte zügig angegangen werden, weil derzeit in Benzenzimmern nur noch ein Bauplatz zur Verfügung stehe. Sie hätten bereits mehrere Anfragen erreicht. „Es wäre schade, wenn diese Bauwilligen woanders hingehen würden, weil es bei uns keinen Platz mehr gibt“, sagte Weber.

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