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Verkehr

31.10.2019

Debatte über die B25-Brezel

Die Grünen haben eine Veranstaltung initiiert, bei der Kritiker der geplanten B25-Brezel-Lösung zu Wort kamen.
Bild: Egetemeier

Grüne initiieren Veranstaltung, bei der Kritiker der aktuellen Planung zu Wort kommen

Zur Diskussion um den geplanten dreispurigen Ausbau der B 25 zwischen Nördlingen und Möttingen kamen am Dienstagabend rund 80 Interessierte ins Jufa-Hotel. Auf Einladung von Grünen-OB-Kandidat Wolfgang Goschenhofer entwickelte sich mit Landwirt Georg Schabert senior, der als direkt Betroffener noch im Rechtsstreit mit dem Freistaat Bayern um den 1. Bauabschnitt steckt, und Verkehrsplaner Dr. Martin Vieregg, seinem Gutachter, eine rege Diskussion.

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Goschenhofer sagte, sein Ziel sei es, Alternativen zum angedachten Ausbau zu finden und dadurch Bewegung in die aktuelle Planung zu bekommen. Schabert betonte, er wolle keinen weiteren Ackerboden verlieren, wenn nicht über alternative Lösungen nachgedacht werde. Vieregg sprach sich für eine Gesamtlösung aus, die langfristig Sinn mache und nicht durch Standardlösungen der staatlichen Straßenplanung bestimmt werden dürfe.

Als neuen Aspekt stellte Vieregg den Schutz der Wiesenweihe zwischen dem Mittelweg und Möttingen vor, weshalb die Straße dort aus seiner Sicht ein Provisorium bleiben würde. Die aktualisierten Pläne des Staatlichen Bauamts Augsburg wiesen die Straße nun als Entwurfsklasse 1 aus. Das bedeute, dass Kreuzungswege, wie auch ein Kreisverkehr, nicht erlaubt seien und landwirtschaftlicher Verkehr unter einer bestimmten Geschwindigkeit darauf nicht zulässig sei. Weshalb eine Parallelstraße für Radfahrer und Traktoren nötig sein könnte, so Vieregg.

Debatte über die B25-Brezel

Als Alternative zeigte der Planer die „Variante Steppachgraben“ als Zubringer zur B 25 auf. Damit werde nur eine Straße zwischen Nördlingen und Möttingen ausgebaut und weniger Land verbraucht. Mit zu bedenken sei auch die Aufrechterhaltung der Verbindung zwischen Balgheim und Grosselfingen und die Zufahrt der Landwirte zu ihren Feldern. Bei bestimmten Planvarianten könne eine Ausweich-Durchfahrt durch Balgheim mit um die 800 Fahrzeugen pro Tag entstehen, warnte Vieregg. Kritiker führten jedoch an, dass die Zuführung Steppachgraben ebenfalls einen landverbrauchenden Ausbau benötige, sich auf beiden Seiten der B 25 Biotope befänden, der Grund überschwemmungsgefährdet sei und ein von Reimlingen geplantes Baugebiet dagegen spräche. Damit kamen der Heuweg und der Mittelweg als mögliche Zubringer wieder ins Gespräch. Einig waren sich die Anwesenden, dass sie an einer flächenschonenden Gesamtlösung interessiert seien. Die vom Staatlichen Bauamt Augsburg bereits verworfene Diagonallösung wurde ebenfalls diskutiert. Sie schließt an den Heuweg an und verbraucht weniger Fläche als die Brezel-Lösung.

Schabert sagte, grundsätzlich sei es die Aufgabe des Straßenbauamtes zu überprüfen, mit welcher Ausbaumaßnahme am wenigsten Land verbaut werde, und mit den Betroffenen den sinnvollsten Verkehrsverlauf zu erörtern. Was gerade geschehe, ist aus seiner Sicht eine politische Entscheidung, bei der sich das Staatlichen Bauamt Augsburg mit seinen Vorstellungen über die Interessen der Anwohner hinwegsetze.

Bis zum 4. November sei es noch möglich, Einsprüche gegen den zweiten Bauabschnitt zwischen Nördlingen und Möttingen an die Regierung von Schwaben zu erheben, informierten Schabert und Vieregg. (eget)

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