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28.02.2018

Deiningen bekommt keinen Mobilfunkmast im Ort

Die Mehrheit der Mitglieder im Deininger Gemeinderat hat einen Mobilfunktmasten innerhalb des Ortes beim Sportgelände abgelehnt. Bürgermeister Wilhelm Rehklau soll jetzt nochmals mit der Telekom verhandeln.

Der Gemeinderat lehnt einen Standort in der Nähe des Sportgeländes ab. Den hatte die Telekom favorisiert. Welche Argumente sie dafür hatte.

Der Gemeinderat Deiningen tut sich weiterhin schwer mit einem neuen Mobilfunkmast der Deutschen Telekom im Gemeindegebiet. Dies wurde einmal mehr in der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich. Aktuell wird über einen Standort im Gewerbegebiet Mittleres Ries I in der Nähe des Sportgeländes diskutiert. Im November vergangenen Jahres hatte der Gemeinderat mehrheitlich beschlossen, im Rahmen eines Mobilfunkpaktes der Telekom Standortvorschläge zu machen.

Nach einer intensiven und teilweise kontroversen Aussprache votierte der Gemeinderat mehrheitlich gegen den von der Telekom inzwischen favorisierten Bereich beim Sportplatz. Bürgermeister Willi Rehklau will nun mit dem Unternehmen nochmals reden und versuchen, den Verantwortlichen einen weiter außerhalb des Ortes liegenden Standort schmackhaft zu machen. Sollte die Telekom nicht darauf eingehen, könnte es gut sein, dass sie auf private Grundstücke im Innerortsbereich zurückgreife, gab Rehklau zu bedenken. In diesem Fall habe die Kommune kaum mehr Einfluss. Deutliche Bedenken gegen einen Mast am Sportplatz äußerten vor allen die Gemeinderäte Sonja Gernhäuser-Weng, Ulf Kunze und Hans-Jürgen Wagner. Für sie steht zunächst das Wohl der Bürger im Vordergrund, wie sie betonten. „Warum holen wir uns die Telekom ins Dorf und konzentrieren uns nicht auf einen Standort außerhalb?“, fragte Gernhäuser-Weng. Die Gemeinde müsse bei solchen Entscheidungen in erster Linie an die Anwohner denken, die unter der Strahlenbelastung zu leiden hätten.

Strahlung innerhalb der Gemeinde geringer, als außerhalb

Kunze sieht sich als Gemeinderat in der Pflicht, die Deininger vor möglichen Gefahren zu schützen. Zweifel meldete er zudem an der Behauptung der Mobilfunkanbieter an, sie würden die zulässigen Grenzwerte bei der Strahlenbelastung nicht überschreiten. „Das sind willkürlich festgelegte Zahlen ohne wirklichen Nachweis, dass sie zu keinen gesundheitlichen Schäden für die Bevölkerung führen“, meinte Kunze, der im Hauptberuf Arzt ist.

Bürgermeister Rehklau verwies auf Aussagen der Telekom, wonach die durchschnittliche Strahlenbelastung bei einem Mast innerhalb der Gemeinde wesentlich geringer sei als bei einem Standort außerhalb der Ortsgrenzen. In einem solchen Fall müsse die Antenne nämlich mit viel höherer Intensität strahlen, um eine Mobilfunkabdeckung zu gewährleisten. Dieses Argument war auch für Gemeinderat Leo van Bree nachvollziehbar, weshalb er sich einen Mast am Sportplatz durchaus vorstellen könne. Van Bree beklagte in diesem Zusammenhang die schlechte D1-Versorgung in Deiningen, die sich durch einen neuen Sendemast erheblich verbessern würde.

In einer der nächsten Sitzungen will der Rathauschef über die Gespräche mit der Telekom informieren. Was dabei herauskomme und wie es dann weitergehe, werde man sehen, sagte Rehklau gestern gegenüber unserer Zeitung.

Unstrittig war hingegen das Votum des Gremiums, den Regenwasserkanals in der Ortsdurchfahrt im Zuge der Staatsstraße 2213 zu sanieren. Mit den Bauarbeiten soll im Sommer dieses Jahres begonnen werden, wie Reinhard Pfost vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Nördlingen in der Sitzung ankündigte. Im kommenden Jahr wolle das Staatliche Bauamt die Hauptstraße einer grundlegenden Sanierung unterziehen.

Die Kosten für die Kanalsanierung bezifferte Pfost auf 375000 Euro abzüglich eines Zuschusses, den er auf rund 120000 Euro schätzt.

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