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AWV

13.04.2015

Den Müll der anderen aufgesammelt

„Solche Aktionen sind genauso wichtig für den Zusammenhalt wie Training und Spiel.“Wolfgang Benning

Tausende Helfer im Landkreis beteiligten sich an der Aktion. Auch der SV Amerdingen

Von Jim Benninger

Amerdingen Wer am Samstag durchs Ries fuhr, der sah Menschen in gelben Westen, die mit Wagen und Anhängern durch die Dörfer fuhren und dort allerlei Müll aufluden. Der Abfallwirtschaftsverband Nordschwaben hatte zu seiner Aktion „Der AWV räumt auf“ aufgerufen. Im vergangenen Jahr hatten daran rund 400 Gruppen mit zusammen circa 8000 Freiwilligen mitgemacht, die gute 600 Kubikmeter Unrat in nordschwäbischen Gemeinden einsammelten. Und auch in diesem Jahr waren viele unterwegs: Insgesamt gab der AWV 5000 gelbe Warnwesten an die Helfer aus.

Viele sind seit Jahren, andere sogar seit Beginn der Aufräumaktion dabei, sagt AWV-Werkleiter Gerhard Wiedemann. Dazu gehört unter anderem der SV Amerdingen, wenngleich seine diesjährige Besetzung zu den jüngsten im Verein gehört. Zum zweiten Mal beteiligten sich die F-Junioren, also die Sechs- bis Achtjährigen, mit ihren Betreuern an der Aktion. Mitgeholfen hat ein Dutzend Buben und Mädchen im Alter von bis zu zwölf Jahren. Alle waren mit Begeisterung dabei, so die beiden Betreuer. „Solche Aktionen sind genauso wichtig für den Zusammenhalt wie Training und Spiel“, sagt Wolfgang Benning, früher im Vorstand des SVA, jetzt „nur“ noch einer der beiden F-Jugend-Betreuer. „Das reicht bei einer jungen Familie mit zwei Jungen“, so Benning, der die Betreuung seit zwei Jahren mit Thomas Müller bewerkstelligt. Auch heuer stellten sie einen Pkw mit Anhänger zur Verfügung, um mit den Kinder eine Runde durchs Dorf zu drehen. „Wir kennen schon die neuralgischen Punkte“, sagt Müller, dazu gehören Schule, Sportplatz oder das Gelände am Dorfladen. Es sei klar, dass dort, wo die meisten Menschen unterwegs sind, auch der meiste Müll liegt, sagt Müller. Und dazu gehören auch in Amerdingen meist Dosen, Verpackungen, Holz, Folien oder Flaschen. „An einer Stelle finden wir zum Beispiel immer wieder Weinflaschen, entweder wird dort regelmäßig gefeiert oder sie werden aus dem Autofenster geworfen“, sagt Benning. Er erinnert sich an das bisher spektakulärste Stück in den vergangenen Jahren: einem kompletten alten Autositz.

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Bereits um neun Uhr machte sich die Gruppe in Arbeitskleidung auf den Weg. Und das diese nötig war, sah man allen bei der Rückkehr an. Schmutzig, aber zufrieden erzählten sie, was an der Kessel passiert war: Dort hatten sich zerrissene Folien verfangen und als die Gruppe sie aus dem Bach zog, holte sich eben mancher auch ein paar Spritzer oder einen nassen Schuh ab. Aber das war schnell vergessen, als die Kinder nach zwei Stunden und einigen absolvierten Kilometern wieder an ihrem Ausgangspunkt, dem Amerdinger Sportheim, ankommen. Dort haben Nina Benning und Sonja Müller bereits Getränke und eine Brotzeit vorbereitet, die zahlt traditionsgemäß der AWV. Schließlich brachten die Erwachsenen den Müll auf den nächsten Recyclinghof bei Thalheim und alle gingen mit der Gewissheit nach Hause, wieder einmal etwas Wichtiges für die Sauberkeit ihres Dorfes gemacht zu haben.

Schwerpunktmäßig geht es bei der Aktion für Schulen und Vereine am kommenden Samstag weiter. Dazu gab der AWV insgesamt 5000 Warnwesten an die engagierten Helfer aus, die in zwölf Jahren fast 8000 Kubikmeter Müll einsammelten, das entspricht immerhin einem Güterzug mit 220 Waggons.

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