Kirche

06.10.2018

Den Weg gemeinsam gehen

Der Oettinger Dekan Armin Diener sprach bei der Dekanatssynode in Auhausen über die engere Zusammenarbeit <b>Foto: Emma Udaly</b>
Bild: Emma Udaly

Die Dekanate des Landkreises Donau-Ries wollen eine Generalsynode

Auhausen Bei der Synode des Dekanatsbezirks Oettingen ist am Donnerstag die mögliche Einrichtung einer Generalsynode und eines Dekanatsausschusses besprochen worden. Eingeleitet wurde der Abend durch eine Andacht von Pfarrer Wolfgang Layh. Danach begann der eigentliche Hauptteil der Synode im Gemeindehaus.

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An diesem Abend ging es um eine engere Zusammenarbeit der Dekanatsbezirke im Landkreis. Dabei handelt es sich um die drei Bezirke Nördlingen, Donauwörth und Oettingen. Dekan Armin Diener stellte zusammen mit dem stellvertretendem Dekan Uli Tauber und der Synodalin Christa Müller ein Prinzip vor, das die Zusammenarbeit der drei Dekanate vereinfachen soll. Das Ziel soll sein, dass die drei Dekanate besser und enger zusammenarbeiten. Christa Müller erklärte den aktuellen und auch zukünftigen Kirchenvorständen der Gemeinden, warum diese Idee nicht ganz neu ist.

Momentan gebe es bereits einen Kooperationsausschuss, in dem die drei Dekanate sich gegenseitig beraten, absprechen und gemeinsame Projekte durchführen. Das soll in ihren Augen nun einen Schritt weitergehen. Durch eine engere Kooperation könne man viel gewinnen. Da das Dekanat Oettingen zu den kleineren gehört, würde schon immer die Gefahr bestehen, dass es eines Tages aufgelöst werden könnte. Zu kleine Dekanatsbezirke seien nicht mehr „überlebensfähig“. Durch eine enge Kooperation mit den größeren Bezirken kann das laut Müller verhindert werden, weil man als Einheit auftrete und durch Nördlingen und Donauwörth gestützt werden würde.

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Natürlich bringe so eine enge Zusammenarbeit auch Nachteile mit sich. Oettingen würde die alleinige Entscheidungskraft bei manchen Themen abtreten. Beispielsweise bei der Landesstellenplanung oder bei Gebäudekonzeptionen. Christa Müller zufolge ist man sich jedoch einig, dass Haushaltsfragen weiterhin souverän von den einzelnen Dekanaten geregelt werden sollen. Sie betont, dass es sich bei der Zusammenlegung nicht um eine Fusion handle. Der Dekanatsbezirk Oettingen bleibe mit seinen eigenen Kirchenvorständen, Synoden und Dekanatssynoden bestehen. Es würden nur eine zusätzliche dekanatsübergreifende Synode und ein Gremium eingerichtet werden, was den Entscheidungsprozess bei Themen, die alle drei Bezirke betreffen, erleichtern soll.

Dekan Armin Diener steht hinter der Idee. Er sei nun schon lange im Kooperationsausschuss und hätte nur positive Erfahrungen gemacht. Die Zusammenarbeit sei ihm wichtig, da einige Probleme nicht auf Dekanatsebene gelöst werden könnten.

Eines dieser Probleme sei, dass es immer weniger Pfarrer gebe. Vor allem auf dem Land würde es immer schwerer, Stellen zu besetzen. So haben seinen Angaben zufolge im Moment die Dörfer Lehmingen und Steinhart keinen festen evangelischen Pfarrer. Zwar hätten sich zwei Pfarrer bereit erklärt, dort auszuhelfen. Langfristig sei das jedoch keine Lösung, es würde die Geistlichen überlasten und im schlimmsten Fall zu Burnout führen.

Mit einem gemeinsamen Gremium der Dekanate könnte Abhilfe geschaffen werden. Eine ausgearbeitete Idee, wie das aussehen könnte, liegt dazu bereits vor. Zum einen soll eine Generalsynode geschaffen werden. Darin sollen sich Delegierte der Gemeinden, Pfarrer und Dekane der drei Bezirke mindestens einmal im Jahr treffen. Die Anzahl der Delegierten, die jede Gemeinde stellen kann, hängt von deren Mitgliederanzahl ab. Außerdem soll es auch einen Dekanatsausschuss geben. Dabei gibt es gesetzte Mitglieder: den Dekan mit dem Präsidium der Dekanatssynode. Abhängig von der Zahl der Gemeindemitglieder stellt noch jeder Bezirk weitere Mitglieder.

Christa Müller betont, dass selbst wenn man sich für die engere Zusammenarbeit der Dekanate entscheide, noch nicht alles feststehe. Sollte man feststellen, das gewisse Aspekte nicht funktionieren, könne man immer noch Dinge ändern und anpassen. Die Synode am Donnerstag war dafür gedacht, die momentanen und auch die kandidierenden Kirchenvorstände über diese mögliche Kooperation aufzuklären und ihnen Zeit zu geben, darüber nachzudenken. Fest entschieden sei noch nichts. Am Mittwoch, 24. November, werden sich alle drei Dekanatssynoden des Landkreises Donau-Ries in Möttingen treffen, um darüber abzustimmen, ob man eine Generalsynode und einen Dekanatssausschuss einführen sollte.

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