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07.07.2010

Denkmal und Ort der Besinnung

Oettingen "Unsere Generation hat ihren Beitrag zu dieser Kapelle geleistet." Mit berechtigtem Stolz beging mit diesen Worten der Oettinger Dekan Christoph Seyler gemeinsam mit Stadtpfarrer Dr. Ulrich Manz im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes den Abschluss der Generalsanierung der St.-Anna-Kapelle. Mehr Gäste als erwartet kamen zu diesem abendlichen Fest an die Wörnitz. Für den Gottesdienst wurden zusätzlich Bänke aufgestellt. Dennoch mussten einige stehen. Der Posaunenchor Oettingen sorgte für die stimmungsvolle musikalische Umrahmung, Regionalbischof Michael Grabow hielt die Festpredigt und Kreisheimatpfleger Herbert Dettweiler stellte das druckfrische Buch von Hermann Engel zum Bauensemble und Oettinger Kulturdenkmal von Leprosenhaus, Kapelle und altem Friedhof vor (eigener Bericht).

Schmuck und schön steht sie jetzt da, die kleine Kapelle an der Wörnitz, von der man nicht genau weiß, wann sie erbaut wurde. "An diesem Ort", fand Regionalbischof Grabow, "gerät man in eine spirituelle, in eine meditative Stimmung." Orte wie dieser, fuhr er fort, seien gerade heute besonders wichtig: In einer Zeit, in der die Menschen "spirituell ausgehungert" seien, brauche man Orte, an denen man zu sich finden könne, die dazu einlüden, das zu finden, was den Menschen "unbedingt" angehe.

Die St.-Anna-Kapelle, an der Grenze zwischen Oettingen und Hainsfarth, gehört zum Leprosenhaus - der heutigen Diakoniestation. Hier seien Menschen aufgenommen worden, die wegen ihrer Krankheit aus der Gemeinschaft ausgeschlossen wurden. "Unzählige Menschen haben in diesen Mauern Zuflucht gesucht, haben hier Heilung, Bewahrung und Gesundung erbeten." Mehr als 500 Jahre habe die Kapelle Menschen Geborgenheit geschenkt.

Katholischen und evangelischen Christen diente sie dabei gleichermaßen: "Es freut mich sehr, dass so viele katholische Christen bei der Sanierung der Kapelle mit Hand angelegt haben und dass wir diese Sanierung heute in einem ökumenischen Gottesdienst feiern", so Grabow. "In guter ökumenischer Verbundenheit", unterstrich Stadtpfarrer Manz dies, "freuen wir uns über dieses gelungene Werk."

Denkmal und Ort der Besinnung

Über zehn Jahre

Weit über zehn Jahren habe der Prozess der Sanierung gedauert, nannte Dekan Christoph Seyler Stationen auf diesem langen Weg. Geplant wurde die Sanierung vom Architekturbüro Obel, Donauwörth. In drei Bauabschnitten seien Dach, Fundamente sowie Außenanlage und Innenbereich instand gesetzt worden.

Ein letzter Bauabschnitt fehle allerdings: die Sanierung der Mauer mit Sicherung der Epitaphien.

"Vieles ist ehrenamtlich geschehen im Bereich der Planung und Ausführung", fuhr Seyler fort. So sei man weit unter dem Kostenrahmen geblieben: Ursprünglich ging man von 500 000 Euro Gesamtkosten aus. 380 000 Euro waren es am Ende. Dank sagte der Dekan allen, die am Gelingen des Werks beteiligt waren. Vor allem aber dankte er dem Förderkreis der St.-Anna-Kapelle: "Ohne unseren Verein wäre das Allermeiste, was hier geschehen ist, nicht möglich gewesen."

Hermann Engel hervorgehoben

Insbesondere hob er Hermann Engel hervor. Diesen bezeichnete dann Bürgermeister Matti Müller als ein regelrechtes "Kraftwerk in Sachen St. Anna". Engel sei Initiator und Motor der Sanierung gewesen und habe mit Leib und Seele hinter diesem Projekt gestanden. Dass die Menschen heute mehr denn je Orte bräuchten, in denen sie sich auf das besinnen könnten, was wirklich wichtig sei, sagte Landrat Stefan Rößle zum festlichen Anlass.

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