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06.01.2019

Der Club der Rieser Dichter

Mitglieder des Autorenclubs Donau-Ries beim jüngsten Treffen im „Goldenen Hirsch“ in Donauwörth.
Bild: Peter Urban

Der Autorenclub Donau-Ries will literaturbegeisterte Menschen zusammenbringen. Die Bestätigung der knapp 20 Kollegen ist eine wichtige Triebfeder der eigenen Arbeit.

Schreiben macht einsam“, heißt es doch eigentlich. Dass es nicht grundsätzlich so sein muss, beweist auf buchstäblich unterhaltsame Weise der Autorenclub Donau-Ries. Denn sie tauschen sich gut und gerne aus, die Club-Mitglieder, die überall im Ries und darüber hinaus verstreut leben. Neben den Club-Abenden, die monatlich entweder in Nördlingen oder Donauwörth stattfinden, treffen sie sich bei Lesungen oder wenn sie – wie unlängst geschehen – ein gemeinsames Werk herausgeben.

Von Johann Enderle aus Monheim ging im Jahr 2016 die Initiative aus, sich mit anderen Schreibbegeisterten, seien es Laien oder Profis, zu vernetzen. Er wollte sich eben gemeinsam statt einsam über Ideen für Texte, Essays oder ganze Bücher austauschen, über den Schreibprozess im Allgemeinen und das Veröffentlichen im Besonderen. In diesen drei Jahren ist einiges passiert, inzwischen sind dem Literaten-Netzwerk knapp 20 Mitglieder beigetreten. Das jüngste Mitglied war gerade 18 Jahre alt, das älteste 85. Drei Journalisten sind dabei, die anderen allesamt ambitionierte Autodidakten. Diese Heterogenität ist es, die den Reiz der Gruppe ausmacht, behauptet man unisono. Denn jede/r schreibt anders, über anderes, schreibt in anderen Formaten. Sachbücher, Märchen, persönliche Erinnerungen, Romane, Kurzgeschichten, Aphorismen, Krimis, Lyrik, die Ausdrucksformen der Gruppe sind vielfältig, jede/r findet sein interessiertes Publikum. Auf fast 60 Publikationen kann der Autorenclub inzwischen mit Stolz verweisen. „Mit anderen über sein Tun sprechen, Aktionen planen, die eigene Leidenschaft teilen, das ist ungemein inspirierend“, sagt Petra Plaum und Irene Hülsermann fügt hinzu, dass sich die Gruppe wie eine Hebamme fühle, wenn sie wieder einem „Werk“ ans Licht (der Öffentlichkeit) geholfen habe.

Die Bestätigung der Kollegen ist eine große Triebfeder der Arbeit, gerade dann, wenn der Schreibprozess – jeder Schreibende kennt das Problem – ins Stocken gerät. Da ist es sehr hilfreich, Zuspruch zu finden, die kleinen Sorgen teilen zu können. Und manchmal im Kollegenkreis auch einen Mentor zu finden, der einem mit einem unverstellten Blick oftmals ganz schnell einen entscheidenden Schubs geben kann. Denn gegenseitiges Zuhören, wohlwollend geäußerte Kritik und Tipps aus eigener Erfahrung sind das, was die Gruppe Gleichgesinnter zusammenschweißt, stark und selbstbewusst macht. Denn letztendlich sitzt die Autorin/der Autor allein vor seinem Publikum, „outet sich und präsentiert sein Innerstes nach außen“, meint Günter Schäfer. „Wenn jemand von uns sein Werk vorträgt, dann ist das Lob des Publikums der einzige Lohn wirklich harter Arbeit. Leben kann man vom Schreiben nur, wenn man in den Bestsellerlisten ganz oben steht. Wir machen das, weil wir das Schreiben lieben und lesefreudige Menschen mit unseren Texten begeistern wollen. Des Geldes wegen ganz sicher nicht.“ Deshalb freut man sich im Autorenclub über jede Lesung und jeden Leser. Aber auch weitere Menschen, die am Schreiben interessiert sind, sich einbringen wollen oder ganz einfach nur dazulernen, sind im Club willkommen.

Näheres über die Autoren, deren Werke und die anstehenden Veranstaltungen bzw. Lesungen des Clubs gibt es unter www.autorenclub-donau-ries.de.

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