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Medizin

29.11.2018

Der Grippe-Impfstoff im Landkreis Donau-Ries wird knapp

Der Grippe-Impfstoff im Landkreis wird knapp. Patienten können sich dennoch impfen lassen.
Bild: Symbolbild: Bernhard Weizenegger

Plus In der Ries-Apotheke in Nördlingen gibt es keinen Impfstoff mehr. Bei einer Ärztin reicht er nur noch wenige Wochen. Welche Möglichkeiten Patienten nun haben.

Die Grippewelle zu Beginn des Jahres war so stark wie lange nicht mehr. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts erkrankten mehr als 300000 Menschen in Deutschland. Das sind fast drei Mal so viele wie Anfang 2017 – ein Grund, weshalb die Impfquote in diesem Jahr höher liegt, teilt das Bayerische Gesundheitsamt auf Nachfrage der Rieser Nachrichten mit. Abgesehen davon zeigte der dreifache Impfstoff im vergangenen Jahr nicht immer Wirkung, deshalb übernehmen die Krankenkassen heuer die Kosten für den vierfachen Impfstoff. Nach Einschätzung von Experten liege die Chance der Erkrankung nur noch bei 50 Prozent – der zweite Grund für eine höhere Impfquote. Für die Apotheken und Hausärzte bedeutet die höhere Nachfrage, dass der Impfstoff langsam knapp wird. Bei Ärztin Dr. Claudia Völkl aus Nördlingen genügt der Vorrat noch maximal zwei Wochen. Bei anderen Kollegen sei er schon aufgebraucht, sagt sie. „Wir haben wegen der Grippewelle am Jahresanfang etwas mutig bestellt.“ Rund 500 Impfdosen seien das gewesen. Trotz der großen Nachfrage rechne Völkl nicht mit einer Grippewelle der gleichen Intensität. „Die wird erst zu Beginn des neuen Jahres kommen, aber ich habe in meiner Laufbahn noch nie zwei schwere Wellen aufeinander erlebt“, sagt sie.

Grippeimpfstoff aus Österreich

In der Ries-Apotheke in Nördlingen ist der Impfstoff bereits in der vergangenen Woche ausgegangen. Das berichtet Ronald Hammer, Fachapotheker für klinische Pharmazie. Wer sich dennoch impfen lassen will, könne eine Dosis aus Österreich bekommen. „Das kann dann ein oder zwei Tage dauern, bis der Impfstoff da ist“, sagt Hammer. Normalerweise könne eine Dosis in nur wenigen Stunden geliefert werden. Außerdem gebe es eine Art Tauschbörse, bei der sich Arztpraxen und Apotheken gegenseitig aushelfen. Dass kein Impfstoff mehr nachgeliefert werden kann, liegt laut Hammer an der Herstellung. Die Viren werden auf einer Eizelle gezüchtet und benötigen mehrere Monate, bis sie sich entwickeln. Daher habe man die Dosen anhand von Prognosen schon im Sommer bestellen müssen.

Die Grippewelle zu Beginn des Jahres hat laut Claudia Völkl auch für Probleme beim Personal von Krankenhäusern gesorgt. Manche Abteilungen seien deshalb sehr schlecht besetzt gewesen. Davon weiß der Vorstandsvorsitzende des gemeinsamen Kommunalunternehmens, Jürgen Busse, nichts. „Das Problem war eher, dass die Betten voll waren“, sagt er und fügt an: „Wir haben genügend Impfstoff für unser Personal, wer sich impfen lassen will, der kann das tun.“

Und wie erkennt man, ob man an Grippe erkrankt ist? Laut Claudia Völkl ist die nicht mit einer bloßen Erkältung vergleichbar. Bei der Grippe werde der Betroffene schlagartig so krank, dass er nicht mehr aus dem Bett komme. Dann könnten Gliederschmerzen, Kopfschmerzen oder Kreislaufprobleme auftreten. Gerade bei älteren Menschen und denjenigen, die etwa an Asthma leiden, könne das gefährlich werden.

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