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Landkreis

14.02.2018

Der Krater zieht Touristen an

Viele Besucher kommen wegen des Geoparks in die Region.
Bild: Geopark Ries

Im Landkreis haben deutlich mehr Gäste übernachtet als im Vorjahr, vor allem das Ries erlebt einen Aufschwung. Der öffentliche Nahverkehr schreckt allerdings manche ab.

Den Ausblick vom Daniel genießen, eine Runde auf der Nördlinger Stadtmauer spazieren oder den Geopark erkunden – im Ries gibt es für Touristen viel zu entdecken.

Das bestätigen auch die Besucherzahlen des vergangenen Jahres, die das Bayerische Landesamt für Statistik kürzlich veröffentlicht hat. Demnach wurden im Ries 2017 rund 382000 Übernachtungen gezählt, eine Steigerung von fast zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Günther Zwerger, Geschäftsführer des Vereins Ferienland Donau-Ries, bezeichnet das als einen „sensationellen Zuwachs“. Die vorläufige Auswertung der Übernachtungszahlen werde meist noch leicht korrigiert, merkt Zwerger an, doch es sei sogar denkbar, dass ein neues Allzeithoch im Landkreis erreicht wurde.

Die Stadt Nördlingen hat diesen Rekord jedenfalls geknackt. Hier fällt die Entwicklung mit rund 30 Prozent Wachstum auf dem Papier extrem positiv aus, wobei die Steigerungsrate wenig aussagekräftig ist. Wie berichtet, hatten 2016 nicht alle Betriebe ihre Übernachtungszahlen korrekt gemeldet, die Bilanz fiel daher außergewöhnlich schlecht aus. Wie der Leiter der Nördlinger Tourist-Info, David Wittner, gegenüber unserer Zeitung bestätigte, sei „der erhebliche Rückgang des vergangenen Jahres mehr als kompensiert worden“.

Auffällig an der Auswertung sei laut Zwerger, dass vor allem Hotels im Ries von den zusätzlichen Touristen profitiert haben. „Im südlichen Landkreis gibt es schon auch ein moderates Wachstum, aber die Rieser Destinationen haben sich alle sehr gut entwickelt.“ Für Zwerger gibt es keine Zweifel: „Das muss mit dem Geopark zusammenhängen.“ Schöne Innenstädte wie in Nördlingen oder Wemding finde ein Tourist überall in Deutschland, aber der Rieskrater und der Geopark seien einmalig, ein Alleinstellungsmerkmal des nördlichen Landkreises. „Nach so etwas fragen die Leute.“ Deshalb soll der Fokus des Vereins Ferienland Donau-Ries auch weiterhin auf Angeboten wie Fahrradtouren, Wanderrouten oder Museen liegen, die am Geopark interessierte Touristen ansprechen. Helfen könnte dabei auch das angestrebte Label als „Unesco Global Geopark“, das weitere Aufmerksamkeit erzeugen dürfte. Den Verantwortlichen zufolge befinde man sich auf einem „sehr guten Weg“, diese Auszeichnung zu erhalten.

Zwerger begrüßt es, dass in Nördlingen zusätzliche Hotels in Planung sind – seit Jahren haben Tourismusexperten einen Mangel an Übernachtungsmöglichkeiten im Ries beklagt. Doch auch beim öffentlichen Nahverkehr gebe es Nachholbedarf. „Es kommen viele Gäste mit dem Rad in die Region, mit dem Zug nach Donauwörth geht das sehr gut, aber auf dem flachen Land ist die Situation schwierig.“ Es kämen immer wieder Anfragen von Menschen, die nicht mehr so mobil sind und sich die Region anschauen möchten. Aber nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Oettingen zu kommen, gestalte sich schon schwierig, sagt Zwerger. Ihm sei aber bewusst, dass es sich vielerorts nicht rechnen würde, die Infrastruktur für Touristen auszubauen.

Je mehr Gäste in die Region kämen, desto mehr profitiere der Bürger von den Freizeitangeboten, die dadurch entstünden, erklärt der Geschäftsführer des Ferienlands Donau-Ries. Das gelte auch andersherum, etwa wenn ein neues Schwimmbad gebaut würde. „Bei schlechtem Wetter wäre das für Touristen eine gute Alternative.“

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