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Konzert

11.12.2018

Der Nachwuchs beeindruckt

Der Nachwuchschor der Regensburger Domspatzen hat in der Klosterkirche in Auhausen ein Weihnachtskonzert gegeben. Den tosenden Schlussapplaus hatten die Buben mehr als verdient.
Bild: Peter Urban

Bubenchor der Regensburger Domspatzen in Auhausen zu Gast. Der Auftritt der jungen Sänger wird vom Publikum mit tosendem Applaus belohnt

In einem passen sie wirklich sehr gut zusammen, die ehemalige Klosterkirche Auhausen und die Regensburger Domspatzen: Beide Institutionen können auf eine weit über 1000 Jahre lange Geschichte zurückblicken. Traditionell findet am Wochenende des Auhausener Weihnachtsmarktes das Weihnachtskonzert des Vereins Musica Ahuse statt, in diesem Jahr also mit einem der berühmtesten und renommiertesten Knabenchöre der Welt. Dass das ehrwürdige Kirchenschiff zu diesem Anlass nahezu ausverkauft war, versteht sich fast von selbst.

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Unter der Leitung von Kathrin Giehl präsentierte der Nachwuchschor der Regensburger Domspatzen Advents- und Weihnachtsmusik aus mehreren Jahrhunderten. Allerdings kann sich die Bezeichnung „Nachwuchschor“ nur auf das Alter der Sänger beziehen, irgendwelche der Jugend geschuldeten Abstriche im Bezug auf Gesang, Klang und Intonation waren auch bei kritischer Betrachtung nicht festzustellen.

Das was die Buben – größtenteils begleitet von Carolina Brem und Konstantin Geuss an der Violine, Benedikt Wagner am Violoncello, Alexander Feih am Klavier und Peter Ermer an der Gitarre – zu Gehör brachten, war in jeder Beziehung erwachsen. Schon vor dem ersten Ton nutzten die Buben die magische Atmosphäre des Ortes, traten mit Kerzen in der Hand in die auch nur von Kerzen beleuchtete Kirche und eröffneten ihr Programm von ganz hinten im gotischen Chor der Kirche mit einer Komposition ihrer Chorleiterin Kathrin Giehl „Rorate coeli desuper“.

Der Nachwuchs beeindruckt

Das Konzert reihte nicht einfach Lied an Lied, sondern war einer originellen Choreografie unterworfen und mit „Veni, Veni Emmanuel – ein Hirtenjunge erlebt das Kommen des Meisters“ überschrieben. Aus dessen fiktionalem Tagebuch trugen zwei Buben aus dem Chor immer wieder Passagen vor, beispielsweise wie der Hirte die „Erwartung des Messias“ erlebte, die „Verkündigung des Herrn“ oder wie er mit an der Krippe stand.

Das alles umrahmt von den glasklaren Stimmen und den (be-)sinnlichen Arrangements aus dem umfangreichen musikalischen Repertoire des Chores, inspiriert von den ältesten Gesängen der Kirche, von gregorianischen Chorälen, der Vokalpolyfonie des 16. Jahrhunderts, über Barock und Romantik bis hin zum Volkslied – beinahe selbstverständlich in verschiedenen Sprachen – und Werken zeitgenössischer Komponisten wie John Rutter („Joy to the world“, „Christmas Lullaby“), Alan Wilson („Magnificat“) bis hin zu Adolphe Adams „O holy night“.

Diese Bearbeitung von Kathrin Giehl bildete auch den Schlusspunkt eines beeindruckenden und von den Sängerknaben mit unglaublicher Präzision und Konzentration gesungenen Vortrages. Dass alles ohne Notenblätter auswendig dargeboten wurde, lässt den Aufwand erahnen, der hinter diesem scheinbar mühelosen Können steckt. Es wäre den Sängern zu wünschen gewesen, dass zwischen den Stücken applaudiert worden wäre, die meist atemlose Stille zwischen manchen Stücken mag zwar andächtig wirken, doch die Leistung der Interpreten hätte auch zwischendurch honoriert werden dürfen – den tosenden Schlussapplaus hatten sie mehr als verdient. Mit einem gemeinsam gesungenen „Adeste fideles – Herbei, o ihr Gläubigen“ verabschiedeten die Regensburger Domspatzen ein beseeltes Publikum in die windige, regnerische Winternacht.

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