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Oettingen

29.10.2019

Der Oettinger Augraben wird für den Hochwasserschutz umgebaut

Der Augraben wird am westlichen Ortseingang Oettingens renaturiert. Arbeiter änderten den geraden Verlauf in einen mäandrierenden. Gefällte Bäume sollen Tieren als Unterschlupf dienen. Bald wird noch ein zweiter Bachlauf ausgegraben, der bei Hochwassersituationen Wasser aufnehmen kann. Weitere Fotos finden Sie unter www.rieser-nachrichten.de/bilder auf unserer Internetseite.
Bild: Verena Mörzl

Plus Das Gewässer wird bei Oettingen renaturiert. Der Umbau soll die Stadt und das Steinerbachviertel vor Hochwasser schützen. Zu Besuch bei der Verlegung eines Bachlaufes.

Vor einigen Wochen verlief der kleine Bach noch schnurgerade Richtung Oettingen. Bei Hochwasser-Situationen nahm das Wasser des Augrabens schnell Geschwindigkeit auf. Die Bewohner des Steinerbachviertels in Oettingen (die Bewohner bezeichnen den Augraben auch als Steinerbach) haben schlimme Erinnerungen an die Hochwasser, die ihre Keller fluteten. Das soll durch den ökologischen Ausbau des Augrabens nicht mehr geschehen, er verläuft künftig in Schlingen.

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Die Wasser-Baustelle liegt zwischen Ehingen am Ries und dem westlichen Ortseingang Oettingens. Von der Staatsstraße 2214 aus ist sie wegen der Bagger und landwirtschaftlichen Gespanne zu erkennen. Lastwagen fahren den Feldweg hinunter zum Augraben, um große Steine abzuladen. Fichten, die am Ufer gefällt wurden, werden in den knapp 12000 Quadratmeter großen Überflutungsbereich gelegt. Die großen Steine kämen darauf, damit der Unterschlupf nicht weggespült werde, erklärt Stadtbaumeister Klaus Obermeyer. Der Unterschlupf diene Tieren. Die Arbeiten im Flussbett sollen bald abgeschlossen sein. Wasserrechtlich dürfen sie nur im September und Oktober vorgenommen werden, sagt Obermeyer. Im Frühjahr soll dann das Areal mit Erlen und Weiden bepflanzt werden, dann sei der Umbau abgeschlossen.

Renaturierung des Augrabens: So funktioniert der Hochwasserschutz

Der Stadtbaumeister erklärt, dass durch den mäandrierenden Flusslauf die Geschwindigkeit des Wassers gebremst werde. Außerdem wurden die Uferbereiche unterschiedlich gestaltet. Die Arbeiter haben sie mal flach, mal steil, mal eng und mal breit ausgebaggert. Diese Struktur diene verschiedenen Lebewesen. Im Uferbereich seien Wurzelstöcke eingelassen, sodass der Bereich dort nicht weggespült werde. Neben dem eigentlichen Flusslauf wird laut Obermeyer noch ein sogenanntes Nebengerinne entstehen. In dem zweiten Bachlauf soll nur bei starkem Regen Wasser fließen. Zudem wurden kleine Inseln mit Mulden aufgeschüttet, in denen sich das Augraben-Wasser bei Überschwemmungen sammeln könne. Der frühere gerade Verlauf ist an einigen Altwasserarmen zu erkennen.

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Der ökologische Ausbau des Augrabens in Oettingen.
Bild: Verena Mörzl

Am Anfang des Ausbaus werde ein Sandfang eingebaut, wo sich alle Sedimente ablagern können, die bislang durch den gesamten Bach gespült wurden. Stadtarbeiter gruben sie regelmäßig aus dem Flussbett – aufwendig und kostspielig. Die Ablagerungen haben auch bei den Bewohnern des Steinerbachviertels in Oettingen zu Bauchschmerzen geführt. Denn je voller der Bach wurde, desto weniger Platz hatte das Wasser bei Starkregen und desto wahrscheinlicher war es, dass der Augraben über die Ufer trat. Durch die Maßnahmen und einen Damm, der bei der Kleingartensiedlung errichtet wird, sollen die Hochwasser in der Stadt der Vergangenheit angehören, sagt Bürgermeisterin Petra Wagner. Der Damm werde in etwa 1,20 Meter hoch sein, durch ihn könne das Wasser gedrosselt werden. Zusätzliche Schutzmaßnahmen seien die zwei Rückhaltebecken im neuen Baugebiet Kelterfeld Nord und Zisternen in den Grundstücken.

Der ökologische Ausbau des Augrabens in Oettingen.
27 Bilder
Der Augraben bei Oettingen wird großflächig umgebaut
Bild: Verena Mörzl

Wagner beziffert die Gesamtkosten auf rund 345000 Euro, wovon etwa 315000 Euro als Zuschuss vom Freistaat fließen werden. Das Programm, das der Stadt die große finanzielle Unterstützung bietet, wurde nach dem starken Hochwasser in Simbach am Inn für Kommunen beschlossen. Wagner sagt, dass solch ein Projekt im Landkreis derzeit einzigartig sei. Der Augraben werde auf einer Länge von rund 400 Metern umgebaut und quasi verlegt. Etwa 9000 Kubikmeter Wasser könnten aufgestaut werden.

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