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Wissenschaft

30.10.2019

Der Stubenberg-Meteorit wird jetzt in einem Nördlinger Tresor aufbewahrt

Dr. Oliver Sachs (links) und Bernhard Ströbele von der Raiffeisen-Volksbank mit dem Stubenberg-Meteorit, der anschließend in einem Tresor verwahrt wurde.
Bild: Christina Zuber

Plus Einer der bedeutendsten Meteoriten Deutschlands soll nach Nördlingen kommen. Er war als Feuerkugel zu sehen und fiel in Bayern auf die Erde. Die Suche nach Unterstützern läuft.

Ihn lediglich als schwarzen Stein zu bezeichnen, würde diesem 4,46 Milliarden Jahre alten Meteorit nicht gerecht werden. Denn, um es einmal einfach auszudrücken: Was früher einmal Teil des Asteroiden-Gürtels des Jupiters war, soll bald im Nördlinger Rieskratermuseum zu sehen sein (wir berichteten). Ein Stück aus dem Weltall im Rieskrater. Und weil der Fall des Stubenberg-Meteorits auf die Erde gut dokumentiert wurde, lassen sich durch ihn sprichwörtlich galaktische Geschichten erzählen.

Der Stubenberg-Meteorit fiel am 6. März 2016 auf die Erde

Am 6. März 2016 ist der Himmelskörper auf die Erde gefallen. Geologe Dr. Oliver Sachs erzählt, dass hunderte Augenzeugen die Leuchtkugel am Himmel gesehen hätten, sogar Geräusche hörten. In Tschechien hätten wissenschaftliche Kameras die helle Leuchtspur gefilmt. Durch diese Daten konnte schnell eine Fläche ausgerechnet werden, in der die verschiedenen Stücke aufgeschlagen sein mussten. Sammler machten sich auf den Weg. Außerdem war es Wissenschaftlern durch die Aufzeichnungen möglich, die Bahn des Meteoriten im Sonnensystem nachzuverfolgen.

Nach kurzer Zeit gab es erste Funde: auf einem Acker, dann am Inn und der größte Stubenberg-Meteorit unter einem Weißtannenzweig in einem Waldstück. 1320 Gramm schwer. Der Weg durch die Atmosphäre bis nach Niederbayern und Nördlingen war schon spektakulär. Doch was sich nun durch den Stein über Milliarden Jahre hinweg erzählen lässt, fasziniert die Wissenschaftler noch viel mehr.

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Freunde des Rieskratermuseums wollen Stubenberg-Meteorit kaufen

Die Kaufsumme in Höhe von 190.000 Euro haben die Freunde des Rieskratermuseums zu 90 Prozent erreicht. Es fehlen also nur noch wenige Unterstützer, wie Oliver Sachs, der Vorsitzende des Vereins, im Gespräch mit unserer Zeitung sagt. Seit Montag lagert er in einem Tresor der Raiffeisen-Volksbank in Nördlingen. Im besten Fall soll der Stubenberg-Meteorit, benannt nach seinem Fundort in Niederbayern an der österreichischen Grenze, in einer Hologramm-Vitrine aufbewahrt werden. Dort liegt der Stein nicht einfach nur neben einem Schild mit seinem Namen, wie es in Museen üblich ist. Diese Vitrine ist vor allem Science Fiction. Die Animationen schweben sichtbar für Besucher vor dem Stein. Theoretisch könnte das Museum das Hologramm so spektakulär wie möglich gestalten, Grenzen gibt es kaum.

Der Stubenberg-Meteorit in der Hologramm-Vitrine.
Bild: Oliver Sachs

Kürzlich fanden in München die Mineralientage statt. Der Stubenberg-Meteorit sei eine Attraktion gewesen, meint Sachs. Eine Delegation des Vereins Freunde des Rieskratermuseums hat ihn den Besuchern gezeigt. Ein Lehrer habe erzählt, dass seine Schüler begeistert gewesen seien, gar ihre Handys aus der Hand gelegt hätten, sagt Sachs.

Nördlinger zeigen den Stubenberg-Meteorit auf den Mineralientagen in München

Mit Unterstützung der Messeleitung wurde die Spendenkampagne „Wir holen Bayerns neuesten Meteoriten ins Rieskratermuseum!“ ein Schwerpunkt des größten Treffpunkts in Europa für alle Naturschätze-Sammler. Der Generaldirektor der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns, Professor Gerhard Haszprunar, eröffnete eine Show mit drei Impulsen: Er erklärte den Unterschied zwischen „Sammlung“ und „Sammelsurium“. Das Motto „Wer sammelt, schreibt Geschichte“ deutete er in drei Richtungen: Das einzelne gefundene und einer Sammlung einverleibte Objekt bezeugte seine eigene Geschichte – im Falle des Stubenberg-Meteoriten über eine Zeitspanne von mehr als vier Milliarden Jahren. Das Auffinden und Weitergeben, der Erwerb und die Präsentation der Objekte seien häufig Gegenstand spannender Geschichten. Mit der Aufbewahrung der Objekte werde die wissenschaftliche Erforschung und Dokumentation auf Dauer gesichert. Schließlich wies er auch auf die bei dieser Mineralienmesse erstmals praktizierte holografische Präsentation des Stubenberg-Meteoriten hin, eine absolut neuartige Form der Veranschaulichung. Es werde gewissermaßen eine vierte Darstellungsdimension eröffnet. Ergänzt werde sie mit einem Film über die astronomischen und physikalischen Voraussetzungen und den tatsächlichen Verlauf des „Stubenberg-Ereignisses“, ein echter Publikumsmagnet in München.

Der Stubenberg-Meteorit in der Hologramm-Vitrine.
31 Bilder
Nördlinger präsentieren in München den Stubenberg-Meteorit
Bild: Oliver Sachs

Neben Haszprunar war der Betreuer des Feuerkugelnetzwerks des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, Dieter Heinlein (Augsburg), zugegen. Ihm gelang durch die Auswertung der Beobachtungsdaten, die Fundstelle auf einige Quadratkilometer genau zu lokalisieren. In München waren auch die beiden glücklichen Finder des Meteorits, Martin Neuhofer und Ralf Sporn (Ruhpolding), und der Vertreter der Landesstelle für die Nichtstaatlichen Museen, Christof Flügel, zu Gast.

Im Rieskratermuseum in Nördlingen wird der Stubenberg seinesgleichen finden. Die Steinmeteoriten „Machtenstein“ und „Neuschwanstein“ werden dort bereits gezeigt.

Weitere Infos gibt es im Internet unter der-stubenberg.de.

Spenden-Konten: Raiffeisen-Volksbank Ries, IBAN: DE04 7206 9329 0000 0795 45 oder Sparkasse Nördlingen DE30 7225 0000 0015 1278 71

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