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06.02.2018

Der Wasserbedarf im Ries steigt

Zu Spitzenzeiten werden von der Bayerischen Rieswasserversorgung am Tag 34 Millionen Liter Wasser verteilt, etwa 20 Prozent mehr als noch vor einigen Jahren. Ein neuer Wasserspeicher zwischen Herkheim und Ederheim soll die Versorgung in der Region sichern.
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Zu Spitzenzeiten werden von der Bayerischen Rieswasserversorgung am Tag 34 Millionen Liter Wasser verteilt, etwa 20 Prozent mehr als noch vor einigen Jahren. Ein neuer Wasserspeicher zwischen Herkheim und Ederheim soll die Versorgung in der Region sichern.

Um auch in Trockenperioden die Versorgung gewährleisten zu können, muss die Bayerische Rieswasserversorgung reagieren. Vier Millionen Euro werden bei Herkheim investiert.

Die Dusche am Morgen gehört einfach dazu, auf den frisch gebrühten Kaffee wollen auch die Wenigsten verzichten. Jeder betätigt in der Früh die Toilettenspülung – und putzt sich hoffentlich die Zähne. Was diese Handlungen gemein haben? Sie verbrauchen allesamt Wasser. Laut dem Bundesverband für Energie- und Wasserwirtschaft benötigt der Deutsche im Schnitt 123 Liter pro Tag. In der Region kommt da einiges zusammen.

Um genau zu sein, bis zu 34 Millionen Liter am Tag, sagt der Verbandsvorsitzende der Bayerischen Rieswasserversorgung (BRV), Wolfgang Kilian. In den vergangenen Jahren sei diese Zahl um etwa 20 Prozent angestiegen. Weil sich das Klima außerdem verändert habe, also der Niederschlag öfter ausbleibe und die Trockenperioden länger würden, hätten sich die Ansprüche an den Wasserversorger verändert. Um auch in Zukunft eine Versorgungssicherheit gewährleisten zu können, sei es daher notwendig, die Infrastruktur anzupassen. Deshalb errichtet die BRV zwischen Herkheim und Ederheim einen neuen Hochbehälter, der 10000 Kubikmeter Wasser fasst. „Die Lage ist optimal“, beschreibt Werkleiter Christof Lautner den Rand des Rieskraters beim Spatenstich für den neuen Behälter. „Wir sind hier 511 Meter über Normalnull.“ Das Wasser müsse nicht mit viel Aufwand und zusätzlichen Pumpen zwischen den umliegenden Leitungen oder dem nächstgelegenen Hochbehälter in Gaishardt (Kreis Dillingen) bewegt werden.

Der Wasserspeicher, der sich in unmittelbarer Nähe zur neuen Anlage befindet, soll auch in Zukunft im Einsatz bleiben, sagt Lautner. Dadurch, dass die Infrastruktur für die Wasserverteilung bereits vorhanden wäre, könnten beim Bau Kosten gespart werden. Trotzdem muss die BRV etwa vier Millionen Euro in das Projekt investieren. „So ein Behälter ist extrem teuer. Nicht nur, dass er mit einer Fläche von 40 auf 40 Metern riesig ist, die Statik ist sehr anspruchsvoll“, erklärt der Werkleiter.

Sinnvoll sei die Erweiterung in jedem Fall. 35 Kommunen im Donau-Ries sowie den angrenzenden Landkreisen Dillingen und Weißenburg-Gunzenhausen beliefert die BRV mit Trinkwasser. Einige davon, etwa die Nördlinger Kernstadt und Oettingen, können sich in feuchten Zeiten durch ihre eigenen Quellen versorgen und werden nur bei erhöhtem Bedarf beliefert. Das sei beispielsweise der Fall, wenn es im Sommer eine Woche lang nicht regne. „Wenn die Leute anfangen, ihre Gärten mit Trinkwasser zu gießen, weil ihre Zisternen und Brunnen leer sind, dann schnellt der Verbrauch in die Höhe“, sagt Lautner.

Das Wasser, das im Ries aus den Leitungen kommt, stammt vor allem aus den Brunnengebieten in Blindheim, Schwenningen und Steinheim im Kreis Dillingen. Diese drei würden genügen, um den gesamten Bedarf der Region zu stillen. „Im Ries gibt es, auch wegen des Meteoriteneinschlags, keine so großen Grundwasserreserven in den Böden“, erklärt der Werkleiter. Deshalb sei es nötig, das Wasser aus dem Donautal ins Ries zu transportieren – und auf dem Weg in Hochbehältern zwischenzulagern. Dass den „unabhängigen“ Kommunen das Wasser ausgeht und die Rieswasserversorgung einspringen müsse, komme laut Lautner regelmäßig vor. „Das ist ja auch gut so, das Wasser in den Leitungen und Speichern soll nie zu lange stehen.“

Wenn der Bau im frühen Sommer 2019 fertiggestellt ist, werde man den Wasserspeicher kaum bemerken. „Der Behälter befindet sich dann komplett unter der Erde, nur der Eingang wird zu sehen sein“, versichert Lautner. Auch Wolfgang Kilian betonte beim Spatenstich, dass sich der Wasserspeicher „unauffällig in die Landschaft des Naturraumes am Rieskraterrand“ einfügen werde.

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