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Porträt

09.03.2018

Der Wissensdurst treibt diese Rieserin an

Carmen Lechner versinkt zwar berufsbedingt im Papier, legt aber gleichzeitig viel Wert auf viel Umgang mit Menschen.
Bild: Ronald Hummel

Carmen Lechner aus der Stadtkämmerei absolvierte ihr Masterstudium als „die Beste der Besten“. Jetzt wechselt sie an das Landratsamt nach Donauwörth.

Es ist purer Wissensdurst, der Carmen Lechner antreibt und noch in den nächsten Tagen von der Nördlinger Stadtkämmerei in eine Führungsposition am Landratsamt bringt: In der Realschule Wassertrüdingen interessierte sich die gebürtige Ansbacherin für Physik und Chemie als technische Grundlagen, sodass sie an der Fachoberschule Ansbach die Fachrichtung Technik belegte. „Als ich dann das Grundverständnis für Technik hatte, war meine Neugier auf den rechtlichen Bereich geweckt“, sagt sie.

Also studierte sie ab 2002 drei Jahre lang an der Bayerischen Beamtenfachschule in Hof und schätzte dabei besonders die Verzahnung von Praktika und Studienabschnitten. Diese Praxisbezogenheit vermisste sie, als sie als Diplom-Verwaltungswirtin FH im Sozialreferat des Bezirks Mittelfranken als Sachbearbeiterin für Hilfe zur Pflege vor allem vom Schreibtisch aus agierte. Da erschien ihr 2008 die Ausschreibung einer Stelle im Nördlinger Ordnungsamt lebensnäher und tatsächlich: „Das ist die pure und lebensnahe Umsetzung von Rechtsanwendung.“

Durch viele Außentermine hatte sie die ersehnte Tuchfühlung zu einem extrem breiten Spektrum der Realität – die handfeste Organisation von Stadtmärkten, Wahlen oder Ausstellungen, die Unterbringung eines Obdachlosen, mit dem die Polizei morgens vor der Tür stand, Gaststätten-Genehmigungen, sicherheitsrechtliche Bescheide, hinter denen oft lange Geschichten stehen. „Hier war immer etwas los“, erinnert sie sich. 2014 wechselte sie in die Kämmerei, weil es galt, Stunden zu kompensieren, die ein Kollege aufgrund anderweitiger kommunaler Aufgaben kürzen musste. Hier war sie wieder „mehr über dem Papier“, aber es eröffneten sich völlig neue Horizonte für sie: „Stadtkämmerer Bernhard Kugler war es, der mir ein Masterstudium ermöglichte.“

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Es lag zwar nahe, dass sie mit einer derartigen Qualifikation nicht mehr lange blieb, aber Kugler war das frische Wissen am Puls der Zeit wichtig, das sie von der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) als Studentin für Öffentliches Management mit in seine Abteilung einbrachte; ganz zu schweigen von Kontakten zu einem Netzwerk aus Ansprechpartnern für kommunale Belange, das sich bis in Ministerien und zu EU-Stellen in Brüssel erstreckt. Das berufsbegleitende Studium erfolgte ohne jede Stundenreduzierung in der Kämmerei, in die Vorlesung steckte sie alle Urlaubs- und sonstige freien Tage. „Das war schon eine harte Zeit, aber da sie begrenzt war, hatte ich ein Ziel vor Augen“, räumt Carmen Lechner ein. Besonders vermisste sie es, dass sie unter der Woche keine Feuerwehreinsätze fahren konnte, denn 2012 wurde sie zur ersten Feuerwehrfrau Nördlingens. Auf für sie typische Weise brach sie damals die über 150 Jahre alte Männerdomäne auf: „Ich wollte nicht anders behandelt werden wie die anderen, damit gehörte ich dann ganz schnell dazu. Die Männer merkten, dass ich kein Püppchen war.“

Die vier Semester des Masterstudiums wurden nun auf einer Graduierungsfeier abgeschlossen. Carmen Lechner brillierte dabei nicht nur als Jahrgangsbeste, sondern als „Beste der Besten“ in allen Fachbereichen. Da war es kein Wunder, dass sie am Landratsamt mit Handkuss genommen wurde, als sie sich spontan auf eine Stellenausschreibung des Donau-Rieser Landratsamtes in den Rieser Nachrichten bewarb. Schon zum Monatswechsel tritt sie die Nachfolge von Anton Stegmüller an, leitet also zwei Teams für Kommunalaufsicht und Öffentlichen Personen-Nahverkehr. „Durch das noch engere Zusammenwirken mit den Kollegen werde ich noch mehr bewegen können“, freut sie sich schon auf diesen Schritt.

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