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Nördlingen

17.02.2016

Der große Wurf von Joschka Ferner

Der Ederheimer Joschka Ferner gilt als großes Basketball-Talent und hat jetzt beim Bundesligisten Ratiopharm Ulm seinen ersten Profivertrag erhalten.
Bild: Horst Hörger

Der Ederheimer hat beim Bundesligisten Ratiopharm Ulm seinen ersten Profivertrag unterschrieben. Sein jetziger Verein hält große Stücke auf ihn.

Es ist noch gar nicht so lange her, als Joschka Ferner zuletzt in der Hermann-Keßler-Halle aufgetaucht ist. Am 6. Dezember vergangenen Jahres war das, als die Weißenhorn Youngstars bei den Giants Nördlingen vorstellig wurden. Ferner spielt regelmäßig bei den Youngstars, um Spielpraxis zu sammeln, was für die sportliche Entwicklung eines 20-jährigen Basketballers förderlich ist, und ihn wieder einmal in seine sportliche Heimat führte. Seine Bühne ist mittlerweile aber hauptsächlich die BBL, die höchste deutsche Spielklasse. Beim Eurocup-Teilnehmer Ratiopharm Ulm hat Ferner nun seinen ersten Profivertrag unterschrieben, der bis 2018 läuft.

Es ist der Lohn für Fleiß und harte Arbeit beim TSV Nördlingen sowie der Ratiopharm Akademie Ulm. „Es gibt mir auch Sicherheit für die nächsten zwei Jahre“, sagt der Ederheimer. „Ich weiß, dass ich mich in Ulm weiterentwickeln kann.“ Wie wichtig es dem Verein war, Ferner zu halten, zeigt die Überschrift auf der Internetseite des Klubs: „Ein Baustein für die Zukunft“. Geschäftsführer Thomas Stoll sagt über den U20-Nationalspieler: „In Joschka steckt viel Potential. Er muss noch aggressiver spielen. Wenn ihm das gelingt, werden wir in Ulm noch mehr Freude an Joschka haben.“

Im Ries ist es keine Überraschung, dass Ferner im Basketball eine große Zukunft vor sich hat. Mit sechs Jahren stand er vor der Wahl, vor der vermutlich viele Sportler stehen - wobei das Gros vermutlich anders entscheidet: Fußball oder Basketball? „Fußball hat mich nicht so interessiert, Basketball gefiel mir besser“, erzählt Ferner und fügt lachend hinzu: „Damals wusste ich noch nicht, dass es so weit gehen kann. Das habe ich erst mit 16 begriffen.“

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Als Kind begann er unter Trainerin Agi Szittya beim TSV Nördlingen mit dem Basketballspielen, sein Mentor in den folgenden Jahren bis zur U16 hieß Zoltan Nagy. Nagy und Co-Trainer Sebastian Moll gelang es in der Saison 2011/2012, die U16 der Nördlinger Basketballer bis ins Halbfinale der Junioren-Bundesliga JBBL zu führen. Ferner wurde zum wertvollsten Spieler der gesamten Liga gewählt. Trotz aller Vorschusslorbeeren arbeitete Ferner ruhig und konstant weiter.

Von der damaligen Mannschaft spielen heute viele Akteure weiterhin auf einem hohen Niveau. Georg Beyschlag gewann mit der U19 des FC Bayern im vergangenen Jahr die deutsche Meisterschaft, David West spielt mit der Internationalen Basketball-Akademie München in der Nachwuchs-Bundesliga (NBBL). Joschka Ferner, sein Zwillingsbruder Lukas und Michael Dorsch gingen nach der historischen Saison 2011/2012 zur Ratiopharm Akademie, wo seitdem auch Nagy hauptamtlich als Jugendtrainer tätig ist.

Während Lukas Ferner sich nach dem Abitur am Theodor-Heuss-Gymnasium gegen Basketball als Leistungssport und für ein Studium an der Uni Augsburg entschied, gelang Joschka in Ulm der Durchbruch als Profi. In dieser Saison hat von Spielern des Jahrgangs 1996 nur Mahir Agva (Walter Tigers Tübingen) mehr Pflichtspiel-Minuten in der BBL absolviert. In der ProB ist Ferner mit 12,3 Punkten pro Spieler bester Werfer seines Jahrgangs. „Ich will weiter hart arbeiten und ein fester Bestandteil der BBL-Mannschaft werden“, sagt der 2,03-Meter große Forward. „Mein Ziel ist es, vom Rollenspieler zum Führungsspieler zu werden.“

Seine langjähriger Trainer und Förderer Zoltan Nagy zweifelt nicht daran, dass Ferner den hohen Ansprüchen in Ulm gerecht werden kann, verweist aber auch darauf, dass der 20-Jährige vor allem Zeit für den letzten Schliff braucht. „Joschka ist immer noch ein junger Spieler, aber er ist auf einem guten Weg“, sagt Nagy. „Er ist fleißig, kann gut verteidigen und gut werfen. Was er braucht, sind Erfahrung und eine weitere athletische Ausbildung.“

Ferner wiederum dankt seinem Ex-Coach, dass er ihm zu dieser großen Chance verholfen hat. „Zoltan hat einen riesigen Anteil an meiner Entwicklung“, bekräftigt der Ederheimer. „Er ist mehr als ein Basketballtrainer für mich. Er ist ein Freund.“ Gewachsen ist diese Freundschaft in Nördlingen, als Ferner von der Basketball-Bundesliga noch nicht einmal geträumt hat.

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