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22.11.2019

Deshalb protestieren Landwirte bei Herrmann-Besuch in Möttingen

Jordan Putman protestierte beim Besuch von Innenminister Joachim Herrmann in Möttingen. Er fordert mehr Respekt für die Landwirtschaft.
Bild: Jan-Luc Treumann

Plus Etwa 35 Landwirte haben sich bei der Ankunft des bayerischen Innenministers mit Traktoren vor dem Bürgerzentrum und an der B25 positioniert. Das sagen sie Herrmann - so reagiert er.

Möttingen Das orangene Warnlicht eines Traktors blinkt in der Nacht, die Motoren der Schlepper rattern. An den Fahrzeugen sind Schilder angebracht, „Uns reichts“ steht neben einem wütend schauendem roten Smiley, oder „Bürokratie und Auflagenwahnsinn machen uns tot“. Vier Traktoren parken vor dem Bürgerzentrum in Möttingen, wohin der ansässige Ortsverband der CSU eingeladen hatte. Zu dem Termin erschien auch der bayerische Innenminister Joachim Herrmann, diese Gelegenheit nutzten die Landwirte für ihren Protest. Etwa 30 weitere Traktoren waren an der B25 an der Ausfahrt Kleinsorheim positioniert. Dort sprach der Innenminister mit dem Kreisobmann des bayerischen Bauernverbandes, Karlheinz Götz.

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Landwirte protestieren vor dem Bürgerzentrum in Möttingen

Vor dem Bürgerzentrum stand Jordan Putman. „Ich möchte, dass die Landwirtschaft eine Perspektive hat. Wir schaffen die Basis für die Bevölkerung, jeder ist auf Essen angewiesen“, sagte der 19-Jährige. Die Landwirte würden teilweise für Probleme verantwortlich gemacht, für die sie nichts könnten. Putman möchte mehr Respekt für die Arbeit seines Berufsstandes.

Der Protest richte sich auch gegen die vielen Auflagen, die die Landwirte zu erfüllen hätten. „Viele Höfe stehen vor dem Ruin. Es steht keiner hinter uns, unsere Arbeit wird als schlecht hingestellt“, sagt Putman, der erst seine Ausbildung beendet hat. Er hoffe, dass der Protest von der Politik gehört werde.

Deshalb protestieren Landwirte bei Herrmann-Besuch in Möttingen

So reagierte Herrmann darauf

Joachim Herrmann ging in seiner Rede im Bürgerzentrum auf die Proteste und den Zusammenhang von Maßnahmen gegen die globale Erwärmung ein. „Wir wollen mehr Klimaschutz und wir müssen mit den Bauern arbeiten. Wenn wir von regionalen Kreisläufen sprechen, müssen die Bauern in der Region auch eine Zukunft haben“, sagte der bayerische Innenminister. Der ländliche Raum werde im 21. Jahrhundert nicht nur aus Landwirtschaft bestehen, den könne er sich aber ohne landwirtschaftliche Gebiete nicht vorstellen.

Kreisobmann Götz sagte, er sei ebenfalls mit einem Schlepper gekommen. Der Bauernverband unterstütze die Aktion, es freue ihn, dass so viele Personen mitgemacht hätten. „Ich habe mit dem Minister gesprochen. Um die Bauern steht es schlecht. Das Fass läuft über und deshalb sind so viele Leute unterwegs.“ Kritik übt Götz vor allem am Agrarpaket und der Düngeverordnung, bestimmte Anforderungen seien den Bauern pauschal nicht zuzumuten. Götz sagte, er hatte den Eindruck, dass Herrmann die Sorgen der Landwirtschaft wahrgenommen habe. Nach Angaben der Polizei verlief der Protest friedlich. Den Protest organisierte der Zusammenschluss von Landwirten „Land schafft Verbindung“. Als sich die Demonstration auflöste, fuhren die Landwirte abschließend hupend am Bürgerzentrum vorbei.

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