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Wirtschaft

06.07.2019

Destilla feiert in Nördlingen Geschichte und Zukunft

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3 Bilder
Architekt Werner Eberl (Mitte) übergab den symbolischen Schlüssel an das Unternehmerpaar Renata und Armin Thienel (rechts): Destilla feierte am Freitag nicht nur das 50-jährige Bestehen, sondern auch den neuen Standort in Nördlingen.
Bild: Szilvia Izsó

Franz Latka gründet 1969 das Unternehmen Destilla. Das Jubiläum und der Neubau in Nördlingen werden mit einem Festakt gefeiert. Die Festrede hält Bauminister Reichhart.

50 Jahre ist es her, seit rund eine halbe Milliarde Menschen weltweit gebannt auf den Fernseher starrte. Schwarz-weiß flimmerte das Bild, es zeigte die ersten Astronauten, die einen Fuß auf den Mond setzten. Später folgten ihnen andere Raumfahrer, der Geruch des Mondstaubes blieb manchem in der Nase hängen – er soll wie verbranntes Schießpulver riechen. Nicht nur aus Bildern bestehen unsere Erinnerungen, auch aus Düften, aus Aromen. Ein Nördlinger Unternehmen, das just im Jahr der Mondlandung gegründet wurde, ist Experte auf diesem Gebiet: die Destilla GmbH. Gestern wurden das Firmenjubiläum und der neue Bau in Nördlingen mit einem großen Fest gefeiert.

Gegründet wurde die Destilla von Franz Latka, dem Vater von Renata Thienel. In der Festschrift zum Jubiläum der Firma berichtet sie, dass er in Karlsbad den Beruf des Medizinaldrogisten erlernt habe und als Vertriebener nach Nördlingen gekommen sei. Zunächst arbeitete Latka bei Esarom, bildete sich zum Destillateur weiter. 1969 machte er sich selbstständig. Die Firma sollte eines Tages der Sohn übernehmen, doch der wanderte nach Kanada aus. Und so ging die Verantwortung an Armin und Renata Thienel über. Mittlerweile ist auch die nächste Generation an Bord. Matthias Thienel hat in diesem Jahr die Geschäftsanteile seiner Mutter übernommen. Diesen Monat ist auch Katharina Thienel in die Firma eingestiegen.

Die ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen, wie Armin Thienel nach der Begrüßung durch Sohn Matthias zu Beginn des Festaktes berichtete: 20-facher Umsatz seit 1996, Mitarbeiterzuwachs von neun auf 153, vertreten auf allen Kontinenten. In den vergangenen Jahren wurde zusätzlich zum Standort in Kleinerdlingen ein zweiter am Münchner Ring in Nördlingen gebaut, eine Investition von rund 20 Millionen Euro, so Thienel. 10950 Quadratmeter Nutzfläche seien dort entstanden, unter anderem 3000 Quadratmeter für die Produktion. Der Strom, der benötigt wird, stammt von der Fotovoltaikanlage auf dem Dach, die Wärme von einer Biogasanlage aus der Umgebung.

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Für ein Familienunternehmen sei die Investition eine große Herausforderung gewesen, betonte Thienel. Er bedankte sich ausdrücklich bei seinen Mitarbeitern: „Ihr seid der Motor des Erfolges.“ Fast denke er, so Thienel, dass man ein Unternehmen nicht besitzen könne. Man gehöre zu ihm, sei mit ihm verbunden – und stellvertretend für seine Familie sagte er: „Und das gilt für uns alle hier.“ Zum Festakt waren zahlreiche Vertreter aus der Politik erschienen, ihnen gab der Destilla-Chef als Familienunternehmer eine Aufgabe mit: „Wir erwarten, dass für uns mehr getan wird und wir ernst genommen werden, nicht nur die Dax-Unternehmen.“

Die Festrede bei Destilla hielt Bauminister Dr. Hans Reichhart

Die Moderation des Festes übernahm humorvoll Dominik Herzog. Die Festrede hielt der bayerische Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, Dr. Hans Reichhart. Er erinnerte die Besucher daran, dass Aromen uns unser ganzes Leben begleiten und uns ein Lächeln ins Gesicht zaubern – und dafür sei Destilla mitverantwortlich. „Sie sind ein Mittelständler aus dem Lehrbuch“, attestierte er den Thienels. Und gerade die Mittelständler seien das Rückgrat und Herz der bayerischen Wirtschaft. Architekt Werner Eberl übergab dem Ehepaar Thienel nicht nur den symbolischen Schlüssel. Er sagte auch, dass das Volumen des am Münchner Ring entstandenen Bauwerks dem von rund 85 Einfamilienhäusern in normaler Größe entspreche. Trotz hoher Baukonjunktur habe man es kosten- und termingetreu realisiert.

Zu den weiteren Gratulanten gehörte unter anderem CSU-Bundestagsabgeordneter Ulrich Lange, der sagte: „Man schmeckt Destilla und weiß es manchmal gar nicht.“ Landrat Stefan Rößle bedankte sich unter anderem für die Standorttreue, Oberbürgermeister Hermann Faul für das soziale Engagement der Familie. Die Thienels unterstützten beispielsweise die Realschule Maria Stern oder das Stadtmauerfest. Zudem waren als Grußwortredner Tobias Koppitz, Geschäftsführer des Deutschen Verbandes der Aromenindustrie, und Andreas Dirr, Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Donau-Ries, angekündigt.

Die Segnung des neuen Destilla-Gebäudes übernahmen Dekan Gerhard Wolfermann und Stadtpfarrer Benjamin Beck. Die Bigband der Realschule Maria Stern spielte zwischen den Ansprachen – schwungvoll und mitreißend.

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