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Nördlingen

08.05.2020

Deutliche Entscheidung bei der Wahl um die Zweite Bürgermeisterin

Sie vertreten den neuen Oberbürgermeister David Wittner künftig (von rechts): die neue Zweite Bürgermeisterin Rita Ortler (SPD) und die Dritte Bürgermeisterin Gudrun Gebert-Löfflad beim Ablegen ihres Amtseides.
Bild: Szilvia Izsò

Plus In der ersten Sitzung im Stadtsaal treten zwei Frauen für den Posten des Zweiten Bürgermeisters an. Die Entscheidung fällt am Ende deutlich aus.

Wer bislang noch fälschlicherweise an das Vorurteil glaubte, dass Kommunalpolitik eine langweilige, ja schnöde Angelegenheit sei, der wurde am Donnerstagabend eines Besseren belehrt. Denn schon die erste Sitzung des neuen Nördlinger Stadtrats, die wegen der Corona-Pandemie im Stadtsaal Klösterle stattfand, hatte es in sich. Genauer gesagt war es der Tagesordnungspunkt fünf, der für Spannung sorgte: die Wahl der weiteren Bürgermeister. Der bisherige Zweite Bürgermeister, Markus Landenberger-Schneider von der CSU, wurde nicht mehr für das Amt vorgeschlagen. Stattdessen setzten die Christsozialen auf Maximiliane Böckh. Sie trat in der geheimen Wahl gegen Rita Ortler von der SPD an.

Der neue CSU-Fraktionsvorsitzende Steffen Höhn sagte, es sei gute Tradition in Nördlingen, dass die größte Fraktion jemanden für den Posten des Zweiten Bürgermeisters empfehle. Wie berichtet, stellen die Christsozialen im neuen, jetzt 30-köpfigen Gremium acht Sitze, PWG, Stadtteilliste sowie Grüne/Frauenliste kommen jeweils auf sechs, die SPD auf vier Ratsmitglieder. Die CSU wolle von dieser Tradition Gebrauch machen, so Höhn. Er dankte Markus Landenberger-Schneider für seine Arbeit in den vergangenen Jahren und empfahl dann Böckh. Mit dem neuen Oberbürgermeister David Wittner stehe Nördlingen vor einem Neubeginn, deshalb wolle auch die CSU ein neues Gesicht vorschlagen, argumentierte Höhn. Zudem hätten während der Kommunalwahl alle davon gesprochen, Frauen besser einzubinden. Man wolle weibliche Räte nicht in die hinteren Reihen schicken und mit Böckh ein klares Signal setzen: Nur so könne es gelingen, dass sich andere Frauen ein Beispiel nähmen und maßgeblich mitwirkten. Böckh habe eine Chance verdient, so der CSU-Fraktionsvorsitzende.

Fograscher vermisste Gespräch im Vorfeld

Die neue SPD-Fraktionsvorsitzende Gabriele Fograscher trat danach ans Rednerpult. Die Sozialdemokraten seien davon ausgegangen, dass es beim bewährten und erfahrenen Zweiten Bürgermeister Landenberger-Schneider bleiben würde. Die CSU sei zwar die größte Fraktion, brauche aber dennoch Mehrheiten. Sie habe es vermisst, dass im Vorfeld nicht mit ihr gesprochen worden sei, sagte Fograscher – und schlug Rita Ortler als erste Stellvertreterin für den Oberbürgermeister vor. Ortler sei mit mehr als 9000 Stimmen in den Stadtrat gewählt worden, das sei ein deutliches Signal: „Sie genießt das Vertrauen vieler Bürger.“ Fograscher bat die anderen Ratsmitglieder, dieses Vertrauen aufzugreifen und die SPD-Kandidatin zu wählen. Und das tat eine Mehrheit: Ortler bekam 23 Stimmen, Böckh sieben und eine entfiel auf Landenberger-Schneider – neben den 30 Stadträten stimmte auch Oberbürgermeister David Wittner mit ab. Die neue Zweite Bürgermeisterin bedankte sich herzlich für das Vertrauen und nahm die Wahl an.

Deutlich unumstrittener war die Abstimmung über die Dritte Bürgermeisterin. Der Fraktionsvorsitzende der Stadtteilliste, Thomas Mittring, schlug die bisherige Amtsinhaberin Gudrun Gebert-Löfflad vor. Sie habe sich in der Vergangenheit souverän und neutral verhalten und die Stadt gut nach außen präsentiert. Bei der geheimen Wahl erreichte Gebert-Löfflad 27 Stimmen, eine bekam Markus Hager, eine Landenberger-Schneider und zwei Rudi Koukol. Die neue und bisherige Dritte Bürgermeisterin bedankte sich und sagte, sie habe sehr gerne den bisherigen Oberbürgermeister Hermann Faul vertreten und werde das auch ebenso gerne für den neuen OB übernehmen. Sowohl Gebert-Löfflad als auch Ortler wurden von Wittner vereidigt.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Martina Bachmann:

Die falschen Kandidaten

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