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18.05.2018

Die Ampellösung muss weg

Ausbau der B 29: Bürger wollen Nachbesserungen

Selten waren Meinungen der Kommunalpolitik und die der Bürger so nah beieinander, wie in diesem kniffligen Thema: Die Pläne zum Ausbau der B 29 im Bereich der Röttinger Höhe und der Aufhausener Steige sorgen bereits seit längerem für ausreichend Gesprächsstoff. Bei einer Versammlung in Aufhausen haben 150 Bürger und die Politiker Nachbesserungen gefordert.

Seit 2009 wird der dreispurige Ausbau zwischen Lauchheim und Aufhausen diskutiert. Wegen der Kosten von mehr als fünf Millionen Euro entschied man sich trotz vieler Bedenken für eine Ampel- statt einer Brückenlösung. 2012 standen dann die Vorzeichen für einen schnellen Baubeginn gut, was auch das Regierungspräsidium Stuttgart bestätigte. „Wir hielten einen Baubeginn in 2015 für realistisch“, sagte Bopfingens Bürgermeister Gunter Bühler, der mit Lauchheims Bürgermeisterin Andrea Schnele und Westhausens Bürgermeister Markus Knoblauch die Bürger über den aktuellen Stand informierte. Eine geschützte Pflanzenart und die nachträgliche Aufnahme in die Planungen des Landesfernradweges verhinderten den Baubeginn. Weitere Versprechen folgten – und wurden wieder verworfen.

Mittlerweile steckt die Baumaßnahme im Planfeststellungsverfahren. Die Kosten haben sich mit rund acht Millionen Euro mittlerweile fast verdoppelt, plus der Million für die bisherige Verfahrensplanung. Und die unbeliebte Ampellösung wird weiterhin heftig diskutiert. Vor allem im Winter befürchten die Bürger ein Verkehrschaos auf der Röttinger Höhe. „Schon jetzt haben Laster bei Schneeglätte Probleme, die Steigung hinaufzukommen und bleiben auch oft hängen. Kommt noch eine Ampel dazu, geht wohl später gar nichts mehr“, sagen viele Bürger. Hinzu kommen Pläne für den neuen Radweg, die für Kopfschütteln sorgen. Geht es nach den Planern, müssen Radfahrer künftig zweimal die stark befahrene B29 kreuzen. „Ein Unding. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis dort ein Unglück geschieht“, sagen die Bürger, die auf Konfrontationskurs mit dem Verkehrsminister gehen: „Wir sollten uns beim Regierungspräsidium und beim zuständigen Minister Gehör verschaffen. Lieber das Risiko eingehen, dass dieses Verfahren letztendlich scheitert und wir keinen Ausbau der B29 im Bereich der Röttinger Höhe bekommen, als so einen Quatsch mitzutragen“, sagen sie. In einer gemeinsamen Stellungnahme an das Regierungspräsidium Stuttgart wollen die drei Bürgermeister Volkes Wille und die eigene Einschätzung zur Baumaßnahme nochmals wiedergeben. „Ich hoffe, dass der viel zitierte Spruch von einer Politik des Gehörtwerdens bei den Verantwortlichen auch gilt“, sagte Bühler, der nochmal das Gespräch mit dem Verkehrsminister suchen will. (mab)

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