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Corona-Pandemie verschlechtert weltweite Ernährungslage

09.07.2010

Die Angst geht um

Nördlingen Auch im Donau-Ries-Kreis geht jetzt die Angst bei den niedergelassenen Hausärzten um. Kaum hatten sie mit ihrem Verband eine politische und finanzielle Verschnaufpause durch den Hausarztvertrag mit der AOK erreicht, der ihnen verbesserte Rahmenbedingungen ermöglichte, macht ihnen jetzt die Bundesregierung mit ihren gesundheitspolitischen Beschlüssen über Nacht einen fatalen Strich durch die Rechnung. Der bayerische Hausärzteverband ist außer sich: Die Beschlüsse führten zu einer endgültigen Zerschlagung der hausärztlichen Versorgung in der Republik, wetterte gestern Verbandschef Dr. Wolfgang Hoppenthaller (München).

Gegenüber unserer Zeitung sagte er, die Koalition in Berlin habe ihr Wort gebrochen, für die Hausärzte vernünftige Rahmenbedingungen zu schaffen und stattdessen nun das Staatsmonopol der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV), verbunden mit Dumping-Honoraren für die Mediziner, festgeschrieben.

Sowohl Hoppenthaller als auch der Sprecher der Hausärzte auf schwäbischer Bezirksebene, Dr. Jakob Berger ( Meitingen), gehen davon aus, dass im Zuge dieser Beschlüsse die AOK Bayern im Jahr 2011 ihre Hausarztverträge nicht mehr aufrecht erhalten werde. Das würde das finanzielle Aus vieler Praxen bedeuten und den Nachwuchs von diesem Beruf fernhalten.

Hoppenthaller: "Künftig dürfen nämlich nach dem Willen von Schwarz-Gelb nur noch Hausarztverträge abgeschlossen werden, deren finanzielle Abgeltung die Honorarhöhe des KV-Systems nicht übersteigen. Dies bedeutet den Tod der Hausarztverträge. Bundesgesundheitsminister Rösler hat uns eindeutig belogen." Der Amerdinger Hausarzt und Verbandsdelegierte Dr. Martin Rawer sagte gestern gegenüber den RN, die Berliner Beschlüsse "versenken unsere Hausarztverträge. Der Bestandschutz hält nicht mehr."

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Zum Hausärztetag am nächsten Samstag in Bad Gögging wird auch Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder erwartet. Der CSU wirft Hoppenthaller vor, trotz gegenteiliger Beteuerungen die hausärztliche Versorgung auch auf dem flachen Land kaputt zu machen.

Voraussichtlich am 21. Juli wollen die Hausärzte in Nürnberg über Streikmaßnahmen beraten und den Ausstieg aus der Kassenärztlichen Vereinigung diskutieren. Rawer hofft, dass auch die "ebenfalls geknebelten Fachärzte den Ausstieg aus der KV beschließen". (vc)

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