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04.10.2009

Die Bäume werden einzeln gehegt

Nördlingen (gne) - Kommen mit der Umsetzung eines neuen Pflanzkonzepts bei den Stadtbäumen neue Kosten auf die Kommune zu (siehe eigenen Bericht), so wird der Stiftungswald auch in Zukunft aller Voraussicht nach ansehnliche Überschüsse erwirtschaften. Grund dafür ist eine kluge, nachhaltige Forstpolitik im Stiftungswald. Ihre Prinzipien erläuterten die beiden Revierförster Horst Ferner und Otto Powarcinsky sowie der Leiter des Bopfinger Forstamts, Werner Vonhoff, beim vierstündigen Waldbegang des Nördlinger Stadtrates, an zahlreichen Beispielen.

Einzelbaumnutzung heißt der Schlüssel zum Erfolg. Dabei beurteilen die Fachleute die einzelnen Bäume - Eichen, Buchen oder Bergahorn - nach ihrer Qualität. Damit die vielversprechendsten Exemplare auch besonders gut wachsen können, brauchen ihre Baumkronen genug Licht und Raum. Deshalb werden im Stiftungswald benachbarte, weniger wertvolle Bäume rechtzeitig gefällt, damit sie diese A-Hölzer nicht in ihrem Wuchs behindern. "Qualität bringt Geld", erklärte Vonhoff und dankte der Stadt und der Stiftung für ihre Unterstützung dieser langfristigen Strategie.

Mischwälder erhalten

Gezielter Holzeinschlag trage dazu bei, die selten gewordenen Mischwälder zu erhalten. "Unsere tollen Waldbestände sind überörtlich sehr bekannt", sagte Otto Powarcinsky und berichtete von zahlreichen Exkursionen nationaler und internationaler Fachleute. Der Stiftungswald sei ein Vorzeigewald. Das Waldsterben, darin waren sich die drei Experten einig, sei ausgeblieben. Der Wald wachse wie nie zuvor. Die Klimaerwärmung sehen sie aber als die große Herausforderung der Zukunft. "Da ist was im Fluss", warnte Ferner. Als Reaktion darauf würde auf kleineren Flächen mit neuen Baumarten experimentiert.

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Pflanzaktionen seien ansonsten in dem sich selbst verjüngenden 1500 Hektar großen Stiftungswald eher die Ausnahme. Allerdings hätten es junge Bäume auch hier schwer genug. Der "Wilddruck" sei hoch. Den Stadträten wurden einige Verbissspuren gezeigt. Ohne Schutzzäune gehe es nicht, wie ein Beispiel junger Tannen zeigte.

Von der gelungenen Verbindung von Ökologie und Ökonomie im Stiftungswald profitiere nicht zuletzt auch die Tierwelt, hieß es weiter: Hohle Bäume mit Nisthöhlen für seltene Vögel würden nur dort gefällt, wo sie eine Verkehrsgefährdung darstellten. Auch Totholz lassen die Forstleute in geringem Umfang als Lebensraum für Insekten liegen.

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