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OB-Wahl

28.01.2020

Die Bürgermeisterkandidaten im Porträt: Ein Bauingenieur fürs Rathaus

Wolfgang Goschenhofer tritt bei der Oberbürgermeisterwahl in Nördlingen für die Grünen an.
Bild: Szilvia Izsò

Plus Wolfgang Goschenhofer tritt am 15. März in Nördlingen als Kandidat der Grünen an. In Pfäfflingen hebt er die Bedeutung der Stadtteile bei dieser Wahl hervor.

Wolfgang Goschenhofer weiß, wer ihm am Ende zum Erfolg verhelfen könnte. Und das macht er auch gleich zu Beginn seiner Wahlveranstaltung im Gasthaus Götz in Pfäfflingen deutlich: „Sie haben es mit Ihrer Stimme in der Hand.“ Sie, das sind aus Goschenhofers Sicht die Bürger in den Stadtteilen. Dort sei die Wahlbeteiligung zum einen deutlich höher als in der Kernstadt, zum anderen stelle die Stadtteilliste keinen Kandidaten. Goschenhofer tritt bei der Oberbürgermeister-Wahl am 15. März für die Grünen an, in Pfäfflingen wirbt er um die Stimmen der Besucher. Nur wenige Plätze sind in dem großen Nebenraum der Gaststätte leer geblieben – und die, die gekommen sind, hören dem Kandidaten aufmerksam zu.

Der agiert mit Charme, lächelt viel und geht zu Beginn auf die Probleme ein, die er bei seinen Haustürbesuchen in Pfäfflingen ausgemacht hat. Da wäre zum Beispiel der Radweg nach Deiningen. Den hätte der Bund in der Vergangenheit zu 90 Prozent finanziert, sagt Goschenhofer – doch im Stadtrat hätten die Grünen dafür keine Mehrheit bekommen. Im Verlauf des Abends wird der 58-Jährige noch ein paar Mal genau auf diesen Punkt zu sprechen kommen: Dass die Mehrheiten im Stadtrat derzeit anders liegen, dass er mit nur vier Mitgliedern in der Fraktion seine Visionen nicht durchsetzen konnte und dass die Grünen-Liste deshalb ebenfalls die Unterstützung der Bürger brauche. Er nennt ein zweites Pfäfflinger Problem: den Verkehr in der Dorfstraße. Goschenhofer schlägt vor, den Durchgangsverkehr mal für ein halbes Jahr zu sperren. Für einen solchen Testfall brauche man aber eben Mehrheiten im Stadtrat. Mehrere Kandidaten, die auf der Grünen-Liste stehen, sind mit Goschenhofer nach Pfäfflingen gekommen – und sie dürfen sich nicht nur kurz persönlich vorstellen, sondern auch ihre Ziele darlegen.

OB-Kandidat Goschenhofer: Kreative Lösungen für Nördlingen

Goschenhofer selbst wünscht sich ein Stadthaus, mitten am Marktplatz – er will den ehemaligen Müller-Markt wiederbeleben. Kurz lässt er durchblicken, dass seine alteingesessene Familie die notwendigen Kontakte in Nördlingen hat: Selbstverständlich habe er schon mit dem Eigentümer dieses Hauses gesprochen, der sei den Ideen gegenüber aufgeschlossen. Beim Thema Hallenbad verweist Goschenhofer indirekt auf seine berufliche Qualifikation als Bauingenieur: Das Allerwichtigste sei es im Moment, kreative Lösungen zu finden, damit das bisherige Hallenbad nicht zu lange geschlossen bleibe.

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Goschenhofer, selbst passionierter Schwimmer, berichtet, dass am Anfang von einer Schließzeit von drei Saisonen die Rede gewesen sei, jetzt sei man bei einer. Auf Nachfrage stellt er auch detailliert vor, wie er sich das neue Bad vorstellt: Ein Spaßbad gehe nicht, aber Laune machen müsse das neue Hallenbad schon. Dazu gehöre etwa eine Rutsche, eine attraktive Sauna. Der OB-Kandidat betont, dass man ein Bad in Modulbauweise für elf Millionen Euro bekomme – ein konventionell gebautes koste „20 Millionen Euro plus X“.

Potenzial im Tourismus

Einen direkten Seitenhieb auf seine Mitbewerber verkneift sich der Familienvater. Ein indirekter darf es dann aber schon sein: Im Bereich Tourismus gebe es noch enormes Potenzial, meint Goschenhofer. Und die Entwicklung sei auch nicht gerade gut – in Dinkelsbühl etwa seien die Übernachtungszahlen in den vergangenen Jahren gestiegen, in Nördlingen nur stagniert: „Wir brauchen ein richtig gutes Konzept.“ Die Eger liege derzeit brach, ein Campingplatz wäre da doch etwas. Und im Rieser Sportpark kann sich Goschenhofer einen Abenteuerspielplatz und eine Open-Air-Bühne vorstellen: „Da geht noch mehr.“

Dass Goschenhofer den Nahverkehr deutlich ausbauen will, gefällt den Pfäfflingern. Schließlich brauche man derzeit mindestens zwei Autos, sind die Kinder groß, noch mehr, sagen Besucher. Klimaschutz als Chefsache, ein Stadtteilrat, das Döderlein-Gelände in Eigenregie entwickeln, keine Wartelisten mehr bei Kitas und Kurzzeitpflegeplätzen – irgendwann will einer der Besucher von Goschenhofer wissen, wie er das finanzieren wolle. Der nennt zwei Beispiele: Beim Hallenbad spare er Millionen und beim Anbau an die Grundschule Mitte auch. Die Variante, die er bevorzugt habe, sei nämlich 1,5 Millionen Euro billiger gewesen, als die, für die die Mehrheit des Stadtrates gestimmt habe.

„Ich werde mein Bestes geben, meine ganze Energie, mein ganzes Wissen einbringen“, verspricht Goschenhofer den Wählern in Pfäfflingen.

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