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Die Egerviertel-Investoren hätten Bürger beteiligen sollen

Philipp Wehrmann
Kommentar Von Philipp Wehrmann
10.07.2020

Plus Ohne die ständigen Kommunikationspannen hätte ein Kompromiss für das Egerviertel entstehen können, kommentiert Philipp Wehrmann.

Das Egerviertel ist geprägt von Kommunikationspannen. Die jüngste war in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend zu beobachten. Ein Mann aus dem Landkreis Augsburg im Tross der Egerviertel-Investoren stellte sich auf dem Podium dem Stadtrat als vierfacher Vater vor. Er sei kein Baufachmann, sondern privat dort. Warum ein Privatmann vor dem Gremium steht, ließ er offen. Wenn er gerade nicht privat Reden vor Politikern hält, erarbeitet er Kommunikationsstrategien für Unternehmen, wie es auf seiner Website heißt.

Hilfe beim Dialog mit Anwohnern und der Öffentlichkeit hätten die Investoren ganz offensichtlich benötigt, aber schon vor langer Zeit. Stattdessen hat man bis zur Informationsveranstaltung im Januar dieses Jahres vor sich hin geplant, ohne den Nördlingern die Möglichkeit zu geben, ihre Meinung zu dem gigantischen Vorhaben in der historischen Altstadt abzugeben.

Zu diesem Zeitpunkt war bereits vieles in Stein gemeißelt, zumindest stellten es die Verantwortlichen so dar. Hätte es früher ein Gespräch gegeben, wäre vielleicht eine Zwischenlösung, die sich manche Stadträte heute wünschen, möglich gewesen. Heute erscheint sie unwahrscheinlich, allein schon des unterschiedlichen Verfahrens wegen. Nun landet der Plan A, der einiges gekostet hat, im Papierkorb. Ersetzt wird er durch das Stückwerk des Plan B.

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Der Investor ist nicht allein verantwortlich für Nachteile des Ursprungsplanes

Die ursprüngliche Variante hatte Vor- und Nachteile – und es ist nicht so, dass der Investor alleine für letztere verantwortlich wäre. Dass die Planung der Tiefgarage mit 125 Plätzen riesig war, lag an den strengen Vorschriften der Stadt Nördlingen, wie Investor Stephan Deurer unserer Redaktion nach der Sitzung sagte. Dass man entsprechende Kosten mit einer dichten Bebauung kompensieren muss, leuchtet ein.

Der Vortrag der Investoren begann mit dem Angebot des Kommunikationsexperten, dass die Nördlinger zwischen zwei Varian-ten wählen sollen, und endete mit der Aussage des Investors, dass eine der beiden Optionen eigentlich gar keine mehr ist – obwohl sich in der Sitzung an der Sachlage nichts geändert hat. Immerhin hat OB Wittner mit seinen ständigen Nachfragen zum weiteren Vorgehen Klarheit geschaffen. Doch der Einfluss der Stadt ist nun begrenzter.

Lesen Sie, was in der vergangenen Stadtratssitzung geschah:

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12.07.2020

Ich denke man muß sein Bauvorhaben nicht mit der Öffentlichkeit diskutieren. Z. Bsp. bei 10 Personen hat man meistens 10 verschiedene Meinungen. Dies führt zu nichts!!!! Es müßte dann jeder Bauherr sein Vorhaben mit der Öffentllichkeit diskutieren und absegnen lassen. Für was hat man eine Verwaltung und einen Stadtrat? Ich denke die Kommunikationsprobleme sind in der Verwaltung und dem Stadtrat (Fraktionen) zu suchen. Ausnahmen von der Altstadtsatzung wird es immer geben. Ich denke, dass manche Bedenken an den Haaren herbeigezogen sind. Wenn man das Gebiet Egerviertel betrachtet, sind wenige Anwohner betroffen. Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Ich als Investor würde in diesem Fall mein Vorhaben komplett stoppen und mir Gedanken über andere Investitionen machen.

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