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Oettingen

22.09.2020

Die Erweiterung des Oettinger Albrecht-Ernst-Gymnasiums wird Millionen teurer

Auf dem AEG-Gelände soll ein neues Gebäude mit Klassenzimmern und Funktionsräumen für die Naturwissenschaften entstehen. Doch die Kosten für das Gebäude werden teurer als geplant.
Bild: Diana Hofmann

Plus Der Neuanbau des Gymnasiums in Oettingen kostet mehr als gedacht. Die Baustelle beginnt später. Ein Kreistagsmitglied spricht von einem „Luxus-Bau“.

Einmal mehr standen die aktuellen Schulbauprojekte im Mittelpunkt einer Kreis-Bauausschusssitzung. Das sind allesamt teure Vorhaben, die den Landkreis in den kommenden Jahren vor finanzielle Herausforderungen stellen werden. Angesichts der knapp kalkulierten Haushaltsjahre ab 2022 dürfte sich daher bald die Frage stellen, ob der Kreis sich wieder verschulden muss. Kein Verantwortlicher spricht dies bisher deutlich aus. Dass an neuen Krediten wohl kein Weg vorbeiführen werde, scheint unausweichlich, heißt es in den Fraktionen hinter vorgehaltener Hand.

Gleich zu Beginn der Sitzung hatte Landrat Stefan Rößle keine gute Nachricht im Zusammenhang mit dem Albrecht-Ernst-Gymnasium (AEG) in Oettingen. Mit dem geplanten Neubau eines Gebäudes auf dem Schulcampus könne nicht wie geplant im Herbst 2021, sondern erst 2022 begonnen werden. Weil der Projektumfang zugenommen habe, müssten die Planungsleistungen neu ausgeschrieben werden. Dies führe zu unvermeidlichen zeitlichen Verzögerungen. Am Fertigstellungstermin zum Schuljahresbeginn 2025/2026 wolle man jedoch festgehalten, so der Landrat. Für den Neubau muss ein erst vor wenigen Jahren neu errichteter Gebäudeteil weichen, unter Inkaufnahme einer zumindest teilweisen Rückzahlung staatlicher Zuschussmittel. Der Kreis hofft dabei glimpflich wegzukommen. Ein Antrag auf Erlass einer Rückforderung von mehreren Hunderttausend Euro durch die Regierung von Schwaben werde gestellt, sagte Joachim Aurnhammer von der Hochbauverwaltung.

Aurnhammer: Kosten von rund 20 Millionen

Hauptziel der Sitzung war es, trotz einer ganzen Reihe von Unwägbarkeiten baulicher und finanzieller Art bis Ende des Monats den Weg für einen entsprechenden Förderantrag bei der Regierung auf Basis einer Kostenschätzung von rund 17,7 Millionen Euro brutto freizumachen. Der Ausschuss stimmte dem zu und verband damit den Auftrag an die Verwaltung, das Projekt auf Kosteneinsparungen zu prüfen.

Aurnhammer machte deutlich, dass die genannte Summe das derzeitige Preisniveau abbilde, ohne finanzielle Reserven oder Puffer für Unvorhergesehenes. Würden die Preissteigerungen wie bisher üblich bei einem Plus von vier bis fünf Prozent liegen, käme man auf Kosten von 20 Millionen Euro. Bei diesem Betrag mussten einige Ausschussmitglieder schlucken. Fraktionsübergreifend war man sich zwar über die Notwendigkeit des Vorhabens einig. Aber 20 Millionen Euro ausgeben, wo anfangs von rund 16 Millionen ausgegangen wurde?

Seiler: "Luxus-Bau" für die Oettinger Bildungseinrichtung

Wie teuer das Ganze werden könnte, verdeutlichte Kreisrat Gerhard Martin (SPD). Bei einer zu schaffenden Hauptnutzfläche von 2100 Quadratmetern würde dies umgerechnet auf den Quadratmeter 8300 Euro ausmachen. Das sei „sehr viel“, meinte Martin. Im Vergleich zum neuen Schulzentrum in Rain würde man damit „erheblich drüber liegen“, räumte Martin Müller von der Kreiskämmerei ein.

Erwin Seiler (PWG/ÖDP/FDP-Fraktion) wurde deutlich und sprach von einem „Luxus-Bau“ für die Oettinger Bildungseinrichtung. Im Übrigen glaube er, es werde bei 20 Millionen Euro nicht bleiben. „Wir müssen dringend schauen, wo wir einsparen können“, appellierte Seiler an die Verantwortlichen.

Auch Sanierung des Theodor-Heuss-Gymnasiums im Gespräch

Zu der teuren Variante für das AEG zu stehen, dafür sprach sich CSU-Kreisrat Reinhold Bittner aus. „Oettingen wartet, dass am Gymnasium etwas geschieht“, meinte Bittner, der mit öffentlicher Kritik wegen des vorgesehenen Abrisses des als „Zwischenbau“ bezeichneten Gebäudeteils rechnet. Aber: „Wir haben einen Bildungsauftrag für unsere Kinder und Jugendlichen.“

Kurz wurde auch auf die Sanierung des Theodor-Heuss-Gymnasiums in Nördlingen eingegangen. Dort laufe inzwischen alles nach Plan. Die Rohbauarbeiten für die Aula seien abgeschlossen, sagte Joachim Aurnhammer. Die Installationsfirmen würden derzeit mit den Arbeiten für die technische Gebäudeausstattung beginnen. Die Kostenprognose liege immer noch bei 34 Millionen Euro. Allerdings könne er nicht ausschließen, diese Marke doch noch reißen zu müssen, so Aurnhammer. Vor kurzem seien nämlich Abschlussrechnungen von Firmen für den zweiten Bauabschnitt eingegangen, die wesentlich höher ausgefallen seien, als veranschlagt. Er werde diese allerdings noch auf ihre Plausibiliät prüfen. Sollten sie korrekt sein, könne die aktuelle Kostenschätzung nicht gehalten werden.

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