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Oettingen

13.09.2019

Die Fraktionen äußern sich zur Krone in Oettingen

Die Stadt Oettingen möchte das Hotel Krone kaufen. Die Oettinger sollen Ende September bei einer Bürgerversammlung über das Projekt informiert werden.
Bild: Werner Rensing

Der Stadtrat hat sich in einer nicht-öffentlichen Sitzung mit dem Großprojekt befasst. Die Oettinger Bürger sollen bald über den aktuellen Stand informiert werden.

Einmal mehr hat sich der Oettinger Stadtrat in einer nicht-öffentlichen Zusammenkunft mit dem Hotel Krone befasst. Vereinbart wurde einstimmig, die Bevölkerung am 25. September in einer Bürgerversammlung zum Stand der Dinge zu informieren. Von den Fraktionen wurde die Sitzung im Nachhinein unterschiedlich beurteilt:

Bis auf eine Ausnahme habe es keinen Anlass für eine nichtöffentliche Behandlung gegeben, sagte SPD-Fraktionschef Robin Bhattacharyya. Mit der Ausnahme meinte Bhattacharyya den von der Stadt anvisierten Kaufpreis für die Krone. Nach Informationen unserer Zeitung soll sich das Kaufangebot an Eigentümer Harald Seebauer im mittleren sechsstelligen Bereich bewegen. Für die SPD sei es von entscheidender Bedeutung, die Bevölkerung beim Großprojekt mitzunehmen. Sollte sich der Stadtrat für die umfassende Sanierung entscheiden, wofür die SPD stehe, müssten die Bürger beim Prozess „mitgenommen“ werden. Bürgermeisterin Petra Wagner sei aufgerufen, den Bürgern zu erklären, welche Bedeutung die Krone für Oettingen habe. Gleiches gelte bei der Finanzierung, bei der an der Stadt trotz Zuschüssen „einige Millionen Euro“ hängen blieben. Seine Fraktion halte dies angesichts der Bedeutung des Projektes und der momentanen Niedrigzinsphase für vertretbar.

Die PWG sagt, sie äußere ihre Haltung nur noch öffentlich

Ähnlich sieht es Rudi Österle, der Fraktionssprecher der PWG. Er habe sich in der Sitzung nicht zu inhaltlichen Fragen zur Krone geäußert, weil sie nichtöffentlich gewesen sei. Die PWG werde ihre grundsätzliche Haltung dazu künftig nur noch bei öffentlichen Gelegenheiten äußern. Wie die SPD plädiert Österle für eine große Lösung bei der Krone. „Das Hotel muss ein Premiumobjekt werden. Oettingen steht schließlich in Konkurrenz zu anderen Kommunen.“ Außerdem brauche die Stadt dringend adäquate Übernachtungsmöglichkeiten auf höherem Niveau. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil die Ansprüche der Gäste stetig steigen würden. Die angedachte Bürgerversammlung Ende des Monats begrüßte Österle.

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Erwin Taglieber (CSU) hat eine ganze andere Meinung. „Die Sitzung war aufschlussreich, nicht zuletzt weil Fachleute dabei waren und wir noch einige wichtige Informationen erhalten haben.“ Seine Fraktion sei für die große Krone-Lösung, unter anderem deshalb, weil sonst die Stadt nicht die vom Bund zugesagten Zuschüsse erhalten würde. Kritikern an der zu erwartenden zusätzlichen Kreditaufnahme der Stadt hielt Taglieber entgegen, dass es zum einen äußert günstige Zinskonditionen gebe und andererseits die Stadt nach der Sanierung und einer entsprechenden Verpachtung des Hotelbetriebes stetige Einnahmen verzeichnen könne. „Man darf nicht nur die Ausgaben betrachten, sondern müsse die Einnahmen gegenrechnen“, so Taglieber. Nachdem aus Sicht der CSU alle offenen Fragen geklärt seien, könne man bei einer Bürgerversammlung auch die Öffentlichkeit informieren.

Raab: Bestimmte Aspekte hätten hinter verschlossenen Türen besprochen werden müssen

Bernhard Raab von der Stadtteil-Liste vertritt ebenfalls die Ansicht, die Sitzung sei notwendig gewesen. „Es gab bestimmte Aspekte, die mussten hinter verschlossenen Türen besprochen werden“, so Raab gegenüber unserer Zeitung. Für seine Fraktion sei es von Bedeutung, bei der Abstimmung über die Zukunft der Krone eine breite Zustimmung im Stadtrat zustande zu bringen. „Dazu brauchen alle einen umfassenden Informationsstand, wozu die jüngste Zusammenkunft zweifellos beigetragen hat.“ Ob in der nächsten Sitzung des Stadtrates die Entscheidung schon reif sei, wie es mit der Krone weitergehen soll, werde man sehen.

(Aktive Bürger Liste) schloss sich der Auffassung von SPD und PWG an: „Die Sitzung war überflüssig. Ich habe keine Neuigkeiten erfahren.“ Positiv sei allerdings die vereinbarte Bürgerinformation. Eine Bürgerbeteiligung bei der Krone habe für ihn eine große Bedeutung, sagte Däubler. Von der Haltung der Bevölkerung wolle er letztlich sein Abstimmungsverhalten bei der Entscheidung über die Zukunft der Krone abhängig machen. Sollte am Ende eine große Sanierungslösung mit neuen Schulden herauskommen, berge diese für die Stadt ein hohes finanzielles Risiko. Schließlich habe Oettingen im Zusammenhang mit dem Neubau der Grund- und Mittelschule bereits erhebliche Kreditverpflichtungen zu tragen – und dies über viele Jahre hinweg.

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