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Marktoffingen

09.04.2015

Die Gefahr an der Kreuzung

An der Marktoffinger Kreuzung der Bundesstraße 25 und der Kreisstraße DON 5 kommt es immer wieder zu schweren Unfällen. Vor einer Woche übersah eine Frau einen Motorradfahrer, der sich bei dem Zusammenstoß schwer verletzte. Marktoffingens Bürgermeister Helmut Bauer (links) hat den Unfall beobachtet.
Bild: Dieter Mack

In Marktoffingen gab es zuletzt zwei schwere Unfälle. Muss sich jetzt etwas ändern?

Marktoffingen Helmut Bauer hat den Unfall inzwischen verarbeitet, der sich vor einer Woche sprichwörtlich vor seiner Nase abgespielt hat. Der Marktoffinger Bürgermeister fuhr mit seinem Auto auf der Kreisstraße DON 5. An der Kreuzung zur Bundesstraße 25 hielt er an, die Autofahrerin vor ihm wollte gerade die Straße in Richtung Unterwilflingen überqueren. Dabei übersah sie einen 57-jährigen Motorradfahrer, der auf der Bundesstraße in Richtung Wallerstein unterwegs war. „Ich habe nur noch „Nein“ geschrien“, sagt Bauer. „Geändert hat das natürlich nichts.“

Hilflos musste Bauer mit ansehen, wie der Motorradfahrer mit dem Auto zusammenstieß und in den Straßengraben geschleudert wurde. „Bei solch einem Unfall funktioniert man nur noch und macht alles, ohne groß zu überlegen“, sagt Bauer. Notruf absetzen, die Unfallstelle absichern und sich um die Verletzten kümmern. Traurige Bilanz des Unfalls: ein schwer verletzter Motorradfahrer und 30000 Euro Sachschaden.

Ein ähnliche Situation ereignete sich am 22. März. An der selben Kreuzung missachtete ein alkoholisierter Autofahrer die Vorfahrt und verletzte sich dabei schwer. Sein Beifahrer wurde leicht verletzt, die Fahrerin des anderen Autos sowie ihre beiden zwölf und sechs Jahre alten Kinder blieben unverletzt. Der Sachschaden belief sich auf rund 8000 Euro. Aber warum kracht es genau an dieser Kreuzung immer wieder?

Dass die Kreuzung an einer Kuppe liegt und damit das Sichtfeld eingeschränkt ist, glaubt der Bürgermeister nicht. „Es ist keine unübersichtliche Stelle“, sagt Bauer. Denn auch die beiden Abbiegespuren auf die Kreisstraße DON 5 Richtung Maihingen beziehungsweise Richtung Unterwilflingen behindern die Sicht für andere Autofahrer kaum. Gerhard Schappin vom staatlichen Bauamt Augsburg teilt mit, dass die Kreuzung kein Unfallschwerpunkt sei. Der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Nördingen Raimund Pauli sagte gegenüber den Rieser Nachrichten, dass es seit 2012 insgesamt fünf Unfälle an der Marktoffinger Kreuzung gab – davon drei mit Verletzten. Ob diese Stelle bei der neuen Statistik, die im Herbst dieses Jahres erscheint, als Unfallschwerpunkt gekennzeichnet wird, könne Schappin noch nicht sagen.

Die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der Bundesstraße ist inzwischen begrenzt. Von 100 Stundenkilometern auf zunächst 80 und dann auf 60 im Bereich der Kreuzung. Die Geschwindigkeit wird von der Polizei und der kommunalen Verkehrsüberwachung ständig kontrolliert. Vergangene Woche gab es bei einer solchen Kontrolle innerhalb von einer Stunde 35 Verstöße. Der Spitzenreiter war mit knapp 100 Stundenkilometer unterwegs – also 40 zu schnell.

Die Situation wird sich vermutlich nicht ändern lassen, befürchtet Marktoffingens Bürgermeister: „Die Einmündungen in die Kreisstraße lassen sich aus Platzgründen nicht verlegen.“ Einen Kreisverkehr hält Bauer ebenfalls für unwahrscheinlich, da der Fließverkehr auf Bundesstraßen eine hohe Priorität genieße. Dies bestätigt Schappin, der sich die Situation heute direkt vor Ort anschauen wird: „Die B 25 ist eine wichtige Verbindungsachse, auf der eine gewisse Reisegeschwindigkeit erzielt werden soll. Deshalb ist es schwierig, alle paar Kilometer einen Kreisverkehr zu bauen.“

Für den stellvertretenden Dienststellenleiter Pauli ist ein Kreisverkehr an der Kreuzung Bundesstraße 25/Kreisstraße DON 5 übertrieben, denn: „Von der Verkehrsführung ist die Kreuzung – auch wegen des Stoppzeichens – nicht besonders gefährlich.“ Wenn sich die Autofahrer an die Verkehrsregeln halten, würde es zu keinem Unfall kommen.

Bürgermeister Bauer ist über jeden Unfall froh, der nicht geschieht. Da auf der Bundesstraße allerdings sehr viel Verkehr herrscht, sind Unfälle wohl unvermeidlich. „Bei den vergangenen Unfällen wurde immer die Vorfahrt verletzt“, sagt Pauli. Deshalb könne er nur an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer appellieren, sich an die Regeln zu halten. Sonst sei der nächste Unfall nur eine Frage der Zeit.

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