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Porträt

24.01.2015

Die Initialen als Markenzeichen

Immer hellwach und mit dem Blick für die besser postierte Mitspielerin: Melissa Jeltema ist eine Sportlerin mit ausgeprägten Führungsqualitäten und deshalb ein Glücksgriff für Nördlingens Basketballfrauen.
Bild: Jochen Aumann

Basketballerin Melissa Jeltema fühlt sich in Nördlingen rundum wohl und bedankt sich mit überragenden Leistungen. Es gibt weitere Gründe, warum sie auch nächste Saison bleibt

Es gibt Initialen, die kennt beinahe jeder. M. J. ist so ein Beispiel, zumal die Buchstabenkombination sowohl für den „King of Pop“ Michael Jackson steht, als auch für Michael Jordan, den wohl besten Basketballer aller Zeiten. Da trifft es sich gut, dass der aktuelle Kapitän (oder heißt es wirklich Kapitänin, wie manche es geschlechtsspezifisch formulieren?), dass also die Spielführerin der Nördlinger Bundesligadamen Melissa Jeltema heißt.

Nicht nur in der Statistik eine überragende Spielerin

Die einzig bekannte weibliche M. J. ist statistisch bislang die überragende Basketballspielerin der Bundesligasaison 2014/15. Mit durchschnittlich 20,6 Punkten pro Begegnung führt sie die Liste der erfolgreichsten Werferinnen klar an, dazu kommen 7,7 Rebounds und 1,9 Assists, also präzise Pässe auf Mitspielerinnen, die zum unmittelbaren Korberfolg führen. Der Wert der 26-jährigen US-Amerikanerin mit dem markanten Tattoo auf Schulter und Oberarm lässt sich aber längst nicht nur an Zahlen festmachen. Sie ist die absolute Führungsfigur in einem eine starke Saison spielenden Team der TH Wohnbau Angels, wie die Truppe seit dieser Saison heißt. Die mit Anglizismen gespickte Basketball-Fachsprache nennt das einen „Go-to-Guy“, einen Leistungsträger, den man in kritischen Situationen sucht. Jeltema mag diese Rolle und sie hat auch keine Probleme damit, im Schnitt effektive 36 Minuten auf dem Spielfeld zu stehen, auch das übrigens der zweithöchste Wert der gesamten Liga. „Ich bin ein Wettkampftyp, da möchte ich auch möglichst viel spielen“, sagt sie.

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Geboren in Grand Rapids im US-Bundesstaat Michigan, beginnt die kleine Melissa bereits mit sechs Jahren mit Basketball. Sportlich ist sie praktisch seit der Geburt (na ja, fast) und ihre Schwester Amy motiviert sie zum Spiel mit dem roten Ball. Doch sie betätigt sich vielseitig, beispielsweise beim Studium an der Oakland University, wo sie auch Fußball spielt und über die Leichtathletikbahnen flitzt. In der Freizeit kommen noch Surfen und Radfahren dazu.

Für Basketball hat sie jedoch das größte Talent. Mit 21 Jahren kommt sie nach Europa, spielt zwei Jahre in Chemnitz und eine Saison in Wasserburg, wo sie Meister und Pokalsieger wird. Doch ausgerechnet beim deutschen Überfliegerteam spürt sie keinen Fortschritt, kein persönliches Weiterkommen – und wechselt nach Nördlingen.

Sie mag die beschauliche Klein-stadt, ist zufrieden, ja geradezu „glücklich“ im Ries, wie sie mehrfach betont. Sie nutzt die rare Freizeit zu Ausflügen in ganz Bayern sowie darüber hinaus und verausgabt sich ansonsten zweimal täglich in den Übungseinheiten unter Headcoach Pat Bär, den sie für den besten Trainer ihrer bisherigen Karriere hält. Und sie spürt, dass sie sich weiter entwickelt, stetig verbessert. Stillstand wäre schon ein Rückschritt für die 1,77 Meter große Flügelspielerin mit höchst professioneller Einstellung.

Weil auch die Teamchemie auf und außerhalb des Spielfeldes stimmen und der Erfolg da ist, hat sie ihren Vertrag vorzeitig bis 2016 verlängert, obwohl sie bei anderen Vereinen weit mehr Geld verdienen könnte. Sie möchte bleiben in dem kleinen Verein, den sie wie eine Familie empfindet und bei dem sich „fünf oder sechs Personen um einen kümmern, wenn’s mal irgendwo klemmt.“ Es ist die menschliche Seite der Perfektionistin mit den symbolträchtigen Initialen.

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