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Gesundheit

14.11.2018

Die Kinderklinik in Aalen bleibt bestehen

Die Kinderklinik in Aalen soll auch weiterhin erhalten werden, obwohl die Krankenhäuser im Ostalbkreis hohe Defizite machen.
Bild: Waltraud Grubitzsch/dpa (Symbolfoto)

Die Krankenhäuser im Ostalbkreis machen hohe Verluste. Trotzdem wollen die Verantwortlichen an zwei Kinderkliniken festhalten.

Im Ostalbkreis bleibt es bei zwei eigenständigen Kinderkliniken mit jeweils 30 Betten und jeweils einem Chefarzt. Das hat Landrat Klaus Pavel jetzt bekannt gegeben. Für Aalen soll die perinatologische Versorgung Level 3 gelten, also die Betreuung von Neugeborenen mit einem Geburtsgewicht von mehr als 1500 Gramm. Für Frühchen mit weniger als 1500 Gramm Geburtsgewicht (Level 1 und 2) soll eine enge Kooperation mit der Mutlanger Klinik erarbeitet werden.

Im Vergleich mit anderen Landkrisen stehe der Ostalbkreis gut da, unterstrich Pavel. Allerdings müsse in Aalen für die Kinderklinik nicht nur ein neuer Chefarzt gesucht werden – die Stelle werde in den nächsten Tagen ausgeschrieben –, sondern es seien auch vier Arztstellen unbesetzt.

Aalen: Kliniken mit hohem Defizit

Insgesamt aber will der Ostalbkreis in den nächsten drei Jahren an seinen drei Kliniken in Aalen, Ellwangen und Mutlangen 70 bis 80 Stellen streichen und so sechs Millionen Euro sparen. Denn bis Ende dieses Jahres werden die Krankenhäuser nach den Worten des Landrats ein Defizit von 12,5 Millionen Euro einfahren.

Pavel berief sich bei diesen Erwartungen auf Prognoserechnungen und sagte, jetzt müsse es an die Substanz gehen. Das Defizit wäre zwei Millionen höher, hätte der Verwaltungsrat nicht schon im Juni Maßnahmen bei den Ausgaben für Sachkosten und das Personal ergriffen.

Defizite gebe es in drei Bereichen: Bei der Belegung der Kliniken, beim Personal und in der Produktivität. Optimal wäre eine Belegung von 85 Prozent. Aalen liege jedoch unter 80, Mutlangen bei 84 und Ellwangen bei 73 Prozent. Deshalb wolle der Kreis die Belegung auf 85 Prozent erhöhen, unter anderem durch eine bessere Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten und indem im Marketing die unterschiedlichen Stärken der Standorte deutlich gemacht werden. Außerdem soll es noch mehr medizinische Angebote geben.

Hohe Kosten für Personal

Beim Personal habe man hohe Kosten, weil Ärzte fehlten und Honorarkräfte, die etwa doppelt so viel kosteten, hätten einspringen müssen. In den Kliniken herrsche aber kein so akuter Pflegenotstand wie in den Altenpflegeeinrichtungen, sagte Pavel. In manchen Bereichen gebe es sogar Einsparmöglichkeiten.

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