Offene Unterhaltungsbühne

04.05.2017

Die Limmerin rockt

Mit der Ukulele die Bühne des Radlos gerockt: Andrea Limmer aus Niederbayern bei der Offenen Unterhaltungsbühne des DE.
Bild: Urban

Star des Abends im Radlos ist eine Niederbayerin. Was die Besucher begeistert.

Voll war es im Radlos. Schon eine dreiviertel Stunde vor Beginn waren nur noch Stehplätze zu ergattern. Und als Dr. Dominik Herzog, der Nördlinger Comedian-Jurist, launig wie gewohnt, den Abend eröffnete, waren die Gäste bereits in froher Erwartung dessen, was da auf sie zukommen möge.

Michi Maurer aus München gab als Stand-up-Comedian den Opener und hatte allerhand Amüsantes zu berichten über Kennenlern- und/oder Beziehungsprobleme moderner Teenager und „tindern auf dem Land“. Die 15-jährige Magdalena Rabusa, eine Singer Songwriterin aus Rain, die – nach eigenem Bekunden – schon über 100 Songs selbst geschrieben und getextet hat, stellte sich danach selbstbewusst auf die Radlos-Bühne und spielte einige dieser Songs im Stil (und im Slang) von „The 1975“, einer Indy-Pop-Band, die sie auch dem Publikum wärmstens empfahl „keiner interessiert sich für die, aber es sind die Besten, echt …“.

Die Heidenheimer Französin „Mademoiselle Mirabelle“ bot abwechslungsweise Cabaret und Chanson und sang von Liebe und Vergänglichkeit „Wenn die Liebe geht, macht der Mann Winkewinke und die Frau SchminkeSchminke“ und sorgte für den ersten Höhepunkt des Abends, als sie ausgerechnet den anwesenden Amtsgerichtsdirektor im Publikum ansprach und ihm unwiderlegbar gute Tipps gab, wie er seinen ihm abgenommenen Führerschein wieder erlangen könne, wenn er ihn denn wegen übermäßigen Alkoholkonsums abgeben hätte müssen.

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Der nächste im Comedy-Bunde, Dr. Markus Henrik alias Dr. Pop, verfügt nach eigener Aussage über eine Habilitation im Fach Popmusik und doziert deshalb munter (und mit musikalischen Belegen) über die Tatsache, dass richtige Musik sowohl eine Party als auch Beziehungen und sogar Leben retten kann. Den Soundtrack für eine erfolgreiche Herzdruckmassage lieferte er als Beweis gleich mit: „Staying Alive“ von den Bee Gees.

Der Star des Abends war aber unzweifelhaft Andrea Limmer aus Niederbayern, „dem Land des emotionalen Schlaganfalls“. Was die kleine „Limmerin“ mit ihrer Ukulele in ihre „große Gosch“ nahm, brachte das Radlos zum Toben. Ihre scheinbar aus dem Stehgreif erzählten Episoden sind mit normaler Geschwindigkeit kaum zu erfassen. Und da ist es gut, dass sie zwischendrin „Stimmungshits“ einstreute, die das Publikum bereitwillig mitsang. Wie ihr „Aus’is, die Limmerin is’ auf der Stanz“. Davor und danach begeistert sie mit Anekdoten im Sekundentakt und bewies unter anderem mittels Synthese/Antithese/Prothese, dass die „Gräberrallye“ an Allerheiligen reine Heuchelei ist, „…als wär’ man traurig, weil man geerbt hat“.

Nach diesem Energiebündel war das an diesem Abend bestens bediente Publikum auch einigermaßen bedient, sprich: erschöpft, sodass es die Lokalmatadoren der Bläsergruppe „CaipiBrass“ einigermaßen schwer hatten bei ihrem allerersten Auftritt vor Publikum. Man hörte ihnen die Nervosität an und so wünscht man ihnen für die Zukunft etwas von dem Drive, den ihre Vorgängerin an den Tag gelegt hatte.

Dennoch: Es war ein toller Abend mit viel Neuem und man darf den Machern um Dominik Herzog für die nächste Ausgabe der Nördlinger Unterhaltungsbühne ein ähnlich gutes Händchen wünschen.

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