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16.07.2010

Die Marseillaise geschmettert

Oettingen Mit einer gemeinsam geschmetterten Marseillaise, mit Canapés, Vin Rouge, Musette-Musik von Werner Kunzmann und Chansons mit rauchiger Stimme von Conny Pfau intoniert, feierte Oettingen das fünfte Jahr der Städtefreundschaft zwischen Oettingen und Rochechouart. Dazu eingeladen hatten - am Jahrestag des Sturms auf die Bastille - die Stadt Oettingen und der Freundeskreis Oettingen-Rochechouart.

Auch Oettingen habe seinen Teil von der Französischen Revolution "abbekommen", so Bürgermeister Matti Müller in seiner Geburtstagsansprache im Rathausfoyer. Als das Städtchen an der Wörnitz nämlich 1806 dem Königreich Bayern als Spätfolge der Napoleonischen Kriege zugesprochen wurde. "Sonst wären wir heute, wer weiß was, Oettinger einfach." Nicht gerade im Sturm erobert worden, sei das Herz der Oettinger für diese Städtepartnerschaft: "Es war eine schwere Geburt. Die Stadträte hatten damals Zweifel, so kurz nach der Städtefreundschaft mit Bagolino im Jahr 2000, gleich eine neue Jumelage einzugehen."

Ausgehend von der geologischen Gemeinsamkeit der Lage im Rieskrater - herausgearbeitet von Dr. Sylvia Schramm - sei die Freundschaft zwischen Oettingen und Rochechouart aller Bedenken zum Trotz stetig gewachsen. Nicht zuletzt sei dies das Verdienst des Freundeskreises sowie des Ehepaars Vogelgsang gewesen. Freundeskreis-Vorsitzende Eva Maria Vogelgsang und ihr Mann Claus Vogelgsang hätten als Motor vieles angeschoben. "Das ist heute eine wirklich gelebte Freundschaft, ganz im Sinne des Gedankens der Städtepartnerschaften."

Mehr als 100 Kilometer entfernt

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"Heute wird in Frankreich auf den Straßen getanzt. Etwas von dieser Feststimmung wollen wir mit unserer Feier auch nach Oettingen bringen", sagte Eva Maria Vogelgsang. "Fünf Jahre Städtepartnerschaft, mir kommt es vor als wären wir schon viel länger Freunde."

Trotz der großen Entfernung von mehr als 1100 Kilometern hätten in diesen Jahren viele gegenseitige Besuche stattgefunden: Freundschaftsbäume seien gepflanzt worden, eine Brücke bzw. ein "Carrefour" nach der Freundschaftsstadt benannt.

Auf der Ebene der Vereine funktioniere diese internationale Freundschaft vorbildlich: Man hat miteinander gesungen, Fußball gespielt, musiziert, Märkte beschickt, wie den Marché de Nuit, den Apfel- oder Weihnachtsmarkt. Nicht zuletzt lerne sich auch die Jugend Grenzen überwindend kennen. "Ein ganz großer Wunsch freilich ist noch offen - eine Schulfreundschaft", so Vogelgsang. "Anlässlich des 14. Juli, der Sturm auf die Bastille, gab im weiteren Verlauf Adolf Kinkelin einen Abriss über Chronologie und Bedeutung dieses zentralen historischen Ereignisses für Frankreich und Europa. (heja)

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