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Städte- und Gemeindebund fordert Ausweitung der Maskenpflicht in Deutschland
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29.10.2009

Die Nachfrage geht gegen Null

Nördlingen (gne) - Ausgesprochen schleppend - wie von Experten vorhergesagt - verläuft die Nachfrage nach Impfstoffen gegen die Schweinegrippe: Eine Schlüsselrolle bei der Verteilung des Impfstoffs haben die bayerischen Apotheken. Über sie beziehen die Ärzte in Zehnergebinden den Impfstoff. Die Apotheker aber müssen mindestens 500 Impfdosen auf einmal abnehmen, dafür gehen sie mit 4000 bis 5000 Euro in Vorkasse. Können sie den Impfstoff nicht verkaufen, bleiben sie auf den Kosten sitzen. Eine Rücknahme durch den Großhandel gibt es bislang nicht.

Noch nichts geordert

Keine Nachfragen nach dem Schweinegrippenimpfstoff sind bislang in der Oettinger Stadtapotheke eingegangen. "Wir haben auch noch keinen Impfstoff geordert", heißt es. Eine einzige Nachfrage nach zehn Impfdosen registrierte bisher Elisabeth Troll von der Nördlinger Mohrenapotheke, auch sie hat bislang auf eine eigene Bestellung verzichtet und will die Nachfrage durch die Zusammenarbeit mit anderen Apotheken decken. "Nicht jeder kann 500 Dosen auf Vorrat kaufen, wir Apotheker werden uns untereinander aushelfen", sagt sie, sieht allerdings Probleme, weil alle 500 Einheiten dokumentarisch erfasst werden müssen.

"Wir haben den Bedarf bei den Ärzten abgefragt, er geht gegen Null", berichtet Reiner Dittrich, Inhaber der Stadtapotheke Wemding. Lediglich ein Arzt hätte 30 Impfdosen bestellt. Durch die Zusammenarbeit mit einer Großapotheke in Eichstätt könne er den Arzt in kürzester Zeit beliefern, erklärt der Apotheker, er selbst werde wohl keinen Impfstoff bestellen.

Die Nachfrage geht gegen Null

Bedarf bei Ärzten ausgelotet

Dass die Zusammenarbeit unter den Apotheken gut funktioniert, hat Albert Fürleger von der Fürstlichen Hofapotheke Wallerstein bereits erfahren. "Ich habe gemeinsam mit einem Kollegen ein 500er Paket bestellt, die 500 Impfdosen sind alle weg." Allerdings sei der Bestellung eine Bedarfserhebung bei den Ärzten vorangegangen. Ein Vorgehen, das er auch bei einer zweiten Bestellung beibehalten will.

Den Vorwurf, die Pharmaindustrie wolle nur das große Geschäft machen, möchte er nicht so stehen lassen. "Es besteht auf jeden Fall Handlungsbedarf", betont er.

Auch Ralf Metzger bevorratet in der Riesapotheke bereits den Impfstoff gegen Schweinegrippe - Verfallsdatum August 2010. Allerdings sind diese 500 Dosen, die schon zum Teil abgefragt wurden, ausschließlich für die vier von ihm belieferten Krankenhäuser Donauwörth, Oettingen, Nördlingen und Treuchtlingen bestimmt. Um den Bedarf der niedergelassenen Ärzte zu decken, hat er weitere 500 Stück bestellt. Hier rechnet er allerdings noch mit ein bis zwei Wochen Lieferzeit.

Auch bei Metzger ordern die Ärzte nur schleppend. "Wenn es so bleibt, dann werden wohl viele Impfdosen übrig bleiben", fürchtet er. Angesichts der riesigen Verunsicherung in der Bevölkerung sei das kein Wunder. Allerdings glaubt Metzger, dass viele Bürger noch unentschlossen sind, ob sie sich gegen Schweinegrippe impfen lassen sollen und erst einmal abwarten wollen, wie verträglich der Impfstoff tatsächlich ist.

Finanzielles Risiko minimieren

Der Bopfinger Apotheker Stephan Guyot, der in Nördlingen die Engelapotheke und die Apotheke am Deininger Tor betreibt, strebt ebenfalls eine Zusammenarbeit mit seinen Nördlinger Kollegen an, um das finanzielle Risiko zu minimieren. In Nördlingen hat er noch keine Impfstoff-Anforderungen vorliegen, in Bopfingen schon. Für seine dortige Ratsapotheke werde er deshalb eine erste Bestellung tätigen. Interessanterweise geht Guyot damit, anders als in Bayern, keinerlei finanzielles Risiko ein, denn in Baden-Württemberg hat das Land den Impfstoff bereits komplett bezahlt. "Die Apotheker sind hier nur Verteiler ohne Risiko", erklärt Guyot. Die Impfaktion ist Ländersache, deshalb dürfe auch kein Impfstoff von einem Bundesland ins andere geliefert werden.

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