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Jahreshauptversammlung

20.02.2014

Die Nördlinger Fischer hadern mit dem Biber

Diesen Baggersee im Ostries haben die Nördlinger Fischer und Angler jetzt gepachtet.
Bild: pm

Klagen über erhebliche Schäden. Der Vorstand wurde bei den Neuwahlen im Amt bestätigt. Zum 60. Geburtstag angeln sich die Petrijünger einen großen Baggersee

Nördlingen Neuwahlen des Vorstandes standen im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung des Nördlinger Fischereivereins. Er wurde komplett im Amt bestätigt. Mehr als 100 Petrijünger hatte zuvor Vorsitzender Erich Baumann im Sportheim der SpVgg in Deiningen begrüßt. Er blickte auf ein gutes, arbeitsreiches Fischerjahr mit zahlreichen Höhepunkten zurück.

Gefährdung durch Aushöhlungen

Der Biber in den Zuchtweihern in Amerdingen bereitet nicht nur den Fischern viel Arbeit und Sorgen. Weil Anlieger unterhalb der Teichanlage durch die Aushöhlungen des Ufers stark gefährdet waren - es hätte jederzeit ein Dammbruch erfolgen können - musste dieser Bereich mit einem Bagger aufgegraben und lückenlos mit verzinkten Q-Baustahlmatten abgesichert werden. Die Eigentümerin erfüllte damit eine Auflage des Landratsamtes Donau-Ries.

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Der Biber verursachte Kosten im oberen fünfstelligen Eurobereich. Nur für die Absicherung des unteren Ufers gab es einen Zuschuss. Das wenig geliebte Pelztier hat inzwischen die Ufer von allen drei Weihern völlig unterhöhlt. Der Uferbereich kann nicht mehr mit einem Traktor abgemäht werden, weil die landwirtschaftliche Maschine in die Erdgruben des Bibers einbrechen würde.

Erich Baumann berichtete weiter, dass er den Stadtrat im Rahmen einer Führung entlang der ökologisch ausgebauten Egerstrecke oberhalb der Bergmühle begleiten und auf den gesunden Fischbestand hinweisen konnte.

Im Oberlauf der Eger laichen sogar Bachforellen, obwohl der Fluss wie auch die Wörnitz nach wie vor, bei der Gewässergüte offiziell als „belastet“ eingestuft ist. Der Fischereiverein hat sich freiwillig verpflichtet, in den Biotopen nicht zu angeln. Wer in diesem Bereich Schwarzfischer sieht, sollte sie dem Vorstand des Vereins melden. Nach langwierigen Verhandlungen beschlossen die beiden Bundesverbände der Fischer, nämlich der Verband Deutscher Sportfischer (VDSF) und der Deutsche Anglerverband (DAV) die Verschmelzung zum neuen Bundesverband DAFV (Deutscher Angelfischerverband). Für den Deutschen Sportfischer- Pass, des VDSF, den alle Nördlinger Angler als Ausweis besitzen, werden die jährlichen Beitragsmarken nicht mehr ausgegeben.

In seinem Grußwort lobte Bürgermeister Helmut Guckert den ehrenamtlichen Einsatz der Fischer für die Gewässer und die Natur. Der Verein habe eine Vielzahl von Verträgen mit der Stadt abgeschlossen. Er hob das gute Einvernehmen hervor.

Einstimmige Entlastung

An der sauberen Kassenführung von Matthias Baumann gab es für die Prüfer nichts auszusetzen. Die einstimmige Entlastung durch die Versammlung war die Folge. In Zukunft wird für die Wörnitz (bisher getrennt in alt und neu) nur noch eine Jahreskarte ausgegeben. Fischer, die eine Jahreskarte für Wörnitz und Eger kaufen, bot er an, den Preis in zwei Raten zu zahlen, wenn eine Finanzierung dadurch erleichtert wird. Der Verein zählt jetzt 240 erwachsene und 28 jugendliche Mitglieder.

Gewässerwart Lorenz Zimmermann listete in seinem Bericht auf, dass ihn der Biber in Amerdingen am meisten beschäftigt habe. Wenn er mit großem Aufwand den Zulauf zu den Zuchtweihern von Ästen, Zweigen und Erde freigeräumt hatte, habe der Biber bis zum nächsten Morgen wieder zugeschaufelt. Es sei eine reine Sisyphusarbeit gewesen. Von den 3200 Kilometern, die er für den Fischereiverein unterwegs war, sei ein großer Teil auf „Biberfahrten“ entfallen.

Der Gewässerwart blickte auf ein arbeitsreiches Jahr zurück. Abfischen und Fischbesatz nahmen viel Zeit in Anspruch. In Wörnitz und Eger wurden Fische im Wert von 8611 Euro eingesetzt, darunter waren drei Kilogramm kleine Glasaale. Der obligate Fischbesatz entstammte zum großen Teil aus der eigenen Aufzucht in den Amerdinger Weihern und habe den vorgeschriebenen Pflichtbesatz erheblich überstiegen. Am Gründonnerstag konnte er rund 300 und zum Fischerfest 500 frisch geräucherte Forellen verkaufen.

Enrico Holzner wurde Fischerkönig

Ein kapitaler Hecht mit 4,73 kg brachte Enrico Holzner die Würde des Fischerkönigs. Pokalsieger wurde André Holzinger mit einem 3,12kg schweren Karpfen.

Jugendwart Michael Kemnitzer war mit seinem Anglernachwuchs erfolgreich an Eger, Wörnitz und Stadionweiher unterwegs. Highlight war wie jedes Jahr das Jugendzeltlager auf der vereinseigenen Wiese bei Schrattenhofen. 17 Jungfischer erlebten ein abwechslungsreiches Wochenende mit Angeln, Lagerfeuer, Bootfahren und Tarzanspielen. Der Nördlinger Fischereiverein wurde 1954 gegründet. Zu seinem 60. Jubiläum bekam der Verein heuer die Gelegenheit einen 12 Hektar großen Baggersee im Ostries zu pachten. Nachdem der zukünftige Fischteich zunächst mit einem Beamer vorgestellt wurde, waren zunächst einige Fragen zu klären, etwa wie sich der Pachtvertrag auf die zukünftigen Jahreskartenpreise auswirken wird, ob es Einschränkungen beim Fischen geben wird und den Besatz.

Wegen der Größe des Gewässers können alle Fischerkameraden, die eine Wörnitz- oder Egerkarte erwerben, in dem See ihrem Hobby nachgehen. Andere Angler, die keine Vereinsmitglieder sind, dürfen nicht fischen. Tageskarten werden nicht ausgegeben.

Obwohl der Kassier für den großzügigen Fischbesatz des bisher „jungfräulichen“ Fischwassers, einen tiefen Griff in die Kasse nehmen muss, waren alle anwesenden Angler mit großer Begeisterung einstimmig für den Pachtvertrag und gaben dem Vorstand dafür grünes Licht.(pm)

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