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Versammlung

21.11.2018

Die Nördlinger Mietpreis-Bremse

Die Baugenossenschaft hat in Nördlingen viel Geld investiert, das betonten die Verantwortlichen bei der Mitgliederversammlung.
Bild: Ronald Hummel

Gemeinnützige Baugenossenschaft hat Millionen in Wohnungen investiert

Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Nördlingen im Pfarrsaal von St. Salvator ging es um die Kernaufgabe der Baugenossenschaft – bezahlbaren Wohnraum schaffen. Alles passte im abgelaufenen Jahr des 100-jährigen Bestehens: Bei historisch niedrigen Zinsen, dem Anstieg der Mieten als gesellschaftlichem Thema Nummer eins und einem Bevölkerungsanstieg in Nördlingen setzte die Baugenossenschaft am Saubrunnen das größte Bauprojekt ihrer Geschichte mit 30 Wohneinheiten für 64 Mieter um; für das nächste Projekt am ehemaligen BayWa-Gelände mit weiteren 16 Wohnungen sollen im nächsten Frühjahr die Bagger anrollen.

Blasius Wizinger, geschäftsführender Vorstand der Baugenossenschaft, betonte, dass die Mieten rund 20 Prozent unter dem allgemeinen Niveau der Mieten für Neuwohnungen liegen. Derzeit sind knapp 700 Wohnungen im Besitz der Genossenschaft, insgesamt gut 1400 werden von ihr verwaltet. Die Baugenossenschaft trage spürbar zur Entspannung auf dem Nördlinger Wohnungsmarkt bei, bestätigte Oberbürgermeister Hermann Faul. 3,37 Millionen Euro wurden für den Neubau am Saubrunnen ausgegeben, insgesamt wendete man im vergangenen Jahr gut 4,5 Millionen für den Wohnungsneubau auf. Der Bilanzgewinn betrug 2017 43300 Euro, was als Ergebnisrücklage dem Eigenkapital zugeführt wird.

Der Wirtschaftsplan für 2018 sieht insgesamt 1,4 Millionen Euro vor, wobei 450000 Euro auf Neubaukosten und 180000 Euro auf den Ankauf von Baugrundstücken entfallen. Unter anderem seien im Wemdinger Viertel, Augsburger und Nürnberger Straße zahlreiche Wohnungen komplett modernisiert worden. Der Aufsichtsratsvorsitzende Franz Grimmeiß bestätigte generell ein verantwortungsvolles Wirtschaften und befürwortete im Namen des Aufsichtsrates weitere Neubaumaßnahmen.

Oberbürgermeister Hermann Faul machte klar, dass die Baugenossenschaft nicht zuletzt Versäumnisse der überregionalen Politik abgefedert habe, da in den letzten Jahrzehnten die staatliche Versorgung mit ausreichend Mietwohnungen vernachlässigt worden sei. Faul wies darauf hin, dass die Mieter der Baugenossenschaft direkt von vorbildlichen energetischen Sanierungen profitierten, keinen Gefahren von Wohnungsverkauf oder Eigenbedarfs-Anmeldungen ausgesetzt seien. „Diese Bestandserhaltung gewährleistet den sozialen Frieden“, so Faul. Landrat Stefan Rößle machte deutlich, dass das Florieren des Kreises vom Angebot an preisgünstigen Wohnungen abhängt, da dies den Zuzug dringend benötigter Fachkräfte unterstütze. Der Beitrag der Baugenossenschaft dazu sei vorbildlich; an den Staat appellierte Rößle, private Investoren besser zu unterstützen, um dem Steigen der Baukosten und damit der Mieten entgegen zu wirken.

Da die Amtszeit der Aufsichtsräte nur drei Jahre beträgt, wurden der Vorsitzende Franz Grimmeiß sowie Swetlana Kloster formell einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Aufsichtsrat-Mitglied Erich Lokietsch wurde für 30 Jahre ehrenamtliche Mitarbeit geehrt; als Architekt habe er viel Fachwissen einfließen lassen können. Für 40-jährige Mitgliedschaft erhielten Josipa Pugel und Antonio Vescera offizielle Ehrungen, für 50 Jahre Hannelore Krause und Emma Kopp.

Auf 60 Jahre Mitgliedschaft können Christl Fiala, Jutta Hähnlein und Anita Thum zurückblicken. Oberbürgermeister Faul nahm eine Ehrung für 100 Jahre Mitgliedschaft entgegen – nicht direkt persönlich, aber im Namen der Vereinten Wohltätigkeitsstiftungen, die seit dem ersten Tag mit im Boot sind. (hum)

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