Newsticker

Corona-Neuinfektionen in Deutschland auf höchstem Stand seit April
  1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Die Polizei möchte die "Rote Karte" eigentlich nicht zücken

06.07.2010

Die Polizei möchte die "Rote Karte" eigentlich nicht zücken

Nördlingen Die Nördlinger Polizei hat Hinweise für alle Fans parat, die hoffentlich auch im Halbfinale einen Sieg der deutschen Fußballnationalmannschaft feiern werden:

Was die Autocorsos anbelangt, habe sich die Nördlinger Polizei in der Vergangenheit sehr tolerant gezeigt, stellt Polizeichef Walter Beck fest. Aber auch fast alle Fußballfans hätten sich aufgeschlossen gezeigt und Verhaltenshinweise der Polizei verständnisvoll entgegen genommen. Dafür bedankt sich die Polizei ausdrücklich.

Gefährliche Situationen

Allerdings, so der Polizeichef weiter, "müssen wir immer wieder überaus gefährliche Situationen feststellen, die die Polizei nicht akzeptieren kann. Zudem haben sich bei derartig 'übermütigen Aktionen' bereits zwei Unfälle ereignet."

Die Polizei möchte die "Rote Karte" eigentlich nicht zücken

Deshalb weisen die Beamten ausdrücklich darauf hin, dass die Fans folgende Regelungen beachten müssen:

Wichtig zu wissen: Ein Autokorso wird geduldet, genießt jedoch keinerlei Sonderrechte, wie sie ein Fahrzeugkonvoi geltend machen kann. Das heißt: Stoppschilder, Ampeln und andere Verkehrszeichen gelten uneingeschränkt.

Bei Rotlicht muss also gehalten werden. Und Alkohol ist zumindest für den Fahrer tabu. Am besten ist es also, schon vor dem Spiel auszumachen, wer sich ans Steuer setzt.

Spaß nur bei Schrittgeschwindigkeit

Wichtig ist es, die Eskapaden an Bord auf den eigentlichen Korso zu beschränken. Mit einem nüchternen Fahrer am Lenker und mit Schritttempo sollte nicht allzu viel passieren. Sobald die Kolonne aber Fahrt aufnimmt, müssen die Feiereinlagen der Mitfahrer aufhören.

Wer bei höherer Geschwindigkeit im Cabrio auf dem Kofferraum sitzt, geht ein hohes Risiko ein. Die Polizei bittet darum, die Regeln der StVO zu beachten.

Was die Beamten nicht tolerieren können, sind Mitfahrten auf Autodächern oder auf und im Kofferraum.

Mitfahrten auf Anhängern oder Ladeflächen.

Außerdem ist alles zu unterlassen, was zu einer Gefährdung anderer führen kann (zum Beispiel Burn Outs, Drifts, Kavalierstarts, etc.).

Der Fahrer ist der Dumme ...

Jeder sollte sich gut überlegen, ob er sich als nüchterner Fahrer für eine alkoholisierte Gruppe zur Verfügung stellt. Als Fahrzeugführer muss er eventuell für den Unfug seiner Freunde geradestehen. Selbst dann, wenn diese sich selbst schädigen. Sollte also ein betrunkener Fan aus dem Wagen stürzen (vergangenes Wochenende passiert), kann der Fahrer unter Umständen für den Unfall und die Folgen haftbar gemacht werden. Obendrein muss der Fahrer immer besonders vorsichtig sein. Er darf sich nicht von der Partystimmung ablenken lassen und sollte sogar damit rechnen, dass andere Fans mehr oder minder achtlos auf der Fahrbahn herumlaufen.

Für die Fans am Fahrbahnrand: Wer sich in irgendeiner Weise an Autos zu schaffen macht und dieses dadurch beschädigt wird, muss für den Schaden aufkommen und darüber hinaus auch mit einer Anzeige rechnen.

Und wünschenswert:

Gerade bei den nun kommenden Abendspielen sollte ein eventueller Korso "ein früheres Ende" finden, da auch jedermann seine Nachtruhe finden soll.

Die Polizei Nördlingen wird "wie im Fußball üblich" reagieren und mit Ermahnungen und im schlimmeren Fall mit "Roten Karten" agieren. Das heißt, wer eine Ermahnung der Polizei nicht akzeptiert, muss (wie in der Vergangenheit leider auch schon geschehen) mit einer kurzfristigen Sicherstellung seines Pkws rechnen. Die Nördlinger Polizei wolle nur eines, heißt es in der Mitteilung abschließend, nämlich dass alle Fußballfans und auch der ganz normale Passant gesund nach Hause kommen. (pm)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren