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Nördlingen

02.12.2020

Die Raiffeisen-Vertreter im Ries tagen erstmals digital

Zwei von 115 Vertretern, die ihre Stimme abgaben: Martin Jeromin nutzte gerne die Infrastruktur und die Hilfe im Konferenzraum der Geschäftsstelle Nördlingen und stimmte dann dort ab.
Bild: Zuber

Das Geschäftsjahr der Raiffeisen-Volksbank Ries ist offiziell abgeschlossen. So steht es um die Dividende.

Das Jahr 2020 ist schon fast zu Ende, und dennoch hatten die Vertreter der Raiffeisen-Volksbank Ries noch über das Geschäftsjahr 2019 zu entscheiden. In einer Genossenschaft ist die Vertreterversammlung das höchste Organ und die wichtigste Veranstaltung im Jahr. Zum ersten Mal in der fast 150-jährigen Geschichte der Bank wurde diese Veranstaltung digital durchgeführt.

Schwierige Zeiten sind nichts Neues für Genossenschaften, sind sie doch oft als „Kinder der Not“ gegründet worden. Im Jahr 2020 war nach mehreren geplanten Anläufen klar, dass eine große Versammlung mit Vertretern, Mitarbeitern und Ehrengästen nicht durchgeführt werden kann.

Aufforderung der Bankenaufsicht, keine Dividende auszuzahlen

Außerdem hatte die Bankenaufsicht alle Banken aufgefordert, bis Oktober keine Dividenden auszuzahlen. Vorstand und Aufsichtsrat der Raiffeisen-Volksbank Ries wollten den Vertretern jedoch unbedingt eine Dividende vorschlagen. Auch das war ein Grund, warum die Vertreterversammlung nicht zur Jahresmitte stattgefunden hatte. Die Raiffeisen-Volksbank Ries machte also aus der Not eine Tugend und hielt im November die erste digitale Vertreterversammlung ab.

Dieter Rögele (links) arbeitete sich zu Hause durch die Tagesordnung der digitalen Vertreterversammlung der Raiffeisen-Volksbank Ries.
Bild: Rögele

Die Begrüßung per Videobotschaft durch den Aufsichtsratsvorsitzenden Professor Markus Glück, der Vorstands-Bericht ebenfalls per Videobotschaft durch Vorsitzenden Paul Ritter, die Entlastung von Aufsichtsrat und Vorstand sowie die Entscheidung über die Gewinnverwendung – das alles wurde für die 178 Vertreter (jeder repräsentiert 150 Mitglieder der Bank) auf einem Online-Portal vorbereitet und zur Verfügung gestellt. Sieben Tage hatten die Vertreter aus dem gesamten Geschäftsgebiet von Amerdingen bis Auhausen und Wallerstein bis Alerheim Zeit, sich die Beschlussvorlagen genau anzusehen und online oder telefonisch Fragen dazu zu stellen. „Diese Chance haben die Vertreter genutzt“, berichtet Vorstandsvorsitzender Paul Ritter. Sowohl inhaltlich als auch organisatorisch konnten die Projekt-Verantwortlichen weiterhelfen. In einer zweiten Phase wurde über die Tagesordnungspunkte abgestimmt. Zwei Drittel der gewählten Vertreter beteiligte sich an der Online-Beschlussfassung. So waren sich die Vertreter einig, dass aus dem Jahresüberschuss eine Dividende in Höhe von vier Prozent an die rund 22000 Mitglieder ausgezahlt wird. Einstimmig erfolgte die Entlastung des Vorstandes und des Aufsichtsrates, die Karlheinz Meyer, Vertreter aus Auhausen, beantragte.

Drei Mitglieder des Aufsichtsrats stellten sich zur Wiederwahl

Zur Wiederwahl hatten sich drei Mitglieder des Aufsichtsrates gestellt: Siegfried Doppelbauer, Simone Ohnhäuser-Kunzmann und Peter Schiele. Ihnen allen sprachen die Vertreter das Vertrauen aus.

Die Vertreter beschlossen ebenso eine Satzungsänderung, die unter anderem auch die schriftliche oder digitale Durchführung von Vertreterversammlungen ermöglicht, ungeachtet von Pandemien. „Wir präferieren grundsätzlich Präsenzveranstaltungen und halten dies nach wie vor für das ideale Forum“, erläuterte Vorstand Bernhard Ströbele. „Die Satzungsänderung dient dazu, auch in besonderen Zeiten handlungsfähig zu bleiben.“

115 Vertreter nahmen an den geheimen Abstimmungen teil

Aufsichtsratsvorsitzender Professor Markus Glück war begeistert, wie professionell die Veranstaltung ablief. Ebenso lobte er die große Beteiligung: „Eine hohe Wahlbeteiligung und Mitwirkung signalisiert Interesse an unserer Bank, unserer Arbeit und unseren Überlegungen zur Zukunft des Hauses. Das zeigt letztlich, wie lebendig Idee und Geschäftsmodell unserer Genossenschaftsbank sind!“

Vertreter, die zu Hause nicht die Möglichkeit hatten, an der digitalen Abstimmung teilzunehmen, nutzten technische Infrastruktur und Hilfe in Geschäftsstellen der Bank. So nahmen 115 Vertreter an den geheimen Abstimmungen teil. „Ehrlicher könnte ein Feedback kaum sein, als dies bei großer Beteiligung unserer ehrenamtlichen Vertreter erfolgt ist - gerade wenn man die für alle neuen Rahmenbedingungen berücksichtigt“, sagte Markus Glück zufrieden. PM

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