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12.03.2009

Die Schüler haben viel Gesprächsbedarf

Nördlingen Einen Tag nach dem Amoklauf an einer Realschule in Winnenden war an den Schulen in Nördlingen vor allen Dingen eines angesagt: Verarbeitung. Die Bilder, die Schlagzeilen, die Geschichten, die am Mittwoch medial über ganz Deutschland hereingebrochen sind.

Es war das Thema Nummer eins. Schüler diskutierten vor, nach und im Unterricht über die schreckliche Bluttat vom Vortag. Viele Schüler seien im Unterricht auf sie zugekommen und haben über das Geschehen reden wollen, erzählten Lehrer. "Ich habe fast meine ganze erste Stunde damit verbracht, mit den Schülern darüber zu reden und zu diskutieren", sagte Kurt Wittmann, Lehrer der Maria-Stern-Realschule. An einigen Schulen wurden Lehrer, so beispielsweise am Theodor-Heuss-Gymnasium oder der Grundschule Mitte, sogar ausdrücklich vom Direktorat gebeten, das Thema aufzugreifen.

Der Gesprächsbedarf war überall vorhanden. Die Reaktionen der Schüler waren dabei jedoch sehr unterschiedlich, je nach Schule und Klassenstufe. In der Grundschule Mitte sei die Hauptarbeit der Lehrer gewesen, die Schüler zu beruhigen, sagte Schulleiterin Susanne Keßler: "Viele waren immer noch ganz entsetzt und aufgeregt. Einige hatten auch Angst und wollten wissen, ob so etwas bei uns auch passieren könne."

Eher distanziertere Diskussionen wurden dagegen am THG oder an der Maria-Stern-Realschule geführt. Wie konnte es überhaupt so weit kommen? Wären strengere Sicherheitsvorkehrungen am Schuleingang sinnvoll? Oder würde das nur eine Atmosphäre von Kontrolle und Überwachung erzeugen? Auch die Rolle der Medien wurde kritisch begutachtet. "Einige Zehntklässler fanden die Berichterstattung gerade im Fernsehen richtig widerlich", erzählte Eva von Roda, Lehrerin an der Maria-Stern-Realschule. Dort sei mit dem Leid anderer gespielt worden und das habe den Schülern offenbar übel aufgestoßen.

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Bekannter betroffen

In einer siebten Klasse des THGs wurden die Opfer und auch Gedanken an den Täter mit in das tägliche Gebet eingeschlossen. Kurz darauf erzählte eine Schülerin, dass ein Bekannter ihrer Familie bei der Tat in Winnenden verletzt worden ist. Plötzlich war der Amoklauf nicht mehr irgendwo anders, "sondern auf einmal ganz nah da", berichtete die Lehrerin.

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