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Oettingen

16.09.2020

Die neue Montessori-Schule in Oettingen ist in Betrieb

Die neue Montessori-Schule in Oettingen: im Vordergrund das Grundprinzip des kommunikativen Kreises als kleine Arena.

Plus Die neue Montessori-Schule in Oettingen ist unlängst eingeweiht worden. Auch die Schüler durften ihre Wünsche an das Gebäude mit einbringen. Wie viel das Projekt gekostet hat.

Ein Gebäude ist häufig architektonischer Ausdruck dessen, was in ihm vorgeht – und so bestand die vierjährige Planung der neuen, von Deiningen nach Oettingen verlegten Montessori-Schule aus der gezielten Übertragung der Montessori-Pädagogik auf die räumlichen Gegebenheiten. Dazu befragte Architekt Joachim Bürkelein zunächst in einem zweitägigen Workshop die Schüler selbst zu ihren Wünschen; sie fertigten sogar Modelle an. Dann sprach er mit Lehrern und der Montessori Fördergemeinschaft Nördlingen über deren Vorstellungen und den machbaren Rahmen.

Martin Götz, Vorstand der Fördergemeinschaft, erläuterte gegenüber unserer Zeitung das Gesamtergebnis: „Grundlage der 110 Jahre alten Montessori-Pädagogik sind die Lernräume im Großen wie im Kleinen.“ Sprich, es gibt fünf Zimmer für durchmischte Klassen, in denen die Kleineren von den Größeren lernen können – Zwei Zimmer für jeweils erste bis vierte Klasse und je eines für fünfte und sechste, siebte und achte, neunte und zehnte Klasse. Spontan lassen sich viele kleine Lernräume schaffen; so haben die Fensterbänke bewusst die Sitzhöhe von 45 Zentimetern, dass man einen Tisch heranziehen und allein oder zu zweit arbeiten kann, beispielsweise bei der Eigenbeschäftigung in frei gewählten Fächern.

Schüler haben sich in die Planungen der Montessori-Schule eingebracht

Alle Klassenzimmer haben einen direkten Zugang nach draußen, Kleingruppen können also zum Tischensemble im Hof oder der Arena mit ihren breiten Naturstein-Stufen – diese ist auch ideal für kleine Theaterstücke oder Vorträge.

Umgekehrt zu den kleinen Lernräumen können Schüler auch ganz flexibel größere Gruppenbereiche beziehen, einen als Zimmer für Chor- oder Musikproben, zwei weitere in den großzügig bemessenen Fluren. Daneben gibt es noch eine Küche und einen Werkraum. Die Räume wirken spürbar auf die Schüler: Ein Klassenzimmer mit 24 Erst- bis Viertklässlern steht offen – man hört davor kaum etwas, die Schüler respektieren gegenseitig ihre Arbeitsbereiche.

Montessori-Schule hat drei Millionen Euro gekostet

Um Respekt geht es auch bei den sanitären Anlagen: Ihre Hochwertigkeit mit Trennwänden und Ganzkörper-Spiegeln soll die Wertschätzung gegenüber den Schülern ausdrücken und diese sollen sie zurückgeben, indem sie die Anlagen pfleglich behandeln und sauber halten. Überhaupt lebe man auch in der Architektur Werte vor, die man den Schülern nahebringen will: „Wir sagen ihnen nicht nur, dass man auf die Bienen achten muss, sondern begrünen dann auch das Dach der Schule“, so Martin Götz.

Die Gestaltungswünsche der Kinder wurden ebenfalls respektiert. Sie wünschten sich, dass sich das Montessori-Grundprinzip des Kreises, in dem alle gleichberechtigt sind, im Schulgebäude niederschlägt. Ein komplett rundes Gebäude wäre finanziell nicht machbar gewesen, aber im Eingangsbereich nimmt eine runde Wand die Schüler auf. Drei Millionen Euro hat die neue Schule gekostet, etwas weniger als veranschlagt. Da die Montessori Fördergemeinschaft mit ihrer Grund- und Mittelschule einen hoheitlichen Bildungsauftrag erfüllt, wird sie von der Regierung von Schwaben wie eine Kommune behandelt und erhält 70 Prozent Baukostenzuschuss auf alle förderfähigen Kosten. „Aber wir haben auch die gleichen Pflichten wie eine Kommune, zum Beispiel, was die genaue Dokumentation betrifft“, betont der Vorstand der Fördergemeinschaft.

Er sieht den Bau als gelungen an: „Alles wurde genau durchgeplant, von Zahl und Lage der Steck- und Datendosen bis zur Gestaltung jedes einzelnen Winkels. Das Ergebnis ist eine durchgängig gute Atmosphäre, in der sich die Schüler wohlfühlen, wie sie selbst sagen.“

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