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Megesheim

31.03.2019

Diesmal auf der Karte im „Schwarzen Rößle“: Almarin und Krone 

Die Stammtischrunde mit Schorsch, Vincent, Michel, Babett und Luise (von links) sowie dem Chef der Megesheimer Kraterkultur Christian Bauer (rechts).
Bild: Szilvia Iszó

Rund 900 Besucher sehen in der Turnhalle das 15. Megesheimer Derblecken. Warum im Wirtshaus durchaus Verwunderung herrschte.

Man traf sich wieder im Wirtshaus "Zum Schwarzen Rößle", das inzwischen zu einer Art Kultkneipe im Ries avanciert ist und sich hervorragend dafür eignet, die lokale Politik kritisch-satirisch zu beleuchten und dabei den einen oder anderen Protagonisten durch den Kakao zu ziehen. Auch in diesem Jahr haben die Kraterkultur Megesheim mit ihrem umtriebigen Chef Christian „Bombi“ Bauer und Mitglieder des Dramatischen Ensembles aus Nördlingen in der Megesheimer Turnhalle an drei Tagen die 900 Besuchern gut unterhalten.

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Einmal mehr stand das „Derblecken“ in der bekannten Stammtisch-Runde mit dem Schorsch (Georg Deffner), dem Michel (Michael Essmann), dem Vincent (Gerhard Munk), der Wirtin Babett (Bettina Greno) und der Luise (Martina Müller) im Mittelpunkt.

Derblecken Megesheim: Stromausfall in Wemding

Sie reflektiere Ereignisse aus der Region. Den „Strom-Black-Out“ in Wemding etwa, der vielleicht dafür sorgen werde, dass es in neun Monaten einige neue Erdenbürger gibt, die Betroffenen aber nicht so recht wissen, ob sie ihren Nachwuchs noch am Nördlinger Stift zur Welt bringen können. Oder die völlig verunglückte Sanierung der Straße von Hainsfarth nach Steinhart, deren neuer Belag eine latente Gefahr für die Achsen eines jeden Fahrzeuges darstelle und der Fahrer so heftig durchgeschüttelt werde, dass er unter Umständen Magenprobleme bekomme.

Diesmal auf der Karte im „Schwarzen Rößle“: Almarin und Krone 

Weil auch Landrat Stefan Rößle da war, nimmt Wirtin Babett die Gelegenheit gleich wahr, ihm in Sachen Almarin Dampf zu machen. Er solle sich mehr als bisher dahinter klemmen, damit das Bad eines Tages wieder öffne. Der Landrat nimmt die Spitze sichtlich gelassen, wohl wissend, dass man bei dem Thema auf einem guten Weg sein könnte. Wer hätte gedacht, dass man überhaupt wieder so weit komme, meint schließlich der Schorsch und ist sich darin mit allen einig.

Starkbieranstich: Quer durch die lokale Politik

Querbeet geht es im „Schwarzen Rößle“ durch die lokale Politik. So lösen die „Nearlenger“ Stadtväter einmal mehr Kopfschütteln aus. Immer noch keine Stadtsilhouette am Kreisverkehr vor der neuen Wemdinger Unterführung, immer noch keine Entscheidung über das Hallenbad. „Ma hot’s Gfühl, die wissad widdr amol net so recht, was wellad“.

Und dann auch noch das THG. Für die Kostenexplosion könnten die Nördlinger ja nichts, dafür aber der Landkreis. THG stehe jetzt für die Abkürzung „teuer, höher, größer“.

Die Runde kam auf Oettingen zu sprechen. Der Michel wollte nämlich wissen, wie Oettingen zum Geld-Geschenk für das Hotel Krone von Ministerpräsident Söder gekommen ist. Der Söder habe den Ulrich Lange gefragt, was er denn mitbringen soll. „Geld“ natürlich, sei die kurze und knappe Antwort und Lösung des Problems gewesen.

Verwunderung herrschte im Wirtshaus über den Verzicht von Donauwörths Oberbürgermeister Armin Neudert auf eine weitere Amtszeit. Vielleicht hänge das mit dem künftigen Dorfladen in der Reichsstraße zusammen. Ist die Kreisstadt also doch nur ein Dorf und Neudert damit nur ein „Dorfbürgermeister“? Von nicht wohlwollenden Zeitgenossen so tituliert zu werden, wollte sich der Armin möglicherweise nicht antun.

Ein Neu-Politiker bekam deutlich sein Fett weg: Das „politische AfD-Leichtgewicht“ Ulrich Singer für seinen Auszug aus dem Bayerischen Landtag bei der Rede der Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München, Charlotte Knobloch. „So geht’s net“, meinte der Schorsch und ruft dazu auf, der AfD noch mehr entgegentreten. Dafür gabs vom Publikum viel Applaus.

Bei allem hintersinnigen Humor und gekonnt gesetzten Spitzen war es nur schade, dass die illustre Wirtshausrunde die Texte vom Blatt oder vom „Telepromter“ ablas. Sonst wäre die Vorstellung authentischer gewesen.

Wie üblich, gab’s nach dem „Derblecken“ noch ein musikalisches Dessert. Die Wirtshausmusikanten Tom und Basti, Tom Graf und Sebastian Hackl, zwei gestandene Mannsbilder in alten Gewändern, Gitarre und Steirische virtuos beherrschend, animierten das Publikum zum Mitklatschen und Mitsingen mancher mitunter nicht ganz jugendfreier Stücke.

Am Samstagabend übernahm dann Sepp Müller den musikalischen Part mit einer Mischung aus Geschichten, Gedichten und schrägen Liedern mit Flöte und Ziach. Für das weitere musikalische Rahmenprogramm sorgten in gewohnter Weise die Megesheimer Dorfmusikanten.

Diesmal auf der Karte im „Schwarzen Rößle“: Almarin und Krone 
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15. Rieser Starkbieranstich in Megesheim
Bild: Szilvia Izsó


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