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Oettingen

04.05.2020

Drei Ex-Stadträte blicken zurück

Karl Kleemann hat den Stadtteil Lehmingen vertreten.
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Karl Kleemann hat den Stadtteil Lehmingen vertreten.
Bild: Archiv

Reinhold Bittner, Robert Straka und Karl Kleemann sind in der neuen Amtsperiode nicht mehr dabei. Ihre persönlichen Bilanzen fallen unterschiedlich aus

Der Ausgang der Kommunalwahlen brachte in Oettingen einige Überraschungen mit sich. Nicht nur die deutliche Niederlage der bisherigen CSU-Bürgermeisterin Petra Wagner gegen ihren SPD-Herausforderer Thomas Heydecker. Auch auf Stadtratsebene gab es Ergebnisse, die nicht unbedingt zu erwarten waren. Zwei, die gerne weitergemacht hätten, aber denen die nötige Stimmenzahl fehlte, sind Reinhold Bittner ( CSU) und Karl Kleemann (Stadtteil-Liste).

Bittner saß seit 2008 für seine Partei im Stadtrat. Im Gespräch mit unserer Zeitung äußert sich der Baufachmann pragmatisch. „Bei einem mittleren Listenplatz besteht immer die Gefahr, nicht mehr reinzukommen“, sagt Bittner und macht dabei nicht den Eindruck, allzu traurig darüber zu sein. Er räumt ein, dass die CSU besonders bei den jungen Wählern wohl nicht auf allzu große Resonanz gestoßen sei. Der neuen christsozialen Stadtratsfraktion werde er jedoch weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen und engen Kontakt halten.

Ein Anliegen sei es ihm zudem, als wiedergewählter Kreisrat die Anliegen Oettingens im neuen Donau-Rieser Kreistag und seinen Ausschüssen zu vertreten, so der stellvertretende Landrat, der dieses Amt in der neuen Wahlperiode gerne weiter ausüben möchte. Die Abwahl von Bürgermeisterin Wagner kommentierte Reinhold Bittner knapp: „Ich habe mit einem engen Ausgang gerechnet, allerdings nicht erwartet, dass sie die Wahl verliert.“

Nach nur einer Periode hat sich Robert Straka von der SPD entschlossen, auf eine erneute Stadtratskandidatur zu verzichten. Es seien rein berufliche Gründe gewesen, die ihn zu diesem Schritt veranlasst hätten. Da er beruflich im Außendienst arbeite, sei es ihm häufig nicht möglich gewesen, unter der Woche an den Ausschusssitzungen teilzunehmen. „Von daher musste ich Prioritäten setzen“, so Straka. Wehmut? „Ein bisschen. Ich konnte in den zurückliegenden sechs Jahren viel Interessantes erleben. Das war sehr positiv.“ Sehr erfreut sei er über den Sieg von Thomas Heydecker bei der Bürgermeisterwahl und die Stärkung der neuen SPD-Stadtratsfraktion gewesen.

Nicht mehr dabei ist auch Karl Kleemann, der seit 2008 die Interessen des Stadtteils Lehmingen vertrat. In seiner ersten Periode war er als Lehminger Ortssprecher im Stadtratsgremium ohne Stimmrecht, seit 2014 als ordentliches Mitglied der Fraktion der Stadtteil-Liste. Gegenüber unserer Zeitung verhehlte er seine Enttäuschung nicht, dass es für ein erneutes Mandat nicht mehr gereicht hat. In seinen zwölf Jahren als Ortssprecher und Stadtrat habe er für Lehmingen aus seiner Sicht viel erreichen können. So seien Straßen saniert und ein Radweg nach Oettingen gebaut worden. Hinzu kämen das Bürgerhaus im Ort sowie ein neuer Dorfplatz. „In dieser Zeit haben wir rund eine Million Euro investiert“, betonte Kleemann nicht ohne Stolz.

Gegenwind aus Teilen der Landwirtschaft

Sein Scheitern bei der Wahl im März schreibt er einigen „Baustellen“ zu, die es in Lehmingen gebe. Vor allem aus Teilen der Landwirtschaft habe er Gegenwind erfahren. Stets habe er sich bemüht, die Interessen seines Stadtteils zu vertreten und jeweils einen Ausgleich mit allen Beteiligten zu suchen, wenn es unterschiedliche Ansichten gegeben habe. Dies sei offensichtlich von den Lehmingern nicht honoriert worden. Für die Zukunft hofft Karl Kleemann, dass sich ein neuer Ortssprecher finden lasse, der künftig als Ansprechpartner die Anliegen der Bürger vertrete. Er selbst stehe für das Amt nicht zur Verfügung.

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