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Erntefahrt

13.07.2013

Durchaus gute Ergebnisse

Bild: Jim Benninger

Schlechtes Wetter behinderte aber auch im Donau-Ries-Kreis teilweise den Aufwuchs der Nutzpflanzen

Von Jim Benninger

Wechingen Durchaus gut war die Stimmung der Fachleute und Landwirte bei der diesjährigen Erntefahrt des Nördlinger Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, denn nach ihrer Ansicht werde es auch heuer eine gute Ernte im Landkreis Donau-Ries geben. Dennoch werde sie wohl wegen lang anhaltender Kälte- und Nässeperioden nicht so umfangreich ausfallen, wie in vergangenen Rekordjahren.

Die traditionelle Erntefahrt machte diesmal im Zentralries um Wechingen Station. In der dortigen Trocknungsanlage traf man sich zu ersten Informationen. Vorstandsvorsitzender Werner Wagner begrüßte die Gäste. Geschäftsführer Thomas Gutmann stellte die Großanlage vor, die seit einiger Zeit mit einer eigenen Biogasanlage Strom und Wärme erzeugt.

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Leitender Landwirtschaftsdirektor Manfred Faber ging auf die Lage der Landwirtschaft im Landkreis ein: Von 3546 Betrieben im Jahr 1997 seien noch 2437 übrig, gleichzeitig sei deren durchschnittlich bewirtschaftete Fläche in dieser Zeit von 20 auf 30 Hektar gestiegen. Die Zahl der jährlich aufgebenden Betriebe habe sich allerdings von einmal über 100 mehr als halbiert. Die meisten Donau-Rieser Höfe haben mittlerweile eine Größe zwischen zehn und 30 Hektar, allerdings mit fallender Tendenz, so Faber. Anstieg gebe es noch bei Betrieben mit über 70 Hektar, wovon es mittlerweile auch schon 282 gebe.

Auf 42,3 Prozent 73125 Hektar landwirtschaftlich genutzten Flächen im Kreis werde noch am meisten Getreide angebaut (30913 Hektar). Rang zwei habe in den vergangenen Jahren allerdings das Grünland (noch 20,4 Prozent der Fläche) an den Silomais verloren. Dessen Anbaufläche sei seit 2006 um 12,8 Prozent auf rund 16000 Hektar gesteigert. Der Ertrag gehe wohl rund zur Hälfte in die derzeit 93 örtlichen Biogasanlagen, sagte Faber.

Zuletzt hatten die Landwirte allerdings wieder etwas weniger vom Silo-, dafür mehr Körnermais (2211 Hektar) angebaut. Das meist gesäte Getreide ist aber nach wie vor der Winterweizen mit 51,2 Prozent (16405 Hektar), gefolgt von Wintergerste (7243), beide aber in den vergangenen Jahren flächenmäßig leicht fallend.

Sinkend seit einigen Jahren geht im Landkreis der Anbau von Raps und Kartoffeln zurück. Im Jahr 2002 wurden noch auf 1800 Hektar Kartoffeln angebaut, in diesem Jahr sind es noch 1457. Einen Rekordstand, der von 2012 auf das Doppelte anwuchs, weise die „Königin der Futterpflanzen“, die Luzerne auf, wenngleich dies insgesamt aber nur 227 Hektar sind, so Faber.

Für eine gute Ernte ist noch Regen nötig

BBV-Kreisobmann Karl Wiedenmann sprach die immer noch vorhandenen Probleme der Landwirtschaft mit zu geringen Erlösen sowie zu teuren Betriebsmitteln an. Für einen weiter guten Aufwuchs der Feldfrüchte und einer damit verbundenen guten Ernte sei noch einiges an Niederschlägen nötig, sagte der Landwirt.

Helmut Stöcker vom AELF blickte auf das teilweise zu trockene, dann zu kalte und schließlich zu nasse Wetter der vergangenen Wachstumsperiode zurück. Dieses sei zunächst schuld am teilweise zu späten Aussäen der meisten Getreidesorten sowie deren Entwicklungsverzögerung gewesen. So müsse man heuer vor allem beim Mais mit eingeschränkten Erträgen mit späterer Reife rechnen, während die Ernteaussichten bei Wintergerste, Winterraps und Winterweizen durchaus gut seien. Erholt hätten sich zum Großteil auch durch Starkregen geschädigte Rüben- und Kartoffelpflanzen. Wegen des Wachstumsrückstandes seien derzeit Ernteprognosen aber noch nicht möglich.

Bei der Erntefahrt besuchten die Fachleute Luzerne-, Getreide- und Maisflächen von Werner Wagner bei Wechingen sowie Kartoffeläcker von Josef Böhm beim Muttenauhof, um Wachstumsstand und eventuelle Schäden zu begutachten.

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