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Auszeichnung

19.06.2017

Ehrenbrief für Günter Lemke

Oberbürgermeister Hermann Faul (rechts) überreicht Günter Lemke (links) den Ehrenbrief der Stadt Nördlingen.
Bild: Bild: Peter Urban

Der ehemalige Rektor der Mittelschule erforscht die Geschichte Nördlingens. Ein besonderes Projekt liegt ihm am Herzen.

In seiner launigen Dankesrede gab der neue Ehrenbrief-Träger der Stadt Nördlingen, Günter Lemke, offen zu, dass er Angst gehabt habe vor seiner Pensionierung. Er sei ja immer schon ein sehr rühriger Mensch gewesen und konnte sich nicht vorstellen, nach seinem erfüllenden Beruf als (zuletzt) Rektor der Mittelschule Nördlingen, einfach nur daheim zu sitzen. So „flüchtete“ er sich gewissermaßen ins Stadtarchiv zu seinem Freund Dr. Wilfried Sponsel, um das, was er vorher sporadisch neben seinem Dienst dort getan hatte, von nun an „hauptberuf-ehrenamtlich“ fortzuführen, nämlich vor allem die Häusergeschichte seiner Heimatstadt gründlich zu erforschen.

Die große Faszination und das liebevolle Engagement, das ihn dazu antreibt, ist aus jedem seiner Worte herauszuhören. Was er alles auf die Beine gestellt hat, konnte Oberbürgermeister Faul in seiner Laudatio gar nicht alles auflisten, seine Rede wäre zu lang geraten. So beschränkte er sich auf das Nötigste. Schon während seiner Rektor-Zeit an der Hauptschule war Lemke Mitautor und -herausgeber von Sprach- und Mathematikbüchern verschiedener Jahrgangsstufen, er engagierte sich im Verein Rieser Kulturtage und war beim Rotary Club aktiv. Faul hat nachgezählt, elf Dokumentationsbände der Rieser Kulturtage wurden von Lemke begleitet. Faul weiter: „Viele weitere Bücher haben Sie mitverantwortet als Mitautor, zum Beispiel das Buch über den Nördlinger Kunstmaler Karl Schlierf „Vom Main zur Donau“, in der redaktionellen Bearbeitung des Heimatbuches „Alerheim im Ries“, als Verfasser des Buches „Amerdingen im Dreiländereck“, als Mitherausgeber des Werkes „Lebensbilder aus dem Ries“ oder auch als Mitverfasser eines Stadtführers für Nördlingen.“

Seine Leidenschaft zur Geschichte der Stadt treibt Günter Lemke seit 1999 an, die Häuserkartei von Gustav Wulz auszuwerten und in akribischer Kleinarbeit Besitzerlisten daraus zu erarbeiten. Sie sind Grundlage für ein Projekt, das ihm sehr am Herzen liegt und das er gerne noch zum Erscheinen bringen würde: ein Häuserbuch der Stadt Nördlingen, von den Anfängen bis heute.

Dass ihm das gelingt, daran mag man kaum zweifeln, so agil und tatkräftig, wie der inzwischen 80-Jährige wirkt. Und dass er seine Ideen und Pläne, die er sich in den Kopf gesetzt hat, auch umzusetzen weiß, hat er hinlänglich bewiesen. Nicht zuletzt auch in seiner Zeit als Rektor der Hauptschule, in der er zahlreiche Projekte „auf dem kleinen Dienstweg“ in Zusammenarbeit mit dem damaligen Oberbürgermeister Paul Kling, mit dem er gemeinsam die Schulbank gedrückt hat, durchsetzte. „Ohne lange Diskussionen mit irgendwelchen Gremien“, wie er verschmitzt erklärt.

Diese zupackende Art mag man ihm auch für sein künftiges Leben wünschen, denn nach der Verleihung des Ehrenbriefes geht sein Tun ungebremst weiter, wie er versichert. Eine Arbeit, „abseits des Rampenlichtes, die nicht jeden Tag in der Zeitung steht und doch so ungeheuer wertvoll ist“, wie Faul zum Abschluss betont. „Günter Lemke ist ein Bürger im besten Sinne, den das Gemeinwesen und seine Heimatstadt nicht kalt lassen, sondern der sich um diese Heimat vielfältig bemüht.“

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