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28.11.2018

Ein Gemeindezentrum für Auhausen?

Die Gemeinde Auhausen ist in das staatliche Städte-Förderprogramm „Soziale Stadt“ aufgenommen worden. Dieses Jahr sollen 180000 Euro fließen.
Bild: Robert Kaußler

Der Ort ist in ein besonderes Förderprogramm aufgenommen worden. Schon in diesem Jahr fließen deshalb 180.000 Euro ins Nordries.

Die kleine ländliche Gemeinde Auhausen in der fränkisch-schwäbischen Region hat ein wohl herausragendes Ortsbild, das seit jeher von der Klosterkirche und dem ehemaligen Klosterareal der Benediktiner geprägt ist. Neuerdings soll der Ort in das staatliche Städtebau-Förderprogramm „Soziale Stadt“ aufgenommen zu werden.

Das Kloster Auhausen soll der Legende nach 958 gegründet worden sein und wird 1136 erstmals urkundlich erwähnt. Aus dieser Zeit stammt auch der Kern der noch erhaltenen Klosterkirche, die im Laufe der Jahrhunderte durch den Chor erweitert worden ist. Der Bauernkrieg des Jahres 1525 sollte dem blühenden Leben im Kloster ein jähes Ende bereiten. Das Klosterareal wurde nach der Plünderung der Markgrafschaft von Ansbach einverleibt. Von den vielen Gebäuden des Klosterkomplexes ist heute nur noch ein kleiner Teil erhalten.

Durch Gebietstausch mit dem Fürstenhaus zu Oettingen-Spielberg im Jahr 1792 war die Zugehörigkeit von Auhausen zum heutigen Regierungsbezirk Schwaben besiegelt. Mit der anschließenden Säkularisierung sind die einzelnen Gebäude sowie der dazugehörige Grund in Privateigentum übergegangen. Nur das stattliche Wohngebäude der früheren Äbte von Auhausen sollte noch bis 1824 in Funktion als „Fürstliches Rentamt Auhausen“ verbleiben. Das Rentamt war für die Eintreibung der herrschaftlichen Abgaben zuständig.

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In dieser Zeit wurden die meisten Gebäude, so auch das große Konvent-Gebäude, abgebrochen. Nach neuen Recherchen im Fürstlich-Oettingen-Spielbergschen Archiv lagen auch für dieses „Amtshaus“ Abbruchpläne vor. Schließlich erwarb der ehemalige Rentbeamte Christian Kerl die Rentamtswohnung mit Waschhaus, Stadel und Klostergarten am 26. Januar 1825 um 2836 Gulden. Mit dem Verkauf der Klostergebäude waren dann auch ungünstige Grenzverhältnisse entstanden.

Erst mit der Flurbereinigung in der 1970er Jahren konnte eine groß angelegte Kirchensanierung durchgeführt und die Westfront der Klosterkirche durch Abbruch von Gebäuden geöffnet werden. Aktuell haben nun die Gemeinde Auhausen zusammen mit der Regierung von Schwaben, dem Landesamt für Denkmalpflege und dem Landratsamt Donau-Ries sowie den örtlichen politischen Abgeordneten eine einmalige Chance zum Erwerb und zur Generalsanierung der altehrwürdigen Prälatur genutzt. Eine Investition, die auch durch die großzügige und momentan ungenutzte Umgriffsflächen von circa 0,5 Hektar im Ortskern weitere Chancen für die öffentliche Hand mit sich bringen wird: „Wir haben hier ein enormes Entwicklungspotenzial für die gesamte Gemeinde im Herzen des Dorfes, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Kindergarten, Mehrzweckhalle, Kirche und Friedhof“, freut sich Auhausens Bürgermeister Martin Weiß.

Die Einleitung dieses bisher für eine solch kleine Gemeinde einmaligen Förderprogramm-Verfahrens „Soziale Stadt“ ist aber auch schon von einer aufwendigen Vorbereitungsphase der Architekten und Fachleute des Landesamts für Denkmalpflege durch dendrochronologische Untersuchungen, Vermessungen und Freilegung alter Mauerteile begleitet worden – und mündete nun in dem „Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept“ (ISEK). In einer ersten konkreten Förderzusage fließen noch in diesem Jahr 180000 Euro für den Erwerb dieses „Baudenkmals in Schlüsselposition des Ortskerns“.

Dem Ortskern wieder mehr Bedeutung geben

Im Anschluss wird eine Bedarfsermittlung für die weitere Entwicklung hier am Ortskern folgen. Aus dem Gemeinderat, der sich „einer großen Aufgabe aber auch einer Chance und Verpflichtung, dem Ortskern wieder mehr Bedeutung zu geben, bewusst ist“, kommen die entsprechenden Impulse. „Was haben wir nun für neue Möglichkeiten“, reflektiert der Bürgermeister: „Begegnungsstätte für die Generationen in Gemeinde und Kirchengemeinde, endlich stimmige Räume für die Bücherei, ein dringend benötigtes Archiv, Platz für das Ehrenamt und Kultur. Hierzu Nebengebäude, die einem gemeindlichen Bauhof Heimat geben könnten, das immer wieder gewünschte Gemeinschaftsbackhaus, geregelte Anfahrtsmöglichkeit an Kirche und Friedhof usw.“ Endlich könnte aus dem ehemaligen Zentrum einstigen blühenden Klosterlebens, zuletzt einer der örtlichen Leerstände, ein lebendiges Gemeindezentrum vollendet werden.

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