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Projekt

11.02.2015

Ein Hochseilgarten für Nördlingen?

Nur einen kleinen Hochseilgarten gibt es an der Universität in Augsburg. Deutlich umfangreicher aber ebenfalls mit Pfählen gebaut – so könnte eine Anlage in Nördlingen aussehen, sagt der Leiter der Touristinformation, David Wittner.
Bild: Archivfoto: Weizenegger

Die Stadt will erst einmal einen Betreiber suchen. Einen Interessenten gibt es schon

Nördlingen Ein Hochseilgarten könnte in Nördlingen gebaut werden. Der Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrates hat am Montagabend in einem ersten Schritt dafür gestimmt, dass die Verwaltung mithilfe einer öffentlichen Ausschreibung nach einem Betreiber sucht. Zudem wurden 25000 Euro für die Planung in den Etat 2015 gestellt. Der Leiter der Touristinformation in Nördlingen, David Wittner, stellte das Projekt vor. Der Hochseilgarten soll am Sportpark entstehen.

Im Gespräch mit unserer Zeitung sagte Wittner, die Idee zu solch einem Projekt sei schon älter. Bereits 2013 sei sie im Stadtrat vorgestellt und grundsätzlich positiv bewertet worden. Im Herbst des vergangenen Jahres habe man den Hochseilgarten in Pappenheim besichtigt – und der Betreiber habe sich aufgeschlossen gezeigt, auch in Nördlingen eine solche Anlage zu errichten. 50 Einzelelemente würde sie etwa umfassen und insgesamt rund 400000 Euro kosten, so Wittner. Entstehen könnte der Hochseilgarten hinter der Tennishalle im Rieser Sportpark. Dort würden dann Pfähle aufgebaut und Seile gespannt. Die Besucher werden in solch einer Anlage mit Helmen und Klettergurten ausgerüstet und hangeln sich gesichert von Plattform zu Plattform. Gefragt seien Balance und Geschicklichkeit, sagte der Geschäftsführer der Aktionsraum GmbH, Robert Rieger. Die GmbH ist eine Tochter der Evangelischen Bildungszentren in Bayern und betreibt den Hochseilgarten Pappenheim. Rieger sagt: „Wir werden uns für den Betrieb in Nördlingen bewerben.“ Man habe schließlich über die evangelische Landjugend viele Verbindungen in die Riesmetropole.

Im Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrates stellte Kämmerer Bernhard Kugler die Finanzierung des Projektes vor. Die Stadt würde zunächst den Bau stemmen – das investierte Geld samt Zinsen dann aber wieder in 15 Jahren über die Jahrespacht einnehmen: „Das ist auf jeden Fall eine kostendeckende Sache.“ Oberbürgermeister Hermann Faul sagte: „Ich würde das Projekt als Attraktion für Nördlingen begrüßen. Man könnte da durchaus eine Lücke im Freizeitangebot schließen.“ Faul befürwortete folgende Vorgehensweise: Zunächst solle man einen Investor suchen, dann mit diesem sprechen was er möchte und anschließend über die konkreten Kosten reden.

Die CSU-Fraktionsvorsitzende Dorothea Gaudernack sagte: „Ich stelle mir das toll vor.“ Doch sie befürchtete, dass die Rentabilität der Anlage optimistisch gerechnet sei und sah ein Insolvenzrisiko. Gaudernack befürwortete eine Bürgschaft der Mutter der GmbH als Absicherung für die Stadt. Johannes Ziegelmeir (PWG) entgegnete: „Der Betreiber muss sich eher um unsere Liquidität Sorgen machen, als anders herum.“ Thomas Mittring (Fraktionsvorsitzender der Stadtteilliste) meinte, solch ein Hochseilgarten sei eine begrüßenswerte Sache. Doch auch er hatte ähnliche Bedenken wie Gaudernack, aber: „Ich würde sagen, dass wir die 25000 Euro in die Hand nehmen und die Entscheidung überlegen.“ PWG-Fraktionsvorsitzender Helmut Beyschlag sah das anders: Man müsse grundsätzlich einen ernsthaften Willen für das Projekt haben, sonst brauche man kein Geld in den Etat zu stellen. Er äußerte Bedenken wegen des Standorts: „Was macht man im Sommer, wenn es ganz heiß ist?“ Rita Ortler, SPD-Fraktionsvorsitzende, schlug vor, alles mit einem privaten Investor zu schultern. Das lehnte Faul ab: „Wir suchen einen Betreiber und wir sind Herr des Verfahrens.“ Ein minimales Risiko sah Zweiter Bürgermeister Markus Landenberger-Schneider: „Wir haben da die Chance, etwas zu verwirklichen.“ Der Hochseilgarten ziehe viele Touristen nach Pappenheim. Der CSUler sagte aber, dass er einen Standort näher an der Altstadt befürworten würde.

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